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"But I... I... I think you're the fucking Antichrist."

Noch ein Weblog von Dominik...

funktioniert nicht. Funktioniert nicht. Funktioniert nicht. Funktioniert nicht. Funktioniert nicht. Funktioniert nicht. Funktioniert nicht. Funktioniert nicht. Funktioniert nicht. Funktioniert nicht. Funktioniert nicht. Funktioniert nicht. Funktioniert nicht. Funktioniert nicht. Funktioniert nicht. Funktioniert nicht. Funktioniert nicht. Funktioniert nicht. Funktioniert nicht.

Wobei, “Content” vielleicht schon. Siehe den derzeitigen Platz 1 und die dazugehörenden usergenerierten Kommentare des Ehre und Karriere “Ehre und Karriere”-Wettbewerbs. Nochmal: Das ist der Platz 1 nach Uservoting.

Content, okay. Aber Qualität?

oder: Der Tod der Suchmaschinen, der “SEO” und allem anderen.

(Weiter gehts mit dem Thema Umwälzungen. Die Vorgeschichte dazu findet sich hier, hierund hier.)

Erstens: Suchmaschinen sind eine aussterbende Spezies. Zweitens: Alles Gefasel von der “Relevanz”, ich kann es nicht mehr hören. Je mehr ich mich mit dem Prinzip des Hypertexts befasse, desto klarer wird wir, wie unübersehbar fehlerhaft das System als solches ist.

Tatsächlich sind die Suchergebnisse einer jeden Suchmaschinen alles andere als “relevant”.

a) Suchmaschinenergebnisse sind eine künstlich getroffenen Vorauswahl

Welche digitale Inhalte erfasst werden können, bestimmen technologische Voraussetzungen. Text auf Bildern, gesprochene Texte, Technologien wie Flash oder schlicht die Kapazitätsgrenze des Suchindex einer Suchmaschine filtern Inhalte vor und schließen weite Teile schlichtweg aus.

b) Suchmaschinenergebnisse sind Manipulation

“SEO”, die so genannte Suchmaschinenoptimierung, ist - jede philosophische/ethische Diskussion darüber ausklammernd - in vielen Fällen ein euphemistisches Schlagwort für die Manipulation der Ursprungsinformation. Fast alle Maßnahmen, die über eine semantisch korrekte Codedarstellung hinausgehen, verändern die Mutterinformation. Mal mehr, mal weniger:

Überschriften, Seitentitel werden Wortenau angepasst, “Keyworddichten” gemessen und verändert und der “Backlinkhandel” blühte, bis Google einen Riegel vorschob.

Das soeben verlorene Korsett der Zeilenlänge und Druckerschwärze, welchem der Text vor so kurzem erst entrann; in Zeiten der Suchmaschinenoptimierung, wie sie heute betrieben wird, bekommt er es wieder angelegt. Wer ob der harten Worte Zweifel an dieser Aussage hegt, der möge einmal versuchen, wahrhaftig informative und aussagekräftige Inhalte ohne unmittelbare (!) kommerzielle Hintergründe zu den Themen “Private Krankenkasse”" oder Kredite zu finden. Wikipedia zählt nicht.

c) Suchmaschnenergebnisse sind digitale Ergebnisse

Ohne Zweifel, digital ist die Zukunft. Beinahe jede (!) schriftliche- oder bildliche Information, die sekündlich in den Industriestaaten im Jahr 2008 erstellt wird, ist digital. Aber Informationen, die zehn Jahre alt sind? Zwanzig? fünfzig? Mündliches Wissen? Und vor allem: afrikanisches Wissen? Chinesisches? Der bereits vorliegende Datenbestand mag unvorstellbar gigantisch sein, ist aber verschwindet gering gegen das Wissen der Welt, was analog vorliegt.

Und damit sind wir beim ersten Kernproblem: Das Wissen der Welt liegt in Größenordnungen, die für einen Menschen nicht fassbar sind. Lediglich in einem erschreckend geringen Zahlenraum “begreifen” wir Zahlen tatsächlich. 10 Millionen oder 100 Millionen jedoch, wer vermag schon zu sagen wie viel das tatsächlich ist. Viel. Haben uns die Medien gesagt.

Ergo: Technologische Probleme werden immer gelöst, früher oder später. Bücher werden bereits jetzt in großem Stil digitalisiert und Texterkennungsmechanismen sind auf dem besten Weg, ausgereift zu sein. Und das Internet erreicht früher oder später jeden Kontinent, schon jetzt sind mehr Chinesen online als Amerikaner und bis sie frei schreiben dürfen ist eine Frage der Zeit. Wir können also davon ausgehen, dass die Punkte a) und c) gelöst werden.

Bleibt das Problem Mensch: Je größer der Wissensbestand in den Suchmaschinen, desto gezielter und genauer müssen die Suchergebnisse werden. “Seite 1 von 3 Milliarden” - nicht nur vorstellbar sondern eine reine Frage der Zeit unter den Voraussetzungen des Status Quo. Und wo immer eine große Anzahl an Bewerbern zusammenkommt, desto härter wird der Wettbewerb. Hochkonjunktur für Suchmaschinenoptimierer.

Und so sind wir wieder bei den Verifikationsmaschinen, das Zentrum jeder Überlegung, egal aus welcher Richtung sie kommt. Die Verifikationsmaschine, die auf rein technologischer Basis Inhalte prüft, und auf das Stichwort prüft, was derzeit verstümmelt und entstellt als “Relevanz” daherkommt: Qualität.

Eine Dekade Internet III

Reden wir über das Internet. Es werden Umwältungen stattfinden, es handelte in diesem Blog bereits davon. Und es fängt mit meiner Bielefelder Wohnung im Souterrain an.

Meine Wohnung ist super. Die Lage klasse, der Preis okay, der Fußboden schön. Aber der Umstand, dass sie sich im Souterrain befindet und die daraus resultierende relative Dunkelheit lassen mich nach einer neuen Bleibe suchen. Online, klar. Und kurze Zeit später habe ich auch tatsächlich mehrere Besichtigungstermine. Ich mache mich auf den Weg und als ich das Treppenhaus betrete weiß ich zwei Dinge:

1. Diese Wohnung werde ich nicht nehmen.
2. Was im Internet kurz- bis mittelfristig passiert, wird sich noch viel schneller und tiefgreifender auf den Alltag auswirken, als ich bisher dachte.

Vom Datenkrakenfüttern

Was war geschehen? Seit vielen Jahren bin ich Forenbetreiber und seit ebendieser Zeit beobachte ich die Unbekümmertheit, mit der persönliche Informationen veröffentlicht werden. Nicht die Adresse oder das Geburtsdatum sind, ganze Lebensgeschichten und Schicksale.

Das ist zwar nichts Neues, aber durch einen Zufall blieb mir die Geschichte einer Nutzerin im Gedächtnis, die von ihrer Schwester erzählte. In epischer Breite legte Sie die Familiensituation dar und berichtete vom Partner der Familienjüngsten, dessen Nebenverdienst das Dealen sei.

Auch das sicherlich keine unvergessliche Geschichte, hätte die extrovertierte Familie nicht auch noch einen außergewöhnlichen Namen getragen. Und so stand ich nun im Hausflur dieses kleinen Mietshauses im Bielefelder Westen, schaute auf die Klischelschildreihe und kannte die Lebengeschichte und tiefen Geheimnisse der Menschen meiner potentiellen Nachbarwohnung.

Logische Schlussfolgerungen

Erst am Abend wurde mir bewusst, welche Tragweite diese Entdeckung hatte, die man sonst vielleicht als “kuriose Episode” abhake könnte:

1. Ich habe nie ein Mitglied dieser Familie je getroffen. Ich hatte nie direkten Kontakt. Ich habe keine Nachforschungen angestellt, keine besonderen cleveren Schlüsse gezogen. Ich lediglich auf ein paar Links geklickt und kombiniert.

2. Die Daten dieser (und unzähliger weiterer Persönlichkeitsprofile) sind längst da und sind sogar heute bereits techisch verküpft. Nochmal: Alle Daten und Informationen sind jetzt in diesem Moment bereits technisch vernüpft!

Blog- und Forenbeiträge erlinken auf E-Mail-/Internetadressen die einen Admin-C-Eintrag besitzen, welcher wiederum eine Postadresse enthält. Fotos enthalten werden Orten zugeordnet, werden getaggt und beschrieben. Die Googleergebnisse zu Nicknames geben Auskunft über Interessensbereiche von Personen. 100% öffentlich und frei verfügbar.

Es braucht jedoch noch einen Menschen, der diese Informationen zu einem Bild zusammenfügt. Ob ein Forenbeitrag eine Geschichte, eine Biographie oder der Bericht über eine Dritte Person ist, kann bisher keine Endnutzersoftware feststellen.

Wenn Maschinen kombinieren lernen

Bisher. Schon sind mit Personensuchmaschinen wie Spock erste Anbieter auf dem Markt, die jedoch noch daran kranken, dass sie massiv auf die Mithilfe ihrer 2.0 Community angewiesen sind. Doch bis zum Semantic Web und damit dem erkennen der Inhalte und dem logischen verknüpfen zwischen Informationen ist es nicht mehr weit. Und nun stelle man sich eine professionelle Aggregation dieser Daten vor.

Man denke zum Beispiel den Tag, an dem dir deine Versicherung kündigt, weil sie auf einer Art Google Maps entdeckt hat, dass du deine Wohnung mit jemandem teilst, der professioneller Drogenhändler ist.

Oder vielleicht wohnst in der tiefsten Provinz in Sachsen. Online bist du auf einschlägige linken Portalen gegen Rechtsradikalismus aktiv. Im Web 3.0 findest du in der “politischen Kartenansicht” in “Google Maps” über deiner Wohnung einen roten Punkt. Und offline statten dir die Nachbarn ohne roten Punkt einen Besuch ab.

Zu dystopisch und abwegig? Dann einen Schritt zurück: Eine Landkarte, auf der alle Eigentümer von Domains eingetragen sind. Gesetzlich zwar undenkbar, technisch aber ein alter Hut und kaum weniger unangenehm als obige Beispiele wenn ohne jeden Rechercheaufwand herauskommt, dass du mehr Domains hast, als Freunde, Familie und Arbeitgeber wissen. Und da sind wir auch schon wieder bei den Verifikationsmaschinen.

Die Wohnung habe ich dann wirklich nicht genommen.

Eine Dekade Internet II

12:53:29 Katja: guck mal fraukes und mein scrabblespiel an! ich bin drauf verlinkt, also einfach über meine seite
12:54:36 Dominik: welches social network?

Social Netzwerke. So recht einschlafen konnte ich gestern dann nicht, zu lange beschäftigte mich die Frage nach dem Sinn von Sozialen Netzwerken im Allgemeinen. Dabei ging es nicht um die Frage, ob das hundertste Web 2.0 Netzwerk für gehörlose und alleinerziehende Maori Sinn ergibt, sondern vielmehr, ob alle Portale dieser Art zusammen mehr sein können, als reine Kontaktdatenspeicher.

Kernproblem jedes Netzwerks und zudem völlig unnatürlich ist die gleiche Wertigkeit aller Kontakte. Für das System macht es keinen Unterschied, ob ich einen Geschäftspartner, meine Freundin oder einen mir persönlich unbekannten Blogleser zu meinen “Freunden” respektive “Businesskontakten” hinzufüge, Kontakt ist Kontakt. Und genau dieses kommunistische Freundschaftsdilemma macht Xing, StudiVZ und Co. völlig wertlos, wenn es um die qualitative Beurteilung einer Beziehung geht. Dazu kommt, dass jeder Nutzer auch noch persönliche Vorstellungen hat, wie solche Kontaktlisten zu führen sind, wer hinzugefügt wird und wer nicht.

Zur Realisierung einer funktionierenden “Kontaktqualitätsbeurteilung” kommen zwei Lösungsansätze in Betracht.

Der Händische.

In einer wie auch immer gearteten Funktion legen die Nutzer selbst die Qualität eines Kontaktes fest. Egal welchen intelligenten Mechanismus man vorsetzt, im Endeffekt wird jeder Kontakt bewertet: “Geschäftskollege: 2 Punkte, Stammkunde 5 Punkte, Geliebte: 8 Kunde”. Reziprok hoch gewertete Beziehungen werden dann in beliebiger Art und Weise gewichtiger dargestellt als nieder Bepunktete.

Aber schon das Beipiel zeigt, dass die manuelle Bewertung keine realistische Ausgabe liefern wird. Zu subjektiv sind die unterschiedlichen Eindrücke, Eigeninteressen bestimmen die Punktvergabe und wer nicht jedem neuen Freund die Höchspunktzahl gibt, würde nur all zu schnell ins virtuellsoziale Abseits geraten. Und ein Netzwerk,in dem sich alle gegenseitig hochbieten ist ad absurdum geführt, sprich: die händische Methodik ist Quatsch.

Die Automatisierte.

Für ein leider nie realisiertes Projekt gab es folgenden Plan: Das Hinzufügen zu Freunden auf die Kontaktliste sollte automatisiert geschehen. Ab einer gewissen Summe von Profilaufrufen, Gästebucheinträgen und privaten Nachrichten werden beide Nutzer gegenseitig als Kontakt gesetzt. Technisch absolut keine Herausforderung, schließlich kann alles mitgeloggt werden, rechtliche Aspekte mal ganz bei Seite gelassen. Der Vorteil scheint auf der Hand zu liegen: Das System ermittelt automatisiert und unbestechlich der Wert aller Kontakte und kann so eine realistische Gewichtung ausgeben. Doch auch das ist eine Sackgasse: Als geschlossenes System mag das vielleicht funktionieren. So bald aber auch nur eine Kontaktmöglichkeit hinzukommt und somit die Datenaufzeichnung umgangen wird, ist die Wertung unvollständig und schon bald völlig verzerrt. Auch dies somit Quatsch.

Telefon in die Hand nehmen, anrufen. Ist sowieso besser, als den ganzen Tag nur in Facebook rumzuhängen, jaja, wissen wir doch. Und überhaupt, wo ist der Gewinn, Beziehungen zu gewichten und vergleichbar zu machen, Privatsphäre ist Privatshäre. Nicht?

Noch. Zumindest meistens. Zu keinem Zeitpunkt der Geschichte wurden mehr Informationen publiziert und zu keinem Zeitpunkt waren unsere Leben besser dokumentiert. Chat im Instant Messanger, ‘ne neue Nachrichten im Social Network A und im Social Network B wurde soeben ein Bild von der Party gestern mit meinem Namen getaggt. Suchmaschine G kennt und speichert sämtliche Suchanfragen und die Toolbar zeichnet auf, welche Seiten ich besuche und wie oft. Schnell einen Anruf tätigen über IP-Telefonie und ein veröffentlichtes Dokumente online zu zweit bearbeiten. Einen Blogeintrag darüber verfassen und beim Freund kommentieren und auf die Fotos im Social Network B verweisen. Eine Mail über den Webmailprovider abrufen: Die Freundin hat den XNF-Status in ihrem Backlink von rel=”spouse met” auf rel=”met” geändert. Scheiße!

Man muss wahrlich kein Orwell sein, um sich auszumalen, was möglich wird, wenn Onlinedienste nach und nach Schnittstellen mit Profilgewichtungen der beschriebenen Art zur Verfügung stellen würden, der “Bundestrojaner” wird dann ganz schnell zum frommen Wunsch. User Generated Gläserner Mensch heißt das dann wohl. Schon bald in der öffentlichen Betaphase.

Und noch ein kleiner Nachtrag zum Zehnjährigen, Teil I: Internet in Augsburg bei Apfelschorle muss sogar noch früher gewesen sein, sagt meine Schwester Sibylle. Spätestens Mitte 1996, das Jahr drauf war sie dann schließlich schon weg.

Eine Dekade Internet

Ebay im Jahr 1999 (via archive.org)

Im bereits vor der Tür stehenden nächsten Jahr wird es eine Dekade, dass ich im Internet bin. Der allererste Kontakt mit dem Medium liegt sogar noch ein wenig länger zurück. Die Universität Augsburg, an der meine Schwester zu diesem Zeitpunkt studierte, hatte mindestens einen Computersaal mit frei zugänglichem Netzanschluss und auch so kuriose Dinge wie ein “InternetcafĂ©” gab es dort. Ein CafĂ©, in dem man vor Computern sitzt und per “surfen” in irgend ein “Netz” kann - 1997 für die meisten Menschen eine ziemlich kuriose Vorstellung. Und auch ich, mit einer Kindheit gänzlich ohne Unterhaltungselektronik fand das alles schon ziemlich aufregend. Ich habe eine große Apfelsaftschorle getrunken und wir haben das Intro den Vorspann von “Verbotene Liebe” als Video heruntergeladen und auf einer 3,5″-Diskette gespeichert. Weil es ging.

Auch den zweiten Kontakt mit dem Internet habe ich meiner Schwester zu verdanken: Sie wandert aus. Telefonieren ist bereits im Inland teuer, von Anrufen ins Ausland ganz zu schweigen und auch Billigvorwahlen sind noch Jahre entfernt. Gute Argumente für das Internet, meinte meine Schwester und ich natürlich auch. Stimmt, meinten meine Eltern und für 169 DM gibt es das Einsteigerpaket von der Telekom. Ein 28k-Modem an den Com-Port des 486er und schon läufts. Zumindest in meiner Erinnerung, in der Realität müssen mindestens eine Deckenbohrung und etliche Stunden Konfiguration dazwischengelegen haben. Doch irgendwann läuft es. Und weil mit dem Einwählen per Modem die Analogleitung belegt ist, war 1998 auch das erste von mehreren Jahren, in denen mein Elternhaus telefontechnisch von der Außenwelt abgeschnitten war.

Aus dem selben Jahr stammt auch meine erste Webseite. Ein Freund kannte sich schon ein wenig mit dem “Netscape Composer” aus, einem HTML-Editor eines Browsers, dessen Kindeskind heute Firefox ist. Ich habe einen animierten, rennenden Elch eingebaut und ein sich unendlich wiederholendes Puzzelbild im Hintergrund. Ich habe Comic Sans verwendet und “Dominik’s” geschrieben. Ja, so war ich.

Und trotzdem hatte ich beinahe allen um mich herum etwas voraus: Ich wusste, was das Internet ist. Sehr lange Zeit musste ich den meisten Menschen um mich herum erklären, was es überhaupt mit diesem Hobby auf sich hat und was man in diesem WWW so machen kann. Zum Beispiel sich bei eBay anmelden. Oder downloaden: eine gezippte .mp3 in einem halben Nachmittag war da ein gutes Ergebnis. Sofern man nicht vorher aus dem Netz geschmissen wurde. Oder wer anrufen wollte. Oder ein noch tolleres animiertes gif auftauchte.

Doch ich verheddere mich. Worauf ich eigentlich hinaus möchte ist nur folgendes: Mein Vater hat mit dem heutigen Tage mehr als doppelt (!) so viele Bewertungen bei eBay wie ich.

Die Zukunft, sie ist da.

Die eigene eMail-Kampagne wird schneller als Spam wahrgenommen als manchem Marketer lieb ist. Zum Teil liegt das auch an den Mail-Clients.

Schreibt das Marketing-Portal Ecin. Halt, wie war das? Spam liegt am… Client? Und Verbrechen an.. der Polizei? Kuriose Dialektik. Weiter heißt es:

Nicht überraschend kommt das Ergebnis der Umfrage von Dot Email unter US-Nutzern, die unerwünschte Werbebotschaften per Mail kurzerhand zu Spam erklären.

Denken wir uns mal ganz verrückt in den Kopf eines “US-Nutzers”. Nehmen wir an, wir erhalten eine unerwünschte Werbebotschaft. Könnte es da nicht sein, dass diese “zum Spam erklärt” wird, weil.. nun ja.. wie drückt man es am Besten aus… ES SICH VERDAMMTNOCHMAL UM SPAM HANDELT?

Bei diesem Thema erinnere ich mich an eine Geschichte, die ich unabhängig von der schockierenden ad hoc Meldung oben schon eine ganze Weile bloggen wollte. Beruflich habe ich für einige Zeit die Tochter eines Konzernriesen in Sachen E-Mailmarketing betreut. Neben langwieriger Beratung “Gerne können Sie Newsletter an Ihre Kunden schreiben, aber bitte nur, wenn Sie auch wirklich etwas zu sagen haben. Mit Marketingblabla schaden Sie sich nur selbst.” wurde ich auch mit dem Schreiben des Editorials bedacht. In regelmäßigen Abständen erhielt ich einen Anruf und sollte Tags darauf einen mitreisenen Text zum Einstieg des Konzernnewsletters geschrieben haben.

Nun muss man dazu sagen, dass das Produkt des Unternehmens ungefähr so spannend wie Briefmarken sammeln für Aussenstehende war, die Kommunikation mit den Mitarbeitern sich schwierig herausfordernd gestaltete und der Empfängerkreis der E-Mailaussendung so vital wie Knäckebrot. Aber der Name eben groß.

Ich schrieb also eines Tages wieder ein Editorial und versuchte, es für den Leser so interessant wie nur irgendwie möglich zu machen. Ich recherchierte die Vorteile des Produkts und entdeckte sogar eine kleine, interessante Neuerung, die für die Kunden des Unternehmens tatsächlich von Interesse ist und verband alles zu einem kurzen, schönen Text.

Tags darauf rief mich der Chef des Unternehmens an, der die Abnahme vornehmen wollte. “Herr Schwarz” sagte er, “Herr Schwarz, das.. also, es gefällt uns schon soweit ganz gut, Sie müssten es aber doch nochmal überarbeiten. Uns fehlt noch so ein bisschen der aktuelle Bezug. Sie sind doch so ein kreativer Mann, flechten Sie doch bitte noch ein aktuelles Ereignis mit in den Text ein, denken Sie sich irgendetwas aus. Beziehungsweise nein, wir haben da schon einen Wunsch. Schreiben Sie doch bitte irgendwas über den Klimawandel.”

Irgendwas über den Klimawandel. In einem Produktnewsletter mit einem Produkt a la Briefmarken.

Nicht überraschend kommt das Ergebnis der Umfrage von Dot Email unter US-Nutzern, die unerwünschte Werbebotschaften per Mail kurzerhand zu Spam erklären.

Übrigens: Editoriale schreibe ich schon lange nicht mehr. Die verantwortlichen Mitarbeiter im besagten Unternehmen haben jetzt alle andere, wichtige Positionen. Der Newsletter wurde eingestellt.

Ein Tipp für China-Interessierte: Der SWR strahlt derzeit einen Chinesischkurs für Anfänger in 80 70 Folgen aus, die sich natürlich auch als Podcast kostenlos herunterladen lassen. Der Sinologe Dr. Wolf Baus, Dr. Mu Gu von der Fremdsprachenuniversität Peking und Jürgen Hoeren von SWR2 sprechen vor, ich werde wohl ab morgen früh im Zug auf dem Weg zur Arbeit unverständliche Laute versuchen wiederzugeben.

Darauf aufmerksamgemacht hat mich übrigens meine Schwester, herzlichen Dank nach Trier!

The IT Crowd

theitcrowd.jpg

I did say that on my CV, yes. I have a lot of experience with the whole computer… thing. You know, e-mails, sending e-mails, receiving e-mails, deleting e-mails… I could go on.

Tief in dreckigen und dunklen Keller des Firmengebäudes von Denholm Industries (“Gentlemen, when I first started Denholm Industries, I had only two things in my possession. A dream, and six million pounds.“) befindet sich die IT-Abteilung. Roy, Moss und mehr oder weniger Richmond, allesamt liebevoll gezeichnete Charaktere Geeks, vertreiben sich dort die Zeit mit Videospielen, Wetten und dem gelegentlichen Abwimmeln von Supportanfragen (Hello, IT. Have you tried turning it off and on again?).

Falsche Angaben im Lebenslauf und ein völlig inkompetenter Chef führen dazu, dass sie mit Jen eine Vorgesetzte erhalten, die mindestens so wenig Ahnung von Computern hat, wie die um Hilfe bittenden Anrufer. Die Umstände zwingen zur friedlichen Koexistenz und bescheren dem Zuschauer die heiternsten Stunden seit dem frühen Stromberg. The IT Crowd, so der Titel der gar wunderbaren britischen Sitcom, ist weder eine weitere Adaption von “The Office”, noch ein reines Nerdprogramm. Es ist keineswegs notwendig, sich selbst als Geek zu bezeichnen, um an der IT Crowd Gefallen zu finden, es geht nur noch ein wenig einfacher.

Und um das Glück perfekt zu machen, stellt Channel-4 jede der insgesamt 12 Folgen - die zweite Staffel wurde soeben beendet - direkt ins Netz und so finden sich alle Folgen auf den einschlägigen Videoportalen. Ansehen, dringende Empfehlung des Hauses!

Wikipediaartikel mit Downloadlinks
Blogeintrag mit Links zu allen Folgen der ersten Staffel
Blog des Drehbuchautors Graham Linehan

Blöde Blocker blocken

Ein kurzer Exkurs: Wenn ich unterwegs bin, gehe ich regelmäßig in Bahnhofsbuchhandlungen. Fast nie möchte ich etwas bestimmtes und in der Regel geht es mir wie den meisten anderen Menschen im Laden hauptsächlich darum, Wartezeit zu überbrücken. Ich blättere dann durch die Design- und Architekturzeitschriften, schau, was die Titanic schreibt und suche aus Nostalgie nach Zeitschriften, die ich früher einmal gelesen habe. In circa fünfzig Prozent der Fälle kaufe ich dann tatsächlich eine Zeitschrift.

Es sei denn: Nach zwei Minuten kommt der Inhaber an und macht mich darauf aufmerksam, dass hier gekauft und nicht gelesen wird. Dann verlasse ich den Laden ohne Geld auszugeben. Bahnhofsbuchhandlungen leben von den stöbernden Kunden und die meisten wissen das auch. Der Großteil des Umsatzes kommt von eben jenen Reisenden, die aus Langeweile den Laden betreten, nur ein kleiner Teil steuert für Fachzeitschriften gezielt den Kiosk am Bahnhof an.

Selbstverständlich verursachen auch Nicht-Käufer Kosten: Sie verursachen Dreck, bringen Zeitschriften durcheinander, die absoluten Diebstähle steigen und SPersonal wird in Anspruch genommen. Wäre es aber ökonomisch sinnvoll, alle Zeitschriften hinter Glas zu packen und sie nur den tatsächlichen Käufer auszuhändigen? Natürlich nicht, die Mischkalkulation wäre hinfällig. Exkurs Ende.

Kurioserweise wird aber genau dies im Netz versucht. Über 550 diggs erreicht die Webseite whyfirefoxisblocked.com, die von mindestens einem us-amerikanischen Weblog als automatische Weiterleitung für Firefox-Nutzer genutzt wird. Die Begründung: für Firefox gibt es ein Plugin, welches Werbung auf Webseiten blockt. Da serverseitig nicht festgestellt werden kann, ob ein User dieses Plugin installiert hat, werden einfach prinzipiell alle FF-Nutzer ausgeschlossen, komplett.

Numerous web sites exist in order to provide quality content in exchange for displaying ads. Accessing the content while blocking the ads, therefore would be no less than stealing. Millions [sic] of hard working people are being robbed of their time and effort by this type of software.

So steht es auf whyfirefoxisblocked.com. Als Diebstahl und einen Satz später sogar als Raub wird der Zugriff mit einem Adblocker bezeichnet. Harter Tobak aber da nur Werk eines Einzelnen Verwirrtens und somit eigentlich keine Beschäftigung damit wert. Wenn, ja wenn nicht in der XING-Gruppe Internet Marketing nun tatsächlich ernsthaft darüber diskutiert würde. Grund genug, sich etwas näher damit zu beschäftigen:

  • Wie hoch ist der Anteil der FF-Nutzer mit Adblocker? Zahlen dazu gibt es nicht, aber es dürfte eine verschwindent geringe Anzahl sein. Der Anteil der Firefoxnutzer am Browsermarkt jedoch ist mittlerweile beachtlich. Ökonomisch ist es Wahnsinn, alle Firefoxnutzer auszuschließen.
  • Das Internet ist nicht nur für den Desktoprechner. Leser über mobile Clients, RSS-Abonnenten, Hochkontrasversionen und Braillereader müssten auch ausgeschlossen werden. Sie produzieren schließlich auch keine AdSense-Klicks.
  • Wer glaubt, mit dem Ausschluss von Adblockern seinen Umsatz zu erhöhen, geht bereits von der falschen Annahme aus, dass Anzeigenklicker und Adblocker-Nutzer “Substitutions-Nutzer” sind. Wer jedoch Plugins aktiv sucht und einbindet ist kein Nutzer, der auf Popups, Banner mit Fakebuttons oder AdSense klickt. Adblocker wissen um Werbemechanismen und blenden Sie gerade deshalb aus.
  • Ein Webseitenbesitzer hat das Recht zu bestimmen, in welcher Form seine Seite aufgerufen wird? Das wage ich stark zu bezweifeln! Völlig abgesehen von den ideologischen Einwänden die so wichtig sind, dass man nur schreien möchte, ist dies auch rechtlich alles andere als eindeutig. Gerade die bereits angesprochenen mobilen Endgeräte, Zugänge über Proxis oder schon schlicht jeder Suchmaschinenrobot ruft die Seite anders auf, als der Webseitenbetreiber sie sieht. Nach dieser Argumentation müsste sogar der Zugriff mit 800×600 Pixeln Bildschirmauflösung verboten sein - schließlich sieht der Nutzer dann den Skyscraper-Banner am Bildrand nicht mehr.

Eigentlich genug Gründe, um über die Ganze Kuriosität einfach überhaupt erst nicht mehr nachzudenken. Da ist es beruhigend, dass man Seiten, die solche Technologien einsetzen sowieso nicht besuchen möchte.

(Inhaltlich tut es nichts zur Sache, der Vollständigkeit halber aber: Beim besagten amerikanischen Blogger handelt es sich um den rechtskonservativen “bibeltreuen” Danny Carlton, bei der Werbung um eine Mischung aus AdSense und Amazon-Affiliate-Links zu Laura Schlessingers Ergüsse und Ähnliches.)

Nachtrag: Klar, auch für den Internet Explorer gibt es Adblocker.

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