"But I... I... I think you're the fucking Antichrist."
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Screenshot google.de 22.09.08 - 17:00
LULZ! Noch ein kleiner Nachtrag zum Thema Relaunch der Internet World Business: Die Jungs von knochwerke haben ihre 1337en h@xx0r 5k!112 ausgepackt und direkt “Ownz You System!“…. in Google… reingehackt!
…und dabei irgendwie vergessen die URL der Entwicklungsumgebung nach dem Launch anständig weiterzuleiten. Jetzt wird fleissig Duplicated Content generiert und überhaupt, was soll man denn da noch sagen? Die im letzten Artikel beschriebene 404-Seite gibt es nicht mehr, die sinnlosen Fehlermeldungen wurden einfach durch – nichts ersetzt. Statt Nutzerführung gibts eine weiße Seite. Achje…

Relaunch der Internet World Business
“Oh, diese zeternden, nichtsnutzigen Blogger. Da steckt man so viel Arbeit in ein Projekt und dann ist es keine 15 Minuten online und schon wirds zerissen.” So oder so ähnlich mag so mancher denken. Darum halte ich mich was den Relaunch des Branchenkompetenzkompetenzmagazins “Internet World Business” angeht vornehm zurück. Nennen wir es eine würdige Umgebung für all die “News”.
Vielmehr gehts um Folgendes: Bisher waren sämtliche Artikel der “IWB” über URL nach folgendem Schema erreichbar:
http://www.internetworld.de/home/news-single/article/lycos-guter-draht-zur-internetwache.html
Mit dem Relaunch hat sich das geändert, der gleiche Artikel hat nun dir URL:
http://www.internetworld.de/Nachrichten/News/Lycos-Guter-Draht-zur-Internetwache
Wer nun einen alten Link anklicken möchte, landet auf einer Fehlerseite. Zugegeben, ein automatisches Umschreiben und Weiterleiten sämtlicher URL ist bei einer Webseite dieser Größe unter Umständen nicht ganz simpel, erst Recht, wenn die alte Version unsauber geplant und uneinheitlich strukturiert ist. Ob das bei der “IWB” der Fall war, ist mir nicht bekannt. Es kann also Gründe dafür geben, dass alte Artikel-URL nicht weitergeleitet werden.
Keinen Grund, aber wirklich keinen Grund kann es aber für folgende Fehlerseite geben, die beim Klick auf einen alten Link aufgerufen wird:
Modul nicht gefunden
Das angeforderte Modul home konnte nicht gefunden werden.
Mögliche Gründe dafür sind:
* Der Modulname ist falsch geschrieben, versuchen Sie ihn zu ändern.
* Das Modul existiert nicht auf dieser Seite.
* Diese Seite benutzt in der URL “siteaccess matching”, Sie haben aber keine übermittelt. Versuchen Sie einen “siteaccess name” vor dem Modul in der URL anzugeben.
Bitte WAS? Ich habe keinen “siteaccess name” in der URL angegeben? Ich habe das Modul falsch geschrieben? Aber… ich habe doch nur auf einen Link geklickt? Und was bedeutet denn kernel (20) im Seitentitel? Auf meinem PC kommt auch immer was mit Kernel, und zwar immer dann, wenn alles so richtig kaputt ist! AAAH!
Wenn eine Privatperson einen relaunch versemmelt – kein Problem. Wenn ein Unternehme sich vor einem Relaunch zu wenig darüber Gedanken macht, was nach dem Switch passiert – hmmm. Aber wenn eine Fachzeitschrift, die sich Berichte über Usabillity und Nutzererfahrungen auf die Fahne geschrieben hat und beinahe täglich über SEO berichtet, wenn diese Fachzeitschrift also eine 404-Fehlerseite hat, auf der steht, ich müsse als Anwender einen siteaccess name angeben, dann…
…dann halte ich mich einfach gleich nochmal vornehm zurück. Weiter gehts mit “News”.
Mal eine Frage: Seit geraumer Zeit indexiert Google nun Webseiten, die hinter Formularen liegen. Bis dies Standards sein wird, dauert es nicht mehr lang. Wie aber setze ich für einzelne Links den Attributswert “noindex“?
Oder ganz konkret: Nehmen wir an, ich habe eine Datenbank mit den Feldern “Name”, “Wohnort” und “Hobby”, deren 20 Datensätze auf der Seite index.html ausgegeben werden.
Ebenfalls auf der Seite index.html gibt es die Möglichkeit, die Datenbank gefiltert auszugeben: Über ein Formular kann ich beispielsweise auswählen “Nur 5 Datenbankeinträge anzeigen”. In diesem Fall wird wieder die index.html angezeigt, diesmal nur mit 5 Einträgen.
Bisher nicht weiter problematisch, doch seit Google auch “forms” mit einbezieht, landen Filterergebnis-URL im Suchindex. Nun kann ich natürlich per robots.txt einzelne Seiten ausschließen, das möchte ich aber nicht – die index.html soll schließlich weiterhin im Index sein. Direkt in der Datei noindex anzugeben funktioniert aus dem selben Grund nicht. Und Einzelne Links direkt im Formular auf noindex zu setzen geht schlichtweg nicht.
Was tun? Habe ich etwas übersehen? Wie kann ich das Problem lösen? Noch bin ich ratlos.
Heute auf boingboing, gestern schon von mir getragen: Die grandiosen T-Shirts von wearscience.com und amorphia-apparel.com. Die sind aber auch gleich so schön, dass ich gerne auch noch einmal darauf verweisen möchte.
Die Freude wäre noch ungetrübter, wenn für die 10 T-Shirts aus Pennsylvania nicht 70,45 Euro Zollgebühren angefallen wären. Dieser Umstand ist insbesondere deshalb ärgerlich, steckt doch hinter dem feschen US-Shop der amerikanische Ableger von Speadshirt – made in Leipzig. Würden es nicht die betriebswirtschaftlichen Strukturen verhindern, es wäre ökonomischer, ökologischer und kundenfreundlicher, die Produktion im Land des Bestellers abzuwickeln. Eine Aufgabe für die Zukunft, nicht nur für die Leipziger.
Schon kurios, diese ganze Rennmausgeschichte. Seit vielen Jahren habe ich nun die weltweit größte Community ihrer Art und noch immer kann ich manchen Bekannten damit überraschen.
Seit mindestens eineinhalb Jahren nehme ich mir vor, rennmaus.de hier vorzustellen. Seit mindestens 6 Monaten ist auch der Text dafür fertig. Seit mindestens einer Woche suche ich selbigen Text und er ist spurlos verschwunden. Und seit gerade eben ist die geplante Seite endlich fertig – mit neuem Text. Und hier ist es, Dominiks rennmaus.de
funktioniert nicht. Funktioniert nicht. Funktioniert nicht. Funktioniert nicht. Funktioniert nicht. Funktioniert nicht. Funktioniert nicht. Funktioniert nicht. Funktioniert nicht. Funktioniert nicht. Funktioniert nicht. Funktioniert nicht. Funktioniert nicht. Funktioniert nicht. Funktioniert nicht. Funktioniert nicht. Funktioniert nicht. Funktioniert nicht. Funktioniert nicht.
Wobei, “Content” vielleicht schon. Siehe den derzeitigen Platz 1 und die dazugehörenden usergenerierten Kommentare des Ehre und Karriere “Ehre und Karriere”-Wettbewerbs. Nochmal: Das ist der Platz 1 nach Uservoting.
Content, okay. Aber Qualität?
oder: Der Tod der Suchmaschinen, der “SEO” und allem anderen.
(Weiter gehts mit dem Thema Umwälzungen. Die Vorgeschichte dazu findet sich hier, hierund hier.)
Erstens: Suchmaschinen sind eine aussterbende Spezies. Zweitens: Alles Gefasel von der “Relevanz”, ich kann es nicht mehr hören. Je mehr ich mich mit dem Prinzip des Hypertexts befasse, desto klarer wird wir, wie unübersehbar fehlerhaft das System als solches ist.
Tatsächlich sind die Suchergebnisse einer jeden Suchmaschinen alles andere als “relevant”.
a) Suchmaschinenergebnisse sind eine künstlich getroffenen Vorauswahl
Welche digitale Inhalte erfasst werden können, bestimmen technologische Voraussetzungen. Text auf Bildern, gesprochene Texte, Technologien wie Flash oder schlicht die Kapazitätsgrenze des Suchindex einer Suchmaschine filtern Inhalte vor und schließen weite Teile schlichtweg aus.
b) Suchmaschinenergebnisse sind Manipulation
“SEO”, die so genannte Suchmaschinenoptimierung, ist – jede philosophische/ethische Diskussion darüber ausklammernd – in vielen Fällen ein euphemistisches Schlagwort für die Manipulation der Ursprungsinformation. Fast alle Maßnahmen, die über eine semantisch korrekte Codedarstellung hinausgehen, verändern die Mutterinformation. Mal mehr, mal weniger:
Überschriften, Seitentitel werden Wortenau angepasst, “Keyworddichten” gemessen und verändert und der “Backlinkhandel” blühte, bis Google einen Riegel vorschob.
Das soeben verlorene Korsett der Zeilenlänge und Druckerschwärze, welchem der Text vor so kurzem erst entrann; in Zeiten der Suchmaschinenoptimierung, wie sie heute betrieben wird, bekommt er es wieder angelegt. Wer ob der harten Worte Zweifel an dieser Aussage hegt, der möge einmal versuchen, wahrhaftig informative und aussagekräftige Inhalte ohne unmittelbare (!) kommerzielle Hintergründe zu den Themen “Private Krankenkasse”" oder Kredite zu finden. Wikipedia zählt nicht.
c) Suchmaschnenergebnisse sind digitale Ergebnisse
Ohne Zweifel, digital ist die Zukunft. Beinahe jede (!) schriftliche- oder bildliche Information, die sekündlich in den Industriestaaten im Jahr 2008 erstellt wird, ist digital. Aber Informationen, die zehn Jahre alt sind? Zwanzig? fünfzig? Mündliches Wissen? Und vor allem: afrikanisches Wissen? Chinesisches? Der bereits vorliegende Datenbestand mag unvorstellbar gigantisch sein, ist aber verschwindet gering gegen das Wissen der Welt, was analog vorliegt.
Und damit sind wir beim ersten Kernproblem: Das Wissen der Welt liegt in Größenordnungen, die für einen Menschen nicht fassbar sind. Lediglich in einem erschreckend geringen Zahlenraum “begreifen” wir Zahlen tatsächlich. 10 Millionen oder 100 Millionen jedoch, wer vermag schon zu sagen wie viel das tatsächlich ist. Viel. Haben uns die Medien gesagt.
Ergo: Technologische Probleme werden immer gelöst, früher oder später. Bücher werden bereits jetzt in großem Stil digitalisiert und Texterkennungsmechanismen sind auf dem besten Weg, ausgereift zu sein. Und das Internet erreicht früher oder später jeden Kontinent, schon jetzt sind mehr Chinesen online als Amerikaner und bis sie frei schreiben dürfen ist eine Frage der Zeit. Wir können also davon ausgehen, dass die Punkte a) und c) gelöst werden.
Bleibt das Problem Mensch: Je größer der Wissensbestand in den Suchmaschinen, desto gezielter und genauer müssen die Suchergebnisse werden. “Seite 1 von 3 Milliarden” – nicht nur vorstellbar sondern eine reine Frage der Zeit unter den Voraussetzungen des Status Quo. Und wo immer eine große Anzahl an Bewerbern zusammenkommt, desto härter wird der Wettbewerb. Hochkonjunktur für Suchmaschinenoptimierer.
Und so sind wir wieder bei den Verifikationsmaschinen, das Zentrum jeder Überlegung, egal aus welcher Richtung sie kommt. Die Verifikationsmaschine, die auf rein technologischer Basis Inhalte prüft, und auf das Stichwort prüft, was derzeit verstümmelt und entstellt als “Relevanz” daherkommt: Qualität.
Reden wir über das Internet. Es werden Umwältungen stattfinden, es handelte in diesem Blog bereits davon. Und es fängt mit meiner Bielefelder Wohnung im Souterrain an.
Meine Wohnung ist super. Die Lage klasse, der Preis okay, der Fußboden schön. Aber der Umstand, dass sie sich im Souterrain befindet und die daraus resultierende relative Dunkelheit lassen mich nach einer neuen Bleibe suchen. Online, klar. Und kurze Zeit später habe ich auch tatsächlich mehrere Besichtigungstermine. Ich mache mich auf den Weg und als ich das Treppenhaus betrete weiß ich zwei Dinge:
1. Diese Wohnung werde ich nicht nehmen.
2. Was im Internet kurz- bis mittelfristig passiert, wird sich noch viel schneller und tiefgreifender auf den Alltag auswirken, als ich bisher dachte.
Vom Datenkrakenfüttern
Was war geschehen? Seit vielen Jahren bin ich Forenbetreiber und seit ebendieser Zeit beobachte ich die Unbekümmertheit, mit der persönliche Informationen veröffentlicht werden. Nicht die Adresse oder das Geburtsdatum sind, ganze Lebensgeschichten und Schicksale.
Das ist zwar nichts Neues, aber durch einen Zufall blieb mir die Geschichte einer Nutzerin im Gedächtnis, die von ihrer Schwester erzählte. In epischer Breite legte Sie die Familiensituation dar und berichtete vom Partner der Familienjüngsten, dessen Nebenverdienst das Dealen sei.
Auch das sicherlich keine unvergessliche Geschichte, hätte die extrovertierte Familie nicht auch noch einen außergewöhnlichen Namen getragen. Und so stand ich nun im Hausflur dieses kleinen Mietshauses im Bielefelder Westen, schaute auf die Klischelschildreihe und kannte die Lebengeschichte und tiefen Geheimnisse der Menschen meiner potentiellen Nachbarwohnung.
Logische Schlussfolgerungen
Erst am Abend wurde mir bewusst, welche Tragweite diese Entdeckung hatte, die man sonst vielleicht als “kuriose Episode” abhake könnte:
1. Ich habe nie ein Mitglied dieser Familie je getroffen. Ich hatte nie direkten Kontakt. Ich habe keine Nachforschungen angestellt, keine besonderen cleveren Schlüsse gezogen. Ich lediglich auf ein paar Links geklickt und kombiniert.
2. Die Daten dieser (und unzähliger weiterer Persönlichkeitsprofile) sind längst da und sind sogar heute bereits techisch verküpft. Nochmal: Alle Daten und Informationen sind jetzt in diesem Moment bereits technisch vernüpft!
Blog- und Forenbeiträge erlinken auf E-Mail-/Internetadressen die einen Admin-C-Eintrag besitzen, welcher wiederum eine Postadresse enthält. Fotos enthalten werden Orten zugeordnet, werden getaggt und beschrieben. Die Googleergebnisse zu Nicknames geben Auskunft über Interessensbereiche von Personen. 100% öffentlich und frei verfügbar.
Es braucht jedoch noch einen Menschen, der diese Informationen zu einem Bild zusammenfügt. Ob ein Forenbeitrag eine Geschichte, eine Biographie oder der Bericht über eine Dritte Person ist, kann bisher keine Endnutzersoftware feststellen.
Wenn Maschinen kombinieren lernen
Bisher. Schon sind mit Personensuchmaschinen wie Spock erste Anbieter auf dem Markt, die jedoch noch daran kranken, dass sie massiv auf die Mithilfe ihrer 2.0 Community angewiesen sind. Doch bis zum Semantic Web und damit dem erkennen der Inhalte und dem logischen verknüpfen zwischen Informationen ist es nicht mehr weit. Und nun stelle man sich eine professionelle Aggregation dieser Daten vor.
Man denke zum Beispiel den Tag, an dem dir deine Versicherung kündigt, weil sie auf einer Art Google Maps entdeckt hat, dass du deine Wohnung mit jemandem teilst, der professioneller Drogenhändler ist.
Oder vielleicht wohnst in der tiefsten Provinz in Sachsen. Online bist du auf einschlägige linken Portalen gegen Rechtsradikalismus aktiv. Im Web 3.0 findest du in der “politischen Kartenansicht” in “Google Maps” über deiner Wohnung einen roten Punkt. Und offline statten dir die Nachbarn ohne roten Punkt einen Besuch ab.
Zu dystopisch und abwegig? Dann einen Schritt zurück: Eine Landkarte, auf der alle Eigentümer von Domains eingetragen sind. Gesetzlich zwar undenkbar, technisch aber ein alter Hut und kaum weniger unangenehm als obige Beispiele wenn ohne jeden Rechercheaufwand herauskommt, dass du mehr Domains hast, als Freunde, Familie und Arbeitgeber wissen. Und da sind wir auch schon wieder bei den Verifikationsmaschinen.
Die Wohnung habe ich dann wirklich nicht genommen.
12:53:29 Katja: guck mal fraukes und mein scrabblespiel an! ich bin drauf verlinkt, also einfach über meine seite
12:54:36 Dominik: welches social network?
Social Netzwerke. So recht einschlafen konnte ich gestern dann nicht, zu lange beschäftigte mich die Frage nach dem Sinn von Sozialen Netzwerken im Allgemeinen. Dabei ging es nicht um die Frage, ob das hundertste Web 2.0 Netzwerk für gehörlose und alleinerziehende Maori Sinn ergibt, sondern vielmehr, ob alle Portale dieser Art zusammen mehr sein können, als reine Kontaktdatenspeicher.
Kernproblem jedes Netzwerks und zudem völlig unnatürlich ist die gleiche Wertigkeit aller Kontakte. Für das System macht es keinen Unterschied, ob ich einen Geschäftspartner, meine Freundin oder einen mir persönlich unbekannten Blogleser zu meinen “Freunden” respektive “Businesskontakten” hinzufüge, Kontakt ist Kontakt. Und genau dieses kommunistische Freundschaftsdilemma macht Xing, StudiVZ und Co. völlig wertlos, wenn es um die qualitative Beurteilung einer Beziehung geht. Dazu kommt, dass jeder Nutzer auch noch persönliche Vorstellungen hat, wie solche Kontaktlisten zu führen sind, wer hinzugefügt wird und wer nicht.
Zur Realisierung einer funktionierenden “Kontaktqualitätsbeurteilung” kommen zwei Lösungsansätze in Betracht.
Der Händische.
In einer wie auch immer gearteten Funktion legen die Nutzer selbst die Qualität eines Kontaktes fest. Egal welchen intelligenten Mechanismus man vorsetzt, im Endeffekt wird jeder Kontakt bewertet: “Geschäftskollege: 2 Punkte, Stammkunde 5 Punkte, Geliebte: 8 Kunde”. Reziprok hoch gewertete Beziehungen werden dann in beliebiger Art und Weise gewichtiger dargestellt als nieder Bepunktete.
Aber schon das Beipiel zeigt, dass die manuelle Bewertung keine realistische Ausgabe liefern wird. Zu subjektiv sind die unterschiedlichen Eindrücke, Eigeninteressen bestimmen die Punktvergabe und wer nicht jedem neuen Freund die Höchspunktzahl gibt, würde nur all zu schnell ins virtuellsoziale Abseits geraten. Und ein Netzwerk,in dem sich alle gegenseitig hochbieten ist ad absurdum geführt, sprich: die händische Methodik ist Quatsch.
Die Automatisierte.
Für ein leider nie realisiertes Projekt gab es folgenden Plan: Das Hinzufügen zu Freunden auf die Kontaktliste sollte automatisiert geschehen. Ab einer gewissen Summe von Profilaufrufen, Gästebucheinträgen und privaten Nachrichten werden beide Nutzer gegenseitig als Kontakt gesetzt. Technisch absolut keine Herausforderung, schließlich kann alles mitgeloggt werden, rechtliche Aspekte mal ganz bei Seite gelassen. Der Vorteil scheint auf der Hand zu liegen: Das System ermittelt automatisiert und unbestechlich der Wert aller Kontakte und kann so eine realistische Gewichtung ausgeben. Doch auch das ist eine Sackgasse: Als geschlossenes System mag das vielleicht funktionieren. So bald aber auch nur eine Kontaktmöglichkeit hinzukommt und somit die Datenaufzeichnung umgangen wird, ist die Wertung unvollständig und schon bald völlig verzerrt. Auch dies somit Quatsch.
Telefon in die Hand nehmen, anrufen. Ist sowieso besser, als den ganzen Tag nur in Facebook rumzuhängen, jaja, wissen wir doch. Und überhaupt, wo ist der Gewinn, Beziehungen zu gewichten und vergleichbar zu machen, Privatsphäre ist Privatshäre. Nicht?
Noch. Zumindest meistens. Zu keinem Zeitpunkt der Geschichte wurden mehr Informationen publiziert und zu keinem Zeitpunkt waren unsere Leben besser dokumentiert. Chat im Instant Messanger, ‘ne neue Nachrichten im Social Network A und im Social Network B wurde soeben ein Bild von der Party gestern mit meinem Namen getaggt. Suchmaschine G kennt und speichert sämtliche Suchanfragen und die Toolbar zeichnet auf, welche Seiten ich besuche und wie oft. Schnell einen Anruf tätigen über IP-Telefonie und ein veröffentlichtes Dokumente online zu zweit bearbeiten. Einen Blogeintrag darüber verfassen und beim Freund kommentieren und auf die Fotos im Social Network B verweisen. Eine Mail über den Webmailprovider abrufen: Die Freundin hat den XNF-Status in ihrem Backlink von rel=”spouse met” auf rel=”met” geändert. Scheiße!
Man muss wahrlich kein Orwell sein, um sich auszumalen, was möglich wird, wenn Onlinedienste nach und nach Schnittstellen mit Profilgewichtungen der beschriebenen Art zur Verfügung stellen würden, der “Bundestrojaner” wird dann ganz schnell zum frommen Wunsch. User Generated Gläserner Mensch heißt das dann wohl. Schon bald in der öffentlichen Betaphase.
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Und noch ein kleiner Nachtrag zum Zehnjährigen, Teil I: Internet in Augsburg bei Apfelschorle muss sogar noch früher gewesen sein, sagt meine Schwester Sibylle. Spätestens Mitte 1996, das Jahr drauf war sie dann schließlich schon weg.

Im bereits vor der Tür stehenden nächsten Jahr wird es eine Dekade, dass ich im Internet bin. Der allererste Kontakt mit dem Medium liegt sogar noch ein wenig länger zurück. Die Universität Augsburg, an der meine Schwester zu diesem Zeitpunkt studierte, hatte mindestens einen Computersaal mit frei zugänglichem Netzanschluss und auch so kuriose Dinge wie ein “Internetcafé” gab es dort. Ein Café, in dem man vor Computern sitzt und per “surfen” in irgend ein “Netz” kann – 1997 für die meisten Menschen eine ziemlich kuriose Vorstellung. Und auch ich, mit einer Kindheit gänzlich ohne Unterhaltungselektronik fand das alles schon ziemlich aufregend. Ich habe eine große Apfelsaftschorle getrunken und wir haben das Intro den Vorspann von “Verbotene Liebe” als Video heruntergeladen und auf einer 3,5″-Diskette gespeichert. Weil es ging.
Auch den zweiten Kontakt mit dem Internet habe ich meiner Schwester zu verdanken: Sie wandert aus. Telefonieren ist bereits im Inland teuer, von Anrufen ins Ausland ganz zu schweigen und auch Billigvorwahlen sind noch Jahre entfernt. Gute Argumente für das Internet, meinte meine Schwester und ich natürlich auch. Stimmt, meinten meine Eltern und für 169 DM gibt es das Einsteigerpaket von der Telekom. Ein 28k-Modem an den Com-Port des 486er und schon läufts. Zumindest in meiner Erinnerung, in der Realität müssen mindestens eine Deckenbohrung und etliche Stunden Konfiguration dazwischengelegen haben. Doch irgendwann läuft es. Und weil mit dem Einwählen per Modem die Analogleitung belegt ist, war 1998 auch das erste von mehreren Jahren, in denen mein Elternhaus telefontechnisch von der Außenwelt abgeschnitten war.
Aus dem selben Jahr stammt auch meine erste Webseite. Ein Freund kannte sich schon ein wenig mit dem “Netscape Composer” aus, einem HTML-Editor eines Browsers, dessen Kindeskind heute Firefox ist. Ich habe einen animierten, rennenden Elch eingebaut und ein sich unendlich wiederholendes Puzzelbild im Hintergrund. Ich habe Comic Sans verwendet und “Dominik’s” geschrieben. Ja, so war ich.
Und trotzdem hatte ich beinahe allen um mich herum etwas voraus: Ich wusste, was das Internet ist. Sehr lange Zeit musste ich den meisten Menschen um mich herum erklären, was es überhaupt mit diesem Hobby auf sich hat und was man in diesem WWW so machen kann. Zum Beispiel sich bei eBay anmelden. Oder downloaden: eine gezippte .mp3 in einem halben Nachmittag war da ein gutes Ergebnis. Sofern man nicht vorher aus dem Netz geschmissen wurde. Oder wer anrufen wollte. Oder ein noch tolleres animiertes gif auftauchte.
Doch ich verheddere mich. Worauf ich eigentlich hinaus möchte ist nur folgendes: Mein Vater hat mit dem heutigen Tage mehr als doppelt (!) so viele Bewertungen bei eBay wie ich.
Die Zukunft, sie ist da.