
Ich liebe Kategorisierung. Und die Ordnung, die dadurch entsteht. Mein Bücherregal “A”, 4×4 quadratische Fächer, ist in absteigender Reihenfolge nach Themengebiet, Anspruch und Buchformat sortiert. Ein Faible, keine Manie.
Was fehlt, ist eine Suchfunktion. Meine Musik habe ich komplett digital in iTunes, alle digitalen Bilder (mittlerweile) in einer iPhoto Bibliothek. Beides kann ich mit Hilfe von Stichworten durchsuchen. Wäre es nicht grandios, auch sein Bücherregal komplett durchsuchen zu können? Die Inhalte aller Romane und Lehrbücher digital vorliegen und zur Weiterverarbeitung freigegeben zu haben? Zugegeben, letzteres dauert noch, aber die Google Büchersuche ist auf genau dem Weg dorthin. Eine selbst zusammengestellte Bibliothek kann mit Hilfe einer Volltextsuche von der ersten bis zur letzten Seite auf beliebigen Suchphrasen gescannt werden. Bei Romanen “nett”, bei Fachbüchern eine absolute “Killeraplikation” und unheimlich praktisch.
Lizenzprobleme, eine mäßig attraktive Überfläche, ein Betastatus und nicht zuletzt die Tatsache, dass naturgemäß nur ein Bruchteil aller Bücher auch tatsächlich bei Google Books verfügbar ist macht die Sache im Jahr 2007 noch nicht sonderlich spannend. Doch das kommt, ich bin sicher. Bis dahin muss eine reine Katalogisierung der eigenen Bibliothek genug sein und was könnte es da für eine schönere Software geben als Delicous Library (OS X). Das “digitale Medienregal” verwaltet neben Drucksachen auch Musik (uninteressant, da in iTunes), Spiele (uninteressant, mangels Besitz) und DVDs und die Verwaltung einer Ausleihliste ist auch mit drin.
Was bei Google staubtrockene Arbeit ist, macht mit DL unheimlich Spaß: Mit einer integrierten iSight oder jeder anderen Webcam einfach den Barcode des Buchs, der CD oder der Spielepackung in die Kamera halten und nach einem Supermarkkassenpiepsen ist das Medium erkannt und Cover, Titel, Beschreibung und alle anderen Daten werden von amazon.de gezogen. Sekundenbruchteile später erscheint der soeben gescannte Artikel neu in der Bibliothek. Die Ansicht kann wie gewohnt stufenlos gezoomt werden und schon nach kurzer Zeit ist eine stattliche Anzahl an Artikeln, ordentlich nach Verfasser gereiht, auch digital angelegt. “Im Handumdrehen”, wie die Werbung sagen würde. Und tatsächlich funktioniert die Erkennung des Barcodes erstaunlich gut. Lediglich Sonderausgaben und Bücher aus vor-ISBN-Zeiten müssen natürlich händisch angelegt werden. Abgesehen davon erkennt DL alle Ausgaben korrekt und zuverlässig.
Und nun? Nun warte ich auf den Tag, an dem ich den Export meiner gepflegten Bibliothek bei Google hochladen kann und sämtliche Bücher durchsuchbar sind. Dann werde ich nach einem Stichwort Googeln und ich werde wissen, in welchem der 4×4 quadratischen Fächer die gesuchten Inhalte stehen. Wie gesagt, ein Faible. Keine Manie.

Wofür der Kauf sich schon gelohnt hat: Mal ehrlich, wer hat bei so einer Meldung nach dem Bezahlvorgang kein gutes Gefühl?
(Gut, es war natürlich etwas ungeschickt die Software in der Version 1.6.6 zu kaufen, keine 30 Tage nachdem die grandiose generalüberholte Version 2 mit der Bemerkung “soon” angekündigt wird. Aber vielleicht bekommen ja Käufer der 1.6.6. das Update gratis. Vielleicht wenn ich lieb frage?
Dear friends visiting me by googling yourselves: I’ve just purchased DL 1.6. Damnit, it’s really cool, i love it! But now I found out that you’ve made DL even hotter and will release it “soon”. But my money has gone and I’m not able to buy the new version as well. What about that: Free upgrade for customers that bought after th 15th of november. That would be great. Really. Thanks!)
