"But I... I... I think you're the fucking Antichrist."
Archive for the ‘In eigener Sache’ Category
Mein Ceranfeld ist kaputt. Angenommen, ich hätte nun einen Handwerker bestellt, von dem die Hotline sagt, dass er zwischen 07:00 und 12:00 Uhr kommen werde: Ich stehe also um 07:00 Uhr auf, in der Erwartung, dass der Handwerker jede Minute eintreffend wird. Ich warte und traue mich nicht duschen zu gehen, da ich schließlich nicht unter der Dusche vom Handwerkerklingeln überrascht werden möchte.
Ich warte also weiter und es wird 10:00 Uhr. Dann denke ich mir, dass ich nun nicht länger warten kann und ohne Rücksicht auf Verluste duschen werde, komme was wolle. Schließlich habe ich ja bereits um 07:00 Uhr vergeblich gewartet, und um diese Zeit war die Chance genau so groß dass der Handwerker kommt wie jetzt um 10:00 Uhr.
Erst unter der Dusche fällt mir mein Fehler auf: Mit jeder Minute, die ich seit 7:00 Uhr gezögert habe, habe ich die Wahrscheinlichkeit erhöht, eingeseift weggeklingelt zu werden! Denn zwischen 07:00 und 10:00 Uhr 3 Stunden vergangen und bis 12:00 Uhr verbleiben nur noch 2 Stunden.
Oder anders gesagt: 300 Lose (Minuten) sind im Spiel, mindestens ein Los (eine Minute) ist ein Gewinn. Maximal sind 300 Lose im Spiel, und zwar dann, wenn der Handwerker um Punkt 07:00 eintrifft. Dass der Handwerker länger als eine Minute bleibt, ist dabei irrelevant, schließlich bricht das Spiel nach dem ersten gezogenen Gewinn – beim Klingeln – ab. Um 10:00 Uhr, als ich gerade unter die Dusche gestiegen bin, herrscht also folgende Situation:
300 Lose sind im Spiel. 180 Lose sind bereits gezogen, davon waren alle Nieten. 120 Lose sind noch zu ziehen, darunter eine unbekannte Anzahl an Gewinnen.
Und nun die Frage:
Ist die Wahrscheinlichkeit, dass es während ich dusche klingelt gestiegen? Oder ist es völlig egal, wann ich dusche, da hinter jedem Los die selbe Wahrscheinlichkeit steht, dass es ein Gewinn ist? Und lässt sich überhaupt die Lose-Analogie herstellen?
Die Rahmenbedingungen sind: Der Handwerker kommt auf jeden Fall zwischen 07:00 und 12:00 Uhr und ich benötige für das Duschen 10 Minuten. Übrigens: Mein Ceranfeld ist kaputt.

Die Antwort auf meinen Brief an Horst Köhler.
Am 19. Juni habe ich an unseren Bundespräsidenten Horst Köhler geschrieben. Inhalt meines Briefs waren meine massiven Bedenken hinsichtlich des “Gesetz zur Erschwerung des Zugangs zu kinderpornographischen Inhalten in Kommunikationsnetzen”.
Heute habe ich die Antwort aus Bundespräsidialamt erhalten. Da es sich um keinen persönlichen Brief handelt, erlaube ich mir, das Antwortschreiben im Volltext hier zu zitieren:
Sehr geehrter Herr Schwarz,
Bundespräsident Köhler hat mich gebeten, für Ihren Brief vom 19. Juni 2009 zu danken, mit dem Sie Bedenken gegen das Gesetz zur Bekämpfung der Kinderpornographie in Kommunikationsnetzen erheben.
Der Bundespräsident hat keine Möglichkeit, auf die inhaltliche Gestaltung eines Gesetzes während des Gesetzgebungsverfahrens Einfluss zu nehmen. Er bittet Sie daher um Verständnis, dass er sich zu dem Inhalt des von parlamentarischen Gremien zu beratenden Gesetzes nicht äußern möchte. Er wird die Frage der Verfassungsmäßigkeit des Gesetzes prüfen, sobald ihm nach Abschluss des Gesetzgebungsverfahrens ein entsprechendes Gesetz zur Ausfertigung vorgelegt wird. Ihre Ausführungen wird er berücksichtigen, soweit sie verfassungsrechtlich von Belang sind.
Mit freundlichen Grüßen
Im Auftrag
Was ist also von dieser Antwort zu halten? Nun, zunächst muss klar sein, was die Erwartungen an einen solchen Brief sind. Dass ein (persönlicher) Dialog als Reaktion fast völlig auszuschließen ist, muss jedem, der an den Bundespräsidenten (oder einen Amtsinhaber ähnlicher Größenordnung) schreibt, klar sein. Und das war auch niemals Intention, selbst wenn ich mich sehr gerne mit Herrn Bundespräsident Köhler über dieses Thema unterhalten würde.
Mir waren zwei Aspekte wichtig:
- Besser, der Bundespräsident erhält 100 Briefe zu diesem Thema, als dass er 99 erhält. Besser 1.000 als 999. Besser ich habe mein Anliegen vorgetragen, als dass ich geschwiegen habe. Ich erwarte, in irgend einer Art und Weise registriert zu werden, selbst wenn es nur die Zahl “X Bürgerbriefe zum Thema Netzsperren” in seiner täglichen Zusammenfassung ist.
- Noch viel wichtiger sind mir die vielen Gespräche mit meinem Freunden und Bekannten zu diesem Thema. Ich möchte zeigen, dass mir dieses Thema wichtig ist und ich möchte zeigen, dass diese Thematik für uns alle wichtig ist. Dass die Zusammenhänge viel komplexer sind, als manche Kurznachrichten es darstellen und man als Laie denken könnten. Dass es solche Dinge wie Netzneutralität überhaupt gibt – und was dies für uns alle bedeutet. Oder anders ausgedrückt: Wir müssen das Internet erklären und mit meinem Brief habe ich die Aufmerksamkeit meiner Klasse.
Das waren meine Erwartungen und soweit ich es beurteilen kann, habe ich beide erreicht. Was ist nun aber von der Antwort zu halten?
Eigentlich stört mich nur eine Sache, diese dafür um so mehr: der erste Satz. Ich bin nicht gegen das “Gesetz zur Bekämpfung der Kinderpornographie in Kommunikationsnetzen”. Dieser Titel ist schwer irreführend, denn dieses Gesetz gibt es nicht und all zu leicht entsteht bei Dritten der Eindruckt, es bestünde Kritik am Vorgang der “Bekämpfung der Kinderpornographie”.
Dies ist grundlegend falsch! Befürworter und Gegner des Gesetzes werden – völlig zu Recht – nicht müde zu betonen, dass Kinderpornographie ein schreckliches Verbrechen ist, welches es mit rechtsstaatlichen Mitteln konsequent verfolgt werden muss.
Die Kritik am vorliegenden Gesetzesentwurf bezieht sich schließlich gerade darauf, dass mit dem “Gesetz zur Erschwerung des Zugangs zu kinderpornographischen Inhalten in Kommunikationsnetzen” – so übrigens der korrekte Name – eben keine Kinderpornographie bekämpft wird, sondern lediglich ein löcheriger Vorhang davorgehalten wird, der noch ganz andere Gefahren birgt.
Sehr schade also, dass obwohl ich in meinem Schreiben die korrekte Gesetzesbezeichnung verwendet habe, der Antwortschreiber den falschen Namen verwendet. Ich möchte glauben, es war ein unbeabsichtigtes Versehen.

Ausgegruschelt:Ich habe zwei Accounts in Soical Networks gelöscht
Ich habe heute meinen lastfm-Account gelöscht. Und weil ich schon dabei war, habe ich meinen studiVZ-Account gelöscht. Und das kam so:
Lastfm ist eine Mischung aus Onlineradio und Netzwerk für Musikfreunde. Mit einer kleinen Software, die an mein iTunes gekoppelt ist, wird alles, was ich in iTunes abspiele an lastfm übermittelt. Dort wird mein “Hörverhalten” analysiert und auf Basis einfacher Statistik werden mir Bands vorgeschlagen, die ich ich noch nicht kenne, die aber zu meinem Musikprofil passen könnten.
Das funktioniert mal mehr und mal weniger gut, je heterogener die Hörgewohnheiten desto schwieriger ist es natürlich. Dennoch, zusammen mit der Onlineradio-Funktion alles in allem eine prima Webseite. Trotzdem habe ich meinen Account gelöscht. Seit mehreren Jahren schicke ich jedes Lied, welches ich spiele, an lastfm. Und dort bleibt es gespeichert, wird statistisch aufbereitet und ist für jeden einsehbar. Zwar hatte ich die “Liveinfos”, also die unmittelbare Anzeige welcher Track gerade von iTunes abgespielt wird, von Anfang an abgeschaltet, Monats- Quartals und Jahresstatistiken hingegen lassen sich nicht abschalten.
Trotz eines schönen Relaunchs im letzten Jahr, trotz des riesigen Verzeichnis: Ich habe lastfm nie wirklich genutzt. Und unter diesen Voraussetzungen brauche ich auch keinen Account, unter diesen Voraussetzungen muss ich auch meine Musikdaten nicht hinschicken. Also habe ich meinen Account gelöscht. Funktioniert problemlos.
Dann dieses Studentenverzeichnis. In studiVZ hingegen dürfte ich erst gar nicht sein, die AGB verbieten mir die Teilnahme als Nicht-Student – nunja. Und es gibt sicherlich viele prinzipiellen Gründe, erst gar keinen Account auf studiVZ anzulegen, doch so lange ich twittere und auf facebook bin, können die kaum zählen. Der Grund war viel simpler.
Auch studiVZ habe ich nie aktiv genutzt, doch selbst wenn ich es mit all seinen Möglichkeiten nutzen wollte, würde mich ein Profil dort repräsentieren? Repräsentation und Kontaktmöglichkeiten, darum geht es schließlich in den Social Networks. Aber genau dass schafft studiVZ für mich nicht.
Wollte ich Bilder hochladen, hätte ich Größenbeschränkungen, hätte Speicherort, Anzahl und maximale Dateigröße vorgegeben. Wollte ich Texte schreiben, hätte ich dafür keinen Platz. Wollte ich präsentieren, verändern und gestalten – es gäbe dafür keinen Platz.
Und die Kontaktfunktion: Ich ärgere mich, wenn ich studiVZ-Nachrichten bekomme, die statt in meinem Posteingang auf einer Webseite liegen, das bringt mich aus dem Arbeitsfluss. Ich ärgere mich, wenn ich mit “Freunde” verknüpft bin, deren Namen mir nichts sagen oder deren “Freundschaftsanfrage” die einzige Interaktion war, die je stattgefunden hat.
Dabei habe ich doch bereits eine Webseite, von der ich mich vollständig und umfassend repräsentiert fühle. Auf der es Kontaktmöglichkeiten gibt, die ich bestimmen – frei verfügbar ohne Anmeldung für alle. Ich habe – meine Webseite, diese hier! Und dann habe ich meinen studiVZ Account gelöscht. Funktionierte auch problemlos.

brief-an-horst-koehler.pdf

Ich muss zugeben, es hat mir sehr gefehlt. Knapp ein dreiviertel Jahr habe ich nicht mehr wirklich viel geschrieben und auch davor nur sporadisch ein paar Zeilen. Das soll sich wieder ändern, ich bin “zurück”.
Dabei war ich gar nicht “weg”, ganz im Gegenteil. Auf dieser Domain hat sich so viel getan wie lange nicht, viele alte Wünsche habe ich mir erfüllt: Mit Abandoned gibt es nun eine Rubrik für verlassene Orte, unter Globus habe kuriose bis bizarre Plätze auf der ganzen Welt gesammelt, ich habe Listen zu allen möglichen Dingen angelegt, war unterwegs und habe ein weiteres Wiki begonnen.
Nur zu schreiben hatte ich wenig Lust, was – wie ich rückblickend feststelle – hauptsächlich am Layout von Memo lag. Während ich mit dem Design dieser Seite noch immer sehr zufrieden bin, war Memo lange Sorgenkind. Für viele Links – und daraus besteht ein Blogsystem nunmal – eignet sich die aktuelle CSS Auszeichnung so wie ich sie global hier verwende einfach nicht. Schwarzer Fettdruck in Arial auf weißem Grund, als Hovereffekt das ganze invertiert. Zu plump, zu schwer wog dies.
Deshalb gibt es hier nun in Sachen Link-Stil einen kleinen Stilbruch. Das ist ok, warum auch nicht. Schnell noch ein Update auf Wordpress gefahren, hie und da an der ein und anderen Schraube gedreht und weiter gehts. Hello World!
Ich mag hier nicht bloggen. Gar nicht. Nicht, so lange das hier mit dem Design nicht anders wird: Es ist viel zu gedrückt, die Beiträge kleben untereinander, je nach Browser ist die Ansicht zerschossen und es hat nichts von der eleganten Leichtigkeit vom Rest der Seite. Was mich wieder einmal lehrt: In den meisten Fällen macht es einfach keinen Sinn, fertige Templates als Vorlage zu verwenden, nur um sie dann in die eigene Form zu quetschen. (Auch wenn ich mit dem Ergebnis meines Haruki Murakami Wikis relativ einverstanden bin. Einerseits. Es fügt sich relativ gut in die Gesamtstruktur der Seite, dafür habe ich die Wiki-Funktionalität der verschiedenfarbigen Links zu Gunsten des Designs geopfert und es fühlt sich schlecht an.)
Jedenfalls: Ich werde ganz von vorn anfangen müssen, mit dem Bloglayout. Dann werde ich auch wieder schreiben mögen. Dabei hätte ich so viel zu sagen. Es fängt damit an, dass ich ein jetzt ein Murakami Wiki habe, und noch gar nicht erklärt habe, warum. Ausserdem ist mein kleines Globus-Projekt auf immerhin stolze 50 handverlesene Einträge angewachsen. Ausserdem muss noch verkündet werden, das die private Webseite als solche vermutlich einen einsamen, unbemerkten Tod starb. Die älteren unter uns werden sich noch an sie erinnern, es gab sie, bevor alles zu Blogs wurde. Ein Stück gefühlte Beständigkeit geht damit unter, und ich bedauere dies sehr. Ein Grund mehr, warum der Rest dieser Seite so viel mehr Aufmerksamkeit erhält, als der Blogteil.
Ich werde über all das schreiben. Erst werde ich mich weiter um die Webseite kümmern. Dann um das Blogdesign. Und dann!
Was macht man, wenn man über lange Zeit auf der Suche nach einer bestimmten Sache ist, alle Googletreffer zum Thema bereits kennt und trotzdem noch keinen Erfolg hatte? Selbst darüber schreiben, sich in Google finden lassen und hoffen, dass sich jemand mit der passenden Antwort meldet. Und darum gehts:
Ich sammle Sim-Spiele. Also jene Spiele, die mit dem Präfix Sim und vom Studio Maxis vertrieben wurden und werden, von SimCity bis Die Sims. Was jedoch viele nicht wissen: Insgesamt gibt es mehre dutzend Spiele der Reihe, viele davon aus den 90er Jahren. SimAnt von 1991 beispielsweise simuliert eine Ameisenkolonie. Klingt krude, ist aber fantastisch umgesetzt.
Kurzum, ich sammle Sim-Spiele. SimEarth, besagtes SimAnt, SimLife und SimFarm, das grandiose SimTower und das trockene SimIsle, das SimCity für Kinder namens SimTown, SimPark und das grausame SimGolf in 3D, das japanische SimTunes und das texturlose Glanzstück SimCopter sowie eines der Spiele, mit denen ich am meisten Spaß hatte: Streets of SimCity; all diese Spiele und noch ein paar mehr besitze ich bereits. Aber:
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Ich suche: SimRefinery und SimHealth
Wer hat sachdienliche Hinweise auf eines der beiden Spiele oder besitzt sie vielleicht sogar? Dass es SimHealth bei amazon.com gibt, ist mir bewusst, jedoch versendet der Händler nur innerhalb der USA.
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Es hat gedauert, aber es wurde: Mein Tagebuch Thailand/Kambodscha 2008 ist fertig und online! Ich freue mich ja so sehr!

Brandneu in der Reiserubrik ist seit heute das Bildertagebuch London. Ende Juli hatte ich die Möglichkeit, ein langes Wochenende dort zu verbringen und nach knapp 10 Jahren war es mein erster Besuch in Great Britain.
Schon kurios, diese ganze Rennmausgeschichte. Seit vielen Jahren habe ich nun die weltweit größte Community ihrer Art und noch immer kann ich manchen Bekannten damit überraschen.
Seit mindestens eineinhalb Jahren nehme ich mir vor, rennmaus.de hier vorzustellen. Seit mindestens 6 Monaten ist auch der Text dafür fertig. Seit mindestens einer Woche suche ich selbigen Text und er ist spurlos verschwunden. Und seit gerade eben ist die geplante Seite endlich fertig – mit neuem Text. Und hier ist es, Dominiks rennmaus.de