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	<title>Memo - Dominik Schwarz &#187; Politik</title>
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	<description>Gedanken und Notizen</description>
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		<title>Horst K&#246;hlers Antwort auf meinen Brief</title>
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		<pubDate>Wed, 15 Jul 2009 20:25:25 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Dominik Schwarz</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Am 19. Juni habe ich an unseren Bundespr&#228;sidenten Horst K&#246;hler geschrieben. Inhalt meines Briefs waren meine massiven Bedenken hinsichtlich des &#8220;Gesetz zur Erschwerung des Zugangs zu kinderpornographischen Inhalten in Kommunikationsnetzen&#8221;. Heute habe ich die Antwort aus Bundespr&#228;sidialamt erhalten. Da es sich um keinen pers&#246;nlichen Brief handelt, erlaube ich mir, das Antwortschreiben im Volltext hier zu [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<div style="font-size:11px; color:#999999; margin-left:-10px;"><div id="attachment_449" class="wp-caption aligncenter" style="width: 610px"><img src="http://www.dominik-schwarz.net/memo/wp-content/uploads/2009/07/brief-horst-koehler.jpg" alt="Die Antwort auf meinen Brief an Horst K&#246;hler." title="Die Antwort auf meinen Brief an Horst K&#246;hler." width="600" height="300" class="size-full wp-image-449" /><p class="wp-caption-text">Die Antwort auf meinen Brief an Horst K&#246;hler.</p></div></div>
<p>Am 19. Juni habe ich <a href="http://www.dominik-schwarz.net/memo/2009/netzsperren-brief-an-horst-koehler/" class="liinternal">an unseren Bundespr&#228;sidenten Horst K&#246;hler geschrieben</a>. Inhalt meines Briefs waren meine massiven Bedenken hinsichtlich des &#8220;Gesetz zur Erschwerung des Zugangs zu kinderpornographischen Inhalten in Kommunikationsnetzen&#8221;. </p>
<p>Heute habe ich die Antwort aus Bundespr&#228;sidialamt erhalten. Da es sich um keinen pers&#246;nlichen Brief handelt, erlaube ich mir, das Antwortschreiben im Volltext hier zu zitieren:</p>
<blockquote><p>Sehr geehrter Herr Schwarz,</p>
<p>Bundespr&#228;sident K&#246;hler hat mich gebeten, f&#252;r Ihren Brief vom 19. Juni 2009 zu danken, mit dem Sie Bedenken gegen das Gesetz zur Bek&#228;mpfung der Kinderpornographie in Kommunikationsnetzen erheben.</p>
<p>Der Bundespr&#228;sident hat keine M&#246;glichkeit, auf die inhaltliche Gestaltung eines Gesetzes w&#228;hrend des Gesetzgebungsverfahrens Einfluss zu nehmen. Er bittet Sie daher um Verst&#228;ndnis, dass er sich zu dem Inhalt des von parlamentarischen Gremien zu beratenden Gesetzes nicht &#228;u&#223;ern m&#246;chte. Er wird die Frage der Verfassungsm&#228;&#223;igkeit des Gesetzes pr&#252;fen, sobald ihm nach Abschluss des Gesetzgebungsverfahrens ein entsprechendes Gesetz zur Ausfertigung vorgelegt wird. Ihre Ausf&#252;hrungen wird er ber&#252;cksichtigen, soweit sie verfassungsrechtlich von Belang sind.</p>
<p>Mit freundlichen Gr&#252;&#223;en<br />
Im Auftrag</p></blockquote>
<p>Was ist also von dieser Antwort zu halten? Nun, zun&#228;chst muss klar sein, was die Erwartungen an einen solchen Brief sind. Dass ein (pers&#246;nlicher) Dialog als Reaktion fast v&#246;llig auszuschlie&#223;en ist, muss jedem, der an den Bundespr&#228;sidenten (oder einen Amtsinhaber &#228;hnlicher Gr&#246;&#223;enordnung) schreibt, klar sein. Und das war auch niemals Intention, selbst wenn ich mich sehr gerne mit Herrn Bundespr&#228;sident K&#246;hler &#252;ber dieses Thema unterhalten w&#252;rde.</p>
<p>Mir waren zwei Aspekte wichtig:</p>
<ol>
<li>Besser, der Bundespr&#228;sident erh&#228;lt 100 Briefe zu diesem Thema, als dass er 99 erh&#228;lt. Besser 1.000 als 999. Besser ich habe mein Anliegen vorgetragen, als dass ich geschwiegen habe. Ich erwarte, in irgend einer Art und Weise registriert zu werden, selbst wenn es nur die Zahl &#8220;X B&#252;rgerbriefe zum Thema Netzsperren&#8221; in seiner t&#228;glichen Zusammenfassung ist.</li>
<li>Noch viel wichtiger sind mir die vielen Gespr&#228;che mit meinem Freunden und Bekannten zu diesem Thema. Ich m&#246;chte zeigen, dass mir dieses Thema wichtig ist und ich m&#246;chte zeigen, dass diese Thematik f&#252;r uns alle wichtig ist. Dass die Zusammenh&#228;nge viel komplexer sind, als manche Kurznachrichten es darstellen und man als Laie denken k&#246;nnten. Dass es solche Dinge wie Netzneutralit&#228;t &#252;berhaupt gibt &#8211; und was dies f&#252;r uns alle bedeutet. Oder anders ausgedr&#252;ckt: <a href="http://www.dominik-schwarz.net/memo/2009/das-internet-erklaeren/" class="liinternal">Wir m&#252;ssen das Internet erkl&#228;ren</a> und mit meinem Brief habe ich die Aufmerksamkeit meiner Klasse.</li>
</ol>
<p>Das waren meine Erwartungen und soweit ich es beurteilen kann, habe ich beide erreicht. Was ist nun aber von der Antwort zu halten?</p>
<p>Eigentlich st&#246;rt mich nur eine Sache, diese daf&#252;r um so mehr: der erste Satz. Ich bin nicht gegen das &#8220;Gesetz zur Bek&#228;mpfung der Kinderpornographie in Kommunikationsnetzen&#8221;. Dieser Titel ist schwer irref&#252;hrend, denn dieses Gesetz gibt es nicht und all zu leicht entsteht bei Dritten der Eindruckt, es best&#252;nde Kritik am Vorgang der &#8220;Bek&#228;mpfung der Kinderpornographie&#8221;.</p>
<p>Dies ist grundlegend falsch! Bef&#252;rworter und Gegner des Gesetzes werden &#8211; v&#246;llig zu Recht &#8211; nicht m&#252;de zu betonen, dass Kinderpornographie ein schreckliches Verbrechen ist, welches es mit rechtsstaatlichen Mitteln konsequent verfolgt werden muss. </p>
<p>Die Kritik am vorliegenden Gesetzesentwurf bezieht sich schlie&#223;lich gerade darauf, dass mit dem &#8220;<a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Zugangserschwerungsgesetz" class="liwikipedia">Gesetz zur Erschwerung des Zugangs zu kinderpornographischen Inhalten in Kommunikationsnetzen</a>&#8221; &#8211; so &#252;brigens der korrekte Name &#8211; eben keine Kinderpornographie bek&#228;mpft wird, sondern lediglich ein l&#246;cheriger Vorhang davorgehalten wird, der noch ganz andere Gefahren birgt.</p>
<p>Sehr schade also, dass obwohl ich in meinem Schreiben die korrekte Gesetzesbezeichnung verwendet habe, der Antwortschreiber den falschen Namen verwendet. Ich m&#246;chte glauben, es war ein unbeabsichtigtes Versehen.</p>
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		<title>Wir m&#252;ssen das Internet erkl&#228;ren</title>
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		<pubDate>Thu, 25 Jun 2009 13:55:16 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Dominik Schwarz</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Zusammenfassung: Gesetze wie die &#8220;Internetsperren&#8221; werden von der Mehrheit der Abgeordneten aus dem Glauben heraus beschlossen, dass sie Gutes damit tun. Doch sie verstehen nicht, dass das Netz anders funktioniert, da es ihnen niemand beigebracht hat. Warum nicht ein &#8220;Internethandbuch&#8221; unter Creative Commons schreiben? &#8220;Das Internet, f&#252;r alle verst&#228;ndlich erkl&#228;rt&#8221; als neutrales Open Source Standardwerk [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<div style="padding:5px; border:3px solid #cccccc; line-height:150%;">
<strong>Zusammenfassung:</strong> Gesetze wie die &#8220;Internetsperren&#8221; werden von der Mehrheit der Abgeordneten aus dem Glauben heraus beschlossen, dass sie Gutes damit tun. Doch sie verstehen nicht, dass das Netz anders funktioniert, da es ihnen niemand beigebracht hat. Warum nicht ein &#8220;Internethandbuch&#8221; unter Creative Commons schreiben? &#8220;Das Internet, f&#252;r alle verst&#228;ndlich erkl&#228;rt&#8221; als neutrales Open Source Standardwerk f&#252;r Sch&#252;ler und Erwachsene zugleich. Wir, die Netzexerten aus allen Bereichen, sollten unsere Kreativit&#228;t dazu nutzen, unser Wissen weiterzugeben. Denn nur wer wirklich wei&#223;, wor&#252;ber er abstimmt, kann auch die richtige Entscheidung treffen.
</div>
<p></p>
<h3>Quasi  eine beschlossene Sache: Die Internetsperren sind da</h3>
<p>Das Gesetz zur &#8220;Zugangserschwerung&#8221; ist verabschiedet. Die 134.00 Unterschriften der bis dato erfolgreichsten <a href="https://epetitionen.bundestag.de/index.php?action=petition;sa=details;petition=3860" class="liexternal">Onlinepetition</a> konnten dies ebenso wenig verhindern wie die <a href="http://ak-zensur.de/" class="liexternal">Warnungen zahlreicher Experten</a>. <a href="http://www.hostblogger.de/blog/archives/3939-Offener-Brief-an-alle-Mitglieder-des-Deutschen-Bundestages.html" class="liexternal">Briefaktionen</a>, <a href="http://netzpolitik.org/2009/mahnwache-am-freitag-keine-scheuklappen-fuers-netz/" class="liexternal">Proteste</a>, pers&#246;nliche Gespr&#228;che &#8211; nichts fruchtete. </p>
<p>Eine ganz klare Mehrzahl der schwarz-roten Parlamentarier stimmte f&#252;r die Errichtung einer Sperrinfrastruktur. Und selbst in der Gr&#252;nen Opposition scheint &#8211; <a href="http://www.gruene-jugend.de/themen/demokratie/589389.html" class="liexternal">zum eigenen Entsetzen</a> &#8211; nicht klar zu sein, worum es geht: <a href="http://www.abgeordnetenwatch.de/internet_sperren-636-180----p_11_abst_ent.html#abst_verhalten" class="liexternal">15 Abgeordnete enthielten sich</a> bei der Abstimmung ihrer Stimme, mehr als in allen anderen Fraktionen zusammen.</p>
<h3>Was vom Protest &#252;brig bleibt</h3>
<p>Der Schock sitzt tief bei allen, die gegen dieses Vorhaben gek&#228;mpft haben. Und dem &#252;berw&#228;ltigenden Gef&#252;hl der Ohnmacht folgt die Wut. Wut &#252;ber die Ignoranz, die falschen und gef&#228;hrlichen Argumente, den offenbar aussichtslosen Kampf gegen Lobbys und Unwillige. </p>
<p>Wut, die sich vom ironisch-sarkastischen Aufruf zum bewaffneten <a href="http://blog.pantoffelpunk.de/zermatschtes/die-pflicht-ruf" class="liexternal">Kampf um Grundgesetz Artikel 5</a> bis hin zum <a href="http://www.piratenpartei.de/node/787" class="liexternal">massenhaften Eintritt in die Piratenpartei</a> ausdr&#252;ckt. Letzteres ist mit Sicherheit zu bevorzugen.</p>
<p>Aber auch die Piratenpartei ist nur ein Aspekt und nicht die ganze L&#246;sung. Eine entscheidungsf&#228;hige Mehrheit einer monothematischen Partei ist weder erstrebenswert noch absehbar. Selbst wenn die Piratenpartei in den Bundestag einzieht (was durchaus zu hoffen ist), mehr als Impulse sind nicht zu erwarten &#8211; und dass diese auch  gut &#252;bergangen werden k&#246;nnen, haben wir gesehen.</p>
<p>Was passiert also mit dem Gesetz zur &#8220;Zugangserschwerung&#8221;? <a href="http://www.dominik-schwarz.net/memo/2009/netzsperren-brief-an-horst-koehler/" class="liinternal">Trotz aller Briefe</a>: Es ist davon auszugehen, dass Horst K&#246;hler unterzeichnen wird. Die <a href="http://www.spreeblick.com/2009/06/19/bundestag-beschliest-gesetz-fur-internet-sperren/" class="liexternal">anschlie&#223;enden Verfassungsklagen</a>, die mit Sicherheit kommen werden, sind ergebnisoffen mit Option zum Pyrrhussieg.</p>
<p>Denn parallel geht es munter weiter: <a href="http://www.nerdcore.de/wp/2009/06/18/samtliche-osterreichischen-gameshops-sollen-indiziert-werden/" class="liexternal">Indizierung von &#246;sterreichischen Computerspiele-Onlineshops</a>, <a href="http://netzpolitik.org/2009/armin-laschet-alterskennzeichnung-fuer-websites/" class="liexternal">Alterskennzeichnung f&#252;r Webseiten</a>, <a href="http://www.telemedicus.info/article/1379-CDUCSU-Three-Strikes-Verfahren-in-Deutschland-Update.html" class="liexternal">Three</a>-<a href="http://www.heise.de/newsticker/Internetsperren-gegen-Urheberrechtsverletzer-auch-fuer-Deutschland-Update--/meldung/141084" class="liexternal">Strikes</a> und nat&#252;rlich die bef&#252;rchteten <a href="http://www.golem.de/0906/67871.html" class="liexternal">Ausweitungen der Netzsperren</a>. Jedes dieser Themen wird bereits diskutiert &#8211; Ende nicht absehbar.</p>
<p>Wie kommen wir da nur wieder raus?</p>
<h3>Auf der Suche nach L&#246;sungen</h3>
<p>Jedes einzelne Gesetzesvorhaben muss sich der kritischen Betrachtung von allen Seiten stellen. Doch was n&#252;tzt dies, wenn berechtigte Einw&#228;nde ignoriert oder die Masse an Gesetzesvorhaben gegen unendlich l&#228;uft?</p>
<p>F&#252;r eine echte L&#246;sung m&#252;ssen also &#8211; &#252;brigens genau wie beim wichtigen Kampf gegen Kinderpornographie &#8211; nicht nur die einzelnen Auspr&#228;gungen, sondern vor allem auch das Kernproblem selbst gel&#246;st werden. Die Frage ist also: Warum gibt es &#252;berhaupt so viele Vorst&#246;&#223;e in eine Richtung, die Netzaktivisten als gef&#228;hrlich und die Politik als notwendig bezeichnet?</p>
<p><a href="http://www.tauss.de/index.php?nr=26398" class="liexternal">J&#246;rg Tauss</a>, ehemaliger SPD Politiker und aus Protest gegen das &#8220;Zugangserschwerungsgesetz&#8221; zur Piratenpartei &#252;bergetretener Abgeordneter versucht auf abgeordnetenwatch.de <a href="http://www.abgeordnetenwatch.de/joerg_tauss-650-5656--f196633.html#frage196633" class="liexternal">einen Erkl&#228;rungsversuch</a>, der sich auch mit meinen pers&#246;nlichen Erfahrungen deckt:</p>
<blockquote><p>Ein grosser Teil der Parlamentarier ist mit dem Internet nicht aufgewachsen. Sie empfinden es daher moeglicherweise sogar als Bedrohung. Sie nehmen es nicht als technisches Netz oder als Kommunikationsinfrastruktur wahr, verstehen nichts von Netzneutralitaet, sondern als etwas, wo man eben Boeses bekommen kann und wo vermeintlich das Boese auch herkommt und die Gesellschaft durchdringt. </p>
<p>Das Netz spiegelt nicht Probleme wider, sondern verursacht sie in deren Augen: (in beliebiger Reihenfolge und austauschbar Islamismus, Pornos, Hacker, Bombenbauanleitungen, Terroristen, Rechtsradikale und dann auch noch amoklaufende Jugendliche etc. etc.). Deshalb muss das auch bei uns bekaempft werden, zumal, siehe Olympia, es die Chinesen ja schliesslich sogar vormachen koennen (CSU- Uhl ernsthaft: Bei der Ueberwachung des Internet von China lernen).</p></blockquote>
<h3>Von fehlenden Basics</h3>
<p>Die deutliche Mehrzahl der Abgeordneten glaubt, eine f&#252;r Kinder und Jugendliche richtige Entscheidung gef&#228;llt zu haben. Sie wollen grunds&#228;tzlich Gutes bewirken und sind im festen Glauben, genau dies zu tun. Dass sich z.B. die Sperre einer Webseite in so vielen Aspekten fundamental von dem Verbot eines Fernsehsenders unterscheidet ist f&#252;r sie dabei schlichtweg nicht zu begreifen.</p>
<p>Und denken wir einen Schritt zur&#252;ck: F&#252;r die allermeisten Deutschen ist der Unterschied zwischen dem Sendeverbot f&#252;r einen TV-Kanal und der Indizierung einer Webseite v&#246;llig unklar. </p>
<p>Und nat&#252;rlich ist es so, denn wo k&#246;nnte man solche Dinge ausserhalb der T&#228;tigkeit in der IT-Branche (wenn &#252;berhaupt!) lernen? Wie viele Menschen sind interessiert und autodidaktisch genug veranlagt, sich selbstst&#228;ndig z.B. &#252;ber Netzneutralit&#228;t  zu informieren?</p>
<p>Doch heute, 10 Jahre nach dem das Netz den endg&#252;ltigen Siegeszug in die Privathaushalte angetreten hat, sind diese Fragen von immenser Bedeutung. Das Internet ist ein solch beherrschender Aspekt unseres Lebens geworden und kann auf so vielf&#228;ltige und wundervolle Weise bereichernd sein. Senden und Empfangen. Die M&#246;glichkeit des Publizierens f&#252;r jeden, der Zugriff auf das Netz hat. Jeden einzelnen. Wir haben die Geburt einer Technologie erlebt, deren Folgen so global, umfassend und radikal sind, wie es zuletzt vielleicht nicht einmal die Erfindung des Buchdrucks war. Nur die Bedienungsanleitung fehlt.</p>
<h3>Bildungsl&#252;cke Medienkompetenz</h3>
<p>Seit mehreren Jahren spreche ich davon, dass es von der Grundschule an ein Fach &#8220;Medien&#8221; geben muss. Der erwachsene Umgang mit Print, TV und Netz, Datenschutz und Datensicherheit sind in unserer Gesellschaft nicht minder wichtig als Fremdsprachen. Und derjenige, der wei&#223;, wie Schlagzeilen in Boulevardzeitungen aufgebaut sind oder Phishing im Netz funktioniert, kann sich besser davor sch&#252;tzen.</p>
<p>Soweit der kurze Exkurs, Punkt ist jedoch: Wer soll das unterrichten? Aus welchen Lehrb&#252;chern sich informieren? </p>
<p>Unwissenheit kann man der Politik gar nicht so sehr zum Vorwurf machen, wie man vielleicht gerne m&#246;chte. Unsere Volksvertreter verhalten sich wie Sch&#252;ler, die &#252;berfordert und geradezu &#252;berw&#228;ltigt vor einer Aufgabe sitzen und einfach gar nichts mehr verstehen: Sie verleugnen, ignorieren, verbittern.</p>
<p>Ich habe in den vergangenen Jahren festgestellt, dass, wenn ich &#252;ber Medien spreche, beim Gegen&#252;ber zun&#228;chst oft die Tendenz da ist, auch ohne eigenes Wissen das Problem zun&#228;chst zu negieren. &#8220;Aber das ist doch nicht so schlimm&#8221;, hei&#223;t es.</p>
<p>Und dann, wenn ich mehr erkl&#228;re, wenn ich (aus meiner Sicht) bei &#8220;Adam und Eva&#8221; anfange, dann kommt die Einsicht. &#8220;Oh! Ach so ist das, das hab ich nicht gewusst.&#8221; Nat&#252;rlich nicht, woher auch.</p>
<h3>Nachhilfe f&#252;r eine Nation</h3>
<p>Und genau dort m&#252;ssen wir ansetzen. Wir m&#252;ssen bei &#8220;Adam und Eva&#8221; beginnen. Nicht die Frage des F&#252;r und Wider der Netzneutralit&#228;t ist die wichtigste, es ist die Frage: &#8220;Was unterscheidet eine Webseite von einem Server und warum l&#228;sst sich beides nicht mit einem Fernsehsender vergleichen?&#8221; Wir m&#252;ssen das Internet erkl&#228;ren, verst&#228;ndlich und f&#252;r alle!</p>
<p>Wir m&#252;ssen erkl&#228;ren, warum &#8220;Google.de&#8221; keine Quellenangabe ist. Wir m&#252;ssen erkl&#228;ren, dass es so etwas wie &#8220;Phishing&#8221; gibt und wie man sich davor sch&#252;tzt. Wir m&#252;ssen erkl&#228;ren, was eine Domain ist, was ein Server ist und wie Domaininhaber zu ermitteln sind. Wir m&#252;ssen erkl&#228;ren, warum zwischen Domaininhaber und Impressum ein Unterschied besteht. Wir m&#252;ssen erkl&#228;ren, dass es so etwas wie Proxys gibt und warum diese wichtig sind. Wir m&#252;ssen erkl&#228;ren, was ein Browser ist. Wir m&#252;ssen erkl&#228;ren, dass www. nicht der einzige Teil des Internets ist. Wir m&#252;ssen erkl&#228;ren, was ein dezentrales Netzwerk ist. Wir m&#252;ssen erkl&#228;ren, warum die Sperrung von Webseiten zur Bek&#228;mpfung von deren Inhalten eine eine so unglaublich gef&#228;hrliche Idee ist. In einfachen, klaren, Worten. </p>
<p>Es sieht so aus, als sei es die Aufgabe haupts&#228;chlich meiner Generation, das dringend ben&#246;tigte Handbuch f&#252;r die Technologie, die wir alle l&#228;ngst nutzen, nachzureichen. </p>
<p>Man stelle es sich vor, dieses kontinuierlich aktualisierte Standardwerk: &#8220;<strong>Das Internet &#8211; verst&#228;ndlich erkl&#228;rt</strong>&#8220;. Ein neutrales Handbuch unter <a href="http://creativecommons.org/" class="liexternal">Creative Commons</a>, frei konvertierbar f&#252;r jedes beliebige Medium. Entwickelt, geschrieben, redigiert und diskutiert, illustriert und distributiert von all jenen kreativen Experten aller Couleur , die so sehr die Kraft des Netzes beschw&#246;ren: Uns. Wir sollten ernsthaft dar&#252;ber nachdenken.</p>
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		<title>Netzsperren: Mein Brief an den Horst K&#246;hler</title>
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		<pubDate>Fri, 19 Jun 2009 20:21:25 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Dominik Schwarz</dc:creator>
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<p><a href="http://www.dominik-schwarz.net/memo/wp-content/uploads/2009/06/brief-an-horst-koehler.pdf" class="lipdf">brief-an-horst-koehler.pdf</a> </p>
<p><a href="http://creativecommons.org/licenses/by-sa/3.0/de/" rel="license" class="liimagelink"><img alt="Creative Commons License" style="border-width:0" src="http://i.creativecommons.org/l/by-sa/3.0/de/80x15.png" /></a></p>
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		<title>inquisitio haereticae pravitatis</title>
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		<pubDate>Thu, 02 Oct 2008 18:36:57 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Dominik Schwarz</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Sie hatten gehofft, er sei weg, weggezogen oder eines besseren belehrt – aber er ist immer noch da: der SPD-W&#228;hler. Ausgerechnet im kleinsten und &#8220;schw&#228;rzesten&#8221; Dorf im Oberallg&#228;u hat die Krise der CSU Einzug gehalten. Eine Stimme gab es f&#252;r die SPD. Jetzt sucht das Dorf den Schuldigen.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<blockquote><p><a href="http://www.welt.de/politik/article2522897/CSU-Dorf-fahndet-nach-dem-einzigen-SPD-Waehler.html" class="liexternal">Sie hatten gehofft, er sei weg, weggezogen oder eines besseren belehrt – aber er ist immer noch da: der SPD-W&#228;hler. Ausgerechnet im kleinsten und &#8220;schw&#228;rzesten&#8221; Dorf im Oberallg&#228;u hat die Krise der CSU Einzug gehalten. Eine Stimme gab es f&#252;r die SPD. Jetzt sucht das Dorf den Schuldigen.</a></p></blockquote>
]]></content:encoded>
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		<title>Olympische Spiele: Fernsehbilder manipuliert</title>
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		<pubDate>Tue, 12 Aug 2008 17:25:36 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Dominik Schwarz</dc:creator>
				<category><![CDATA[Film und Fernsehen]]></category>
		<category><![CDATA[Medien]]></category>
		<category><![CDATA[Politik]]></category>

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		<description><![CDATA[&#8220;Der Krieg ist vorbei.&#8221; &#8220;Er ist nicht vorbei.&#8221; &#8220;Er ist vorbei, ich hab&#8217;s im Fernsehen gesehen. (Robert De Niro und Dustin Hoffman in Wag the dog) Eine kleine Meldung am Rande, schon zwei Tage alt und auch nicht weiter in den Medien aufgegriffen: Die Fernsehbilder bei der Er&#246;ffnungsfeier der Olympischen Spiele in Beijing waren teilweise [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<blockquote><p><em>&#8220;Der Krieg ist vorbei.&#8221;<br />
&#8220;Er ist nicht vorbei.&#8221;<br />
&#8220;Er ist vorbei, ich hab&#8217;s im Fernsehen gesehen.</em></p>
<p>(Robert De Niro und Dustin Hoffman in <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Wag_the_Dog_%E2%80%93_Wenn_der_Schwanz_mit_dem_Hund_wedelt" class="liwikipedia"><em>Wag the dog</em></a>)
</p></blockquote>
<p>Eine kleine Meldung am Rande, schon zwei Tage alt und auch nicht weiter in den Medien aufgegriffen: Die Fernsehbilder bei der Er&#246;ffnungsfeier der Olympischen Spiele in Beijing waren <a href="http://www.heise.de/newsticker/Kommunen-melden-grobe-Fehler-bei-Ausgabe-der-neuen-Steuernummer--/meldung/114161" class="liexternal">teilweise manipuliert</a>. Ein Feuerwerkeffekt fand ausschlie&#223;lich an den Fernsehger&#228;ten statt, die Bilder der bunten Explosionen waren computergeneriert.</p>
<p>Nun mag eine gefakter Feuerwerkseffekt m&#228;&#223;ig schockierend sein, tats&#228;chlich aber hat sich hier meines Wissens eine neue Dimension der Manipulation aufgetan. Oder gibt es bereits einen Pr&#228;zedenzfall, in dem &#246;ffentlich bekannt wurde, dass Livebilder von Gro&#223;veranstaltungen digital ver&#228;ndert wurden?</p>
]]></content:encoded>
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		<title>Obama</title>
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		<pubDate>Thu, 24 Jul 2008 19:51:38 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Dominik Schwarz</dc:creator>
				<category><![CDATA[Politik]]></category>

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		<description><![CDATA[Sich begeistern lassen wollen, es wohnt uns allen inne.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><img src="http://www.dominik-schwarz.net/memo/wp-content/uploads/2008/07/obama-in-berlin.jpg" alt="" title="Obama in Berlin" width="463" height="300" class="alignnone size-full wp-image-70" style="border:0;" /><br />
Sich begeistern lassen wollen, es wohnt uns allen inne.</p>
]]></content:encoded>
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		<title>Ignoranz ist St&#228;rke</title>
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		<pubDate>Wed, 23 Jul 2008 17:06:01 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Dominik Schwarz</dc:creator>
				<category><![CDATA[Politik]]></category>

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		<description><![CDATA[Demn&#228;chst auf Rapidshare und im Torrentnetz: Identit&#228;ten, Fingerabdr&#252;cke, Zertifikate f&#252;r den Zugriff auf Personendaten. Gut, die meisten sind schon vielfach gebraucht und schon wieder gesperrt, aber ab uns an funktioniert noch ein Datensatz. Der Qualit&#228;ts-Identit&#228;ten m&#246;chte, muss eben etwas tiefer w&#252;hlen und den ein oder anderen Euro springen lassen. Im Hunderterpack g&#252;nstiger und ab einem [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><img style="border:0;" src="http://www.dominik-schwarz.net/memo/wp-content/uploads/2008/07/fingerprint.jpg" alt="" title="Fingerabdruck" width="463" height="150" class="alignnone size-full wp-image-58" /><br />
<em>Demn&#228;chst auf Rapidshare und im Torrentnetz: Identit&#228;ten, Fingerabdr&#252;cke, Zertifikate f&#252;r den Zugriff auf Personendaten. Gut, die meisten sind schon vielfach gebraucht und schon wieder gesperrt, aber ab uns an funktioniert noch ein Datensatz. Der Qualit&#228;ts-Identit&#228;ten m&#246;chte, muss eben etwas tiefer w&#252;hlen und den ein oder anderen Euro springen lassen. Im Hunderterpack g&#252;nstiger und ab einem Auftragsvolumen von 10.000 Euro auch voll selektierbar nach den Wunschkriterien der Kunden. &#8220;Hiermit bestelle ich 3.000 Personen-Ident&#228;ten, zur gleichen Teilen m&#228;nnlich und weiblich, unbenutzt und nat&#252;rlich mit Fingerabdruck.&#8221; Schon klasse, was die Jungs aus Russland alles k&#246;nnen.</em></p>
<p>Die <a href="http://www.dominik-schwarz.net/memo/2008/07/22/vorratsdatenspeicherung/" class="liinternal">Vorratsdatenspeicherung</a> war erst der Anfang. Ohne gro&#223;en Medienecho im Vorfeld hat das Bundeskabinett heute <a href="http://newsticker.sueddeutsche.de/list/id/70856" class="liexternal">beschlossen</a>, 2010 einen neuen Personalausweis einzuf&#252;hren. Scheckkartengro&#223;, mit &#8220;elektronischer ID&#8221; und einem <a href="http://www.golem.de/0807/61267.html" class="liexternal">freiwilligen Fingerabdruck</a>. Damit soll, so raunen es die Agenturticker, der Handel im Internet sicherer werden. Dass die konkrete technische Umsetzung jedoch noch gar nicht v&#246;llig zu Ende getestet wurde, st&#246;rt bei diesem beschluss wohl keinen.</p>
<p>Hier wird ein Tor aufgesto&#223;en, dessen <a href="http://www.sueddeutsche.de/computer/artikel/948/187354/" class="liexternal">Sicherheitsrisiko</a> Pandoras B&#252;chse in nichts nachsteht. &#8220;Identit&#228;tsdiebstahl&#8221;, ein Schlagwort was bisher nur in der Science-Fiction-Literatur gebraucht wurde, wird hier pl&#246;tzlich ganz konkret. Beschlossen von einer Regierung, deren Wirtschaftsminister <a href="http://blog.handelsblatt.de/indiskretion/eintrag.php?id=1167" class="liexternal">keine Ahnung vom Internet</a> hat und deren Innenminister sich als &#8220;<a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Sch%C3%A4ublone" class="liwikipedia">Stasi 2.0</a>&#8221; einen Namen gemacht hat. Oh sch&#246;ne neue digitale Welt.</p>
]]></content:encoded>
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		<title>Freiheit ist Sklaverei</title>
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		<pubDate>Tue, 22 Jul 2008 17:59:01 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Dominik Schwarz</dc:creator>
				<category><![CDATA[Politik]]></category>

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		<description><![CDATA[Das erst Anfang 2008 &#252;berarbeitete Gesetz sieht vor, dass die Telefondaten ausgewertet werden d&#252;rfen, wenn &#8220;bestimmte Tatsachen&#8221; den Verdacht begr&#252;nden, dass jemand eine schwerwiegende Straftat begangen hat. Als &#8220;bestimmte Tatsache&#8221; reicht den Oldenburger Kriminalpolizisten die Annahme, dass die mutma&#223;lichen T&#228;ter telefoniert haben k&#246;nnten. Und so stehen pl&#246;tzlich 10.000 Menschen unter Mordverdacht und werden teils abgeh&#246;rt. [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<blockquote><p>Das erst Anfang 2008 &#252;berarbeitete Gesetz sieht vor, dass die Telefondaten ausgewertet werden d&#252;rfen, wenn &#8220;bestimmte Tatsachen&#8221; den Verdacht begr&#252;nden, dass jemand eine schwerwiegende Straftat begangen hat. Als &#8220;bestimmte Tatsache&#8221; reicht den Oldenburger Kriminalpolizisten die Annahme, dass die mutma&#223;lichen T&#228;ter telefoniert haben k&#246;nnten.</p></blockquote>
<p>Und so stehen pl&#246;tzlich <a href="http://www.spiegel.de/spiegel/0,1518,566847,00.html" class="liexternal">10.000 Menschen unter Mordverdacht</a> und werden teils abgeh&#246;rt. Weil sie ein Handy besitzen.</p>
<p>Gerade mal gute sieben Monate hats gebraucht, bis die <a href="http://www.vorratsdatenspeicherung.de/" class="liexternal">Vorratsdatenspeicherung</a> zum ersten Mal ihre h&#228;ssliche Fratze zeigt &#8211; zu unserem eigenen Schutz und f&#252;r Recht und Ordnung, versteht sich.</p>
]]></content:encoded>
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		<title>Big Brother Awards 2007</title>
		<link>http://www.dominik-schwarz.net/memo/2007/big-brother-awards-2007/</link>
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		<pubDate>Sun, 14 Oct 2007 14:33:14 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Dominik Schwarz</dc:creator>
				<category><![CDATA[Politik]]></category>

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		<description><![CDATA[Privat- sowie Arbeitgeberadresse, mehere Telefonnummern und eine E-Mailadresse, Angaben zum Beruf. Sogar meine Personalausweisnummer muss ich in der Regel beim Checkin in Hotelfoyer ausf&#252;llen. Das dies bei weitem aber nicht die einzigen Daten sind, die gesammelt und gespeichert werden, ist wohl so gut wie keinem Hotelgast bekannt. Zum 7. Mal fand Freitag Abend in der [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><img src="http://www.dominik-schwarz.net/memo/wp-content/uploads/2007/10/bbawards.jpg" alt="Big Brother Awards 2007" /></p>
<p>Privat- sowie Arbeitgeberadresse, mehere Telefonnummern und eine E-Mailadresse, Angaben zum Beruf. Sogar meine Personalausweisnummer muss ich in der Regel beim Checkin in Hotelfoyer ausf&#252;llen. Das dies bei weitem aber nicht die einzigen Daten sind, die gesammelt und gespeichert werden, ist wohl so gut wie keinem Hotelgast bekannt.</p>
<p>Zum 7. Mal fand Freitag Abend in der Ravensberger Spinnerei in Bielefeld  die Verleihung der <a href="http://www.bigbrotherawards.de/" class="liexternal">Big Brother Awards</a> statt, einem Negativpreis f&#252;r &#8220;<em>Datenkraken</em>&#8220;. Gemeint ist das systematisch und &#252;berfl&#252;ssige, verwerfliche und oder ungesetzm&#228;&#223;ige Sammeln von pers&#246;nlichen Daten. Eine Diskussion zum Datenschtz und Privatsph&#228;re soll damit angesto&#223;en werden und tats&#228;chlich erfreut sich dieser Preis von Jahr zu Jahr gr&#246;&#223;erem Medienecho. Ausgerechnet Wolfgang Sch&#228;ble ging in diesem Jahr jedoch leer aus, habe dieser doch &#8220;gro&#223;e Verdienste bei der Sensibilisierung der B&#252;rger beim Thema Datenschutz&#8221;. Nun, auch eine Sichtweise.</p>
<p>Zahlreiche Kameras waren w&#228;hrend der zweist&#252;ndigen Veranstaltung zugange, <a href="http://www.radiohertz.de/" class="liexternal">Radio Hertz</a> &#252;bertrug live und auf <a href="http://www.zeit.de/online/2007/42/bigbrother" class="liexternal">zeit.de</a> konnte die Verleihung per Stream verfolgt werden. Doch zur&#252;ck zu den Hotels. Sonderw&#252;nsche, Beschwerden, Zimmerservice und Restaurantbestellungen, Pay-TV-Nutzung und wenn ja, welcher Kanal &#8211; in zahlreichen internationalen Hotelketten ist die Speicherung dieser Daten <a href="http://www.bigbrotherawards.de/2007/.cop/" class="liexternal">laut FoeBuD e.V.</a> mehr als nur &#252;blich. Die Mitarbeiter werden sogar explizit angehalten, ein m&#246;glichst vollst&#228;ndiges Profil der G&#228;ste zu erfassen. Die Datens&#228;tze sind nat&#252;rlich dann konzernweit von jeder Hotelfiliale aus abrufbar, doch damit nicht genug. Da die Gesch&#228;ftssitze in der Regel innerhalb der USA liegen, werden die Profilseite nat&#252;rlich auch in US-amerikanischen Rechenzentren gelagert und seit dem Patriot Act 2001 braucht es f&#252;r die Sicherheitsbeh&#246;rden noch nicht mal einen richterlichen Beschluss, um darauf zugreifen zu k&#246;nnen. Es bedarf als nur weniger Hotelaufenhalte und nicht nur s&#228;mtliche Angestellten eines globalen Konzerns sondern auch Polizei und Geheimdienste haben mit einem Klick ein unter Umst&#228;nden aussagekr&#228;ftiges Pers&#246;nlichkeitsprofil. Oder der erstbeste Hacker. Oder der Techniker im Serverraum, der ein Backup mitgehen l&#228;sst. Die M&#246;glichkeiten sind zahlreich.</p>
<p>Insgesamt 8 Preise plus ein Zuschauerpreis (gew&#228;hlt von den Anwesenden aus den 8 Preistr&#228;gern) wurden vergeben und selbst wer sich mit Datenschutz besch&#228;ftigt erschreckt sich noch. Erst recht unbehaglich mag es da jenem werden, der &#252;ber die Preisverleihung zum ersten Mal mit der Thematik in Ber&#252;hung kommt.</p>
<p>Umso &#228;rgerlicher sind dann sachliche Fehler. So wurde in der Laudatio zum Preis an die Bahn AG behauptet, dass zum Kauf einer Fahrkarte am Automaten zwingend die Bahncard eingeschoben werden m&#252;sse. Das ist schlicht falsch, wer nicht freiwillig Bonuspunkte sammeln will (mit denen sich f&#252;r &#8220;Normalfahrer&#8221; maximal kostenlose Kaffees ersammeln lassen und Punkte sammeln somit im Regelfall keinen Einfluss auf den Fahrkartenpreis hat) kann seine Bahncard getrost stecken lassen. Dies zu testen h&#228;tte nur wenige Minuten bedurft und so hinterl&#228;sst der Faupax leider einen fahlen Beigeschmack. Zumal sich an der Kritik, dass anonymer Fahrkartenkauf k&#252;nstlich erschwert wird, auch unter den gegebenen Umst&#228;nden nur wenig &#228;ndert: die Bezahlung ist auch weiterhin nur per Bankkarte oder Kreditkarte m&#246;glich.</p>
<p>Und noch etwas zum Thema <a href="http://www.bigbrotherawards.de/2007/.pol" class="liexternal">Peer Steinbr&#252;cks Steueridentifikationsnummer</a>. Diese eindeutige Personenkennnummer wird zuk&#252;nftig mit der Geburt vergeben und erlischt maximal 20 Jahre nach dem Tod. Babyfotos mit Strichcodes vor den Augen erscheinen auf der Powerpoint Folie und es wird zitiert:</p>
<blockquote><p>„<em>Nach dem Einkommensteuergesetz sind nat&#252;rliche Personen, die im Inland einen Wohnsitz oder ihren gew&#246;hnlichen Aufenthalt haben, bereits mit der Geburt einkommensteuerpflichtig. Zwar werden diese Steuerpflichtigen im Regelfall noch keine Einkommensteuer schulden, dennoch kommen derartige Konstellationen vor (z.B. bei Kapitalertr&#228;gen, die Kinder aus ererbten Verm&#246;gen erzielen). Ohne die IdNr. w&#228;ren solche F&#228;lle nur schwer feststellbar, da die Finanz&#228;mter auf Grund der fehlenden steuerlichen Erfassung keine Informationen &#252;ber den Steuerschuldner h&#228;tten.</em>“</p></blockquote>
<p>Gespieltes Gel&#228;chter im Saal. Babys mit Einkommenssteuer. Hahaha. Dass solche Konstellationen durch Tod oder Steuertrickserei der Eltern tats&#228;chlich vorkommen k&#246;nnen kann sich offenbar niemand vorstellen. Und &#252;berhaupt, was ist denn die Alternative zu einer Kennnummernvergabe bei der Geburt? Die gro&#223;e Steuer Bar Mizwa im Jugendalter? Hier beschleicht mich das Gef&#252;hl, dass es nur ums Prinzip geht, &#8220;wir werden zu einer Nummer degradiert&#8221;. Die echten Gefahren (F&#252;r welche Zwecke wird die Steuernummer noch verwendet? Wieso ist die Rechtslage noch nicht abgekl&#228;rt und warum wird das Verfassungsgericht nicht mit der Frage besch&#228;ftigt? Und warum wird Missbrauch der Daten durch staatliche Stellen nicht geahndet?) gehen neben solcher Polemik leider unter. Schade.</p>
<p>Trotzallem: Die kurzweilige Verleihung ist die Besch&#228;ftigung mit ihr mehr als wert. Datenschutz ist ein gottseidank immer popul&#228;rer werdendes, aber auch gro&#223;es Problem der Gegenwart und nahen Zukunft. Gut, dass es Vereine und Veranstaltungen dieser Art gibt. Hier, in <a href="http://www.heise.de/newsticker/meldung/96724" class="liexternal">Deutschlands Datenschutzhauptstadt</a> Bielefeld.</p>
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