zurück zur Startseite

"But I... I... I think you're the fucking Antichrist."

Noch ein Weblog von Dominik...

Archive for the ‘Technologie’ Category

Bilder auf Wiki Commons hochladen

keine Kommentare

Am Jahresende ist die Zeit gekommen, sich dem Stapel der über das Jahr unerledigt gebliebenen Aufgaben zu widmen. Darunter auch: “Bilder auf Wiki Commons hochladen”. Schon seit eineinhalb Jahren möchte ich eine Auswahl meiner Westafrikabilder der Welt spenden, die nahezu grauenhafte Mediawikioberfläche hatte mich aber nach dem zweiten Bild aufgeben lassen.

Exkurs: Ich bin im übrigen davon überzeugt, dass wenn Mediawiki verständlicher wäre, der Vandalismusgrad bedeutend höher wäre. Die meisten potentiellen Vandalen können gar nichts kaputt machen.

Jedoch: Es gibt eine Möglichkeit, zumindest den Uploadvorgang selbst deutlich effizienter zu gestalten. The Commonist ist in Java geschrieben, trägt ein Hammer-und-Sichel-Icon, läuft auf Mac und PC und ermöglicht Bulkupload. Lizenz, Urheber, Kategorien und Beschreibung der Bilder lassen sich pro Foto oder praktischerweise für einen ganzen Ordner festlegen. Klasse!

Ganz erspart bleibt eine Mediawiki jedoch trotzdem nicht, für’s Finetuning wie beispielsweise mehrsprachige Bildbeschreibungstexte ist dann doch der Login auf commons.wikimedia.org notwendig.

Exkurs zwei: Ein gefährliches Werkzeug, dieser Bulkupload. Als der manuelle Upload für mich noch so umständlich war, habe ich schier endlos überlegt, welches nun das passendste, beste, für Wikipedia nützlichste Bild ist. Mit dem Commonisten habe ich mal eben nebenbei mehrere duzend Bilder hochgejagt. Ab wann wohl erstickt ein solches Projekt an Überangebot?

Jedenfalls: Wer an Westafrika- und Voodoobildern unter GNU interessiert ist, der möge sich nun an dieser Auswahl bedienen.

Geschrieben von Dominik Schwarz

20. Dezember 2009 um 11:03

Horst Köhlers Antwort auf meinen Brief

2 Kommentare

Die Antwort auf meinen Brief an Horst Köhler.

Die Antwort auf meinen Brief an Horst Köhler.

Am 19. Juni habe ich an unseren Bundespräsidenten Horst Köhler geschrieben. Inhalt meines Briefs waren meine massiven Bedenken hinsichtlich des “Gesetz zur Erschwerung des Zugangs zu kinderpornographischen Inhalten in Kommunikationsnetzen”.

Heute habe ich die Antwort aus Bundespräsidialamt erhalten. Da es sich um keinen persönlichen Brief handelt, erlaube ich mir, das Antwortschreiben im Volltext hier zu zitieren:

Sehr geehrter Herr Schwarz,

Bundespräsident Köhler hat mich gebeten, für Ihren Brief vom 19. Juni 2009 zu danken, mit dem Sie Bedenken gegen das Gesetz zur Bekämpfung der Kinderpornographie in Kommunikationsnetzen erheben.

Der Bundespräsident hat keine Möglichkeit, auf die inhaltliche Gestaltung eines Gesetzes während des Gesetzgebungsverfahrens Einfluss zu nehmen. Er bittet Sie daher um Verständnis, dass er sich zu dem Inhalt des von parlamentarischen Gremien zu beratenden Gesetzes nicht äußern möchte. Er wird die Frage der Verfassungsmäßigkeit des Gesetzes prüfen, sobald ihm nach Abschluss des Gesetzgebungsverfahrens ein entsprechendes Gesetz zur Ausfertigung vorgelegt wird. Ihre Ausführungen wird er berücksichtigen, soweit sie verfassungsrechtlich von Belang sind.

Mit freundlichen Grüßen
Im Auftrag

Was ist also von dieser Antwort zu halten? Nun, zunächst muss klar sein, was die Erwartungen an einen solchen Brief sind. Dass ein (persönlicher) Dialog als Reaktion fast völlig auszuschließen ist, muss jedem, der an den Bundespräsidenten (oder einen Amtsinhaber ähnlicher Größenordnung) schreibt, klar sein. Und das war auch niemals Intention, selbst wenn ich mich sehr gerne mit Herrn Bundespräsident Köhler über dieses Thema unterhalten würde.

Mir waren zwei Aspekte wichtig:

  1. Besser, der Bundespräsident erhält 100 Briefe zu diesem Thema, als dass er 99 erhält. Besser 1.000 als 999. Besser ich habe mein Anliegen vorgetragen, als dass ich geschwiegen habe. Ich erwarte, in irgend einer Art und Weise registriert zu werden, selbst wenn es nur die Zahl “X Bürgerbriefe zum Thema Netzsperren” in seiner täglichen Zusammenfassung ist.
  2. Noch viel wichtiger sind mir die vielen Gespräche mit meinem Freunden und Bekannten zu diesem Thema. Ich möchte zeigen, dass mir dieses Thema wichtig ist und ich möchte zeigen, dass diese Thematik für uns alle wichtig ist. Dass die Zusammenhänge viel komplexer sind, als manche Kurznachrichten es darstellen und man als Laie denken könnten. Dass es solche Dinge wie Netzneutralität überhaupt gibt – und was dies für uns alle bedeutet. Oder anders ausgedrückt: Wir müssen das Internet erklären und mit meinem Brief habe ich die Aufmerksamkeit meiner Klasse.

Das waren meine Erwartungen und soweit ich es beurteilen kann, habe ich beide erreicht. Was ist nun aber von der Antwort zu halten?

Eigentlich stört mich nur eine Sache, diese dafür um so mehr: der erste Satz. Ich bin nicht gegen das “Gesetz zur Bekämpfung der Kinderpornographie in Kommunikationsnetzen”. Dieser Titel ist schwer irreführend, denn dieses Gesetz gibt es nicht und all zu leicht entsteht bei Dritten der Eindruckt, es bestünde Kritik am Vorgang der “Bekämpfung der Kinderpornographie”.

Dies ist grundlegend falsch! Befürworter und Gegner des Gesetzes werden – völlig zu Recht – nicht müde zu betonen, dass Kinderpornographie ein schreckliches Verbrechen ist, welches es mit rechtsstaatlichen Mitteln konsequent verfolgt werden muss.

Die Kritik am vorliegenden Gesetzesentwurf bezieht sich schließlich gerade darauf, dass mit dem “Gesetz zur Erschwerung des Zugangs zu kinderpornographischen Inhalten in Kommunikationsnetzen” – so übrigens der korrekte Name – eben keine Kinderpornographie bekämpft wird, sondern lediglich ein löcheriger Vorhang davorgehalten wird, der noch ganz andere Gefahren birgt.

Sehr schade also, dass obwohl ich in meinem Schreiben die korrekte Gesetzesbezeichnung verwendet habe, der Antwortschreiber den falschen Namen verwendet. Ich möchte glauben, es war ein unbeabsichtigtes Versehen.

Geschrieben von Dominik Schwarz

15. Juli 2009 um 22:25

Abgelegt in Gesellschaft,In eigener Sache,Online,Politik,Technologie

Tags: , ,

Hey, bahn.de-Webteam!

1 Kommentar

Screenshot: Kaputte Grafik bei Kauf eines Bahn Onlinetickets

Screenshot: Kaputte Grafik bei Kauf eines Bahn Onlinetickets

Hey, bahn.de-Webteam,

ich bestelle ziemlich häufig Onlinetickets bei euch. Das ist eigentlich auch ziemlich praktisch und funktioniert sogar total prima leider auch meistens die einzige Möglichkeit, da euer Unternehmen an kleineren Bahnhöfen auch ganz gerne mal auf funktionierende Automaten verzichtet. (Apropos Automaten: Mal ehrlich, Menschen einzustellen, deren Aufgabe es ist, Automaten zu erklären, das ist schon irgendwie… also… ihr seht wenigstens die Ironie, ja?)

Jedenfalls, diese Onlinetickets. Ihr schreibt immer, wie unglaublich bequem und sicher das ist und dass ich ein prima Gefühl dabei haben soll, wenn ich so bequem und sicher mein Ticket kaufe. Könntet ihr dann bitte bitte bitte mal den “broken link” auf der Bestellseite fixen, damit nicht ein weiteres Jahr (so lange ist das schon defekt) mich JE-DES MAL wenn ich ein Ticket bestelle darüber ärgern muss? Ginge das?

Herzlichst,
dein Kunde

Geschrieben von Dominik Schwarz

9. Juli 2009 um 22:36

Abgelegt in Online,Reisen,Technologie

Tags:

Geschäftsmodelle im Internet

keine Kommentare

Aus verschiedenen Gründen habe ich mich in den letzten Wochen mehrfach mit dem Thema “Geschäftsmodelle im Internet” beschäftigt. Was zunächst sehr banal klingen mag, ist bei näherer Betrachtung jedoch gar nicht immer so eindeutig. Die Vielzahl an (kommerziellen) Webseiten täuscht all zu schnell darüber hinweg, dass es lediglich eine Hand voll Methoden gibt, über das Internet einen unmittelbaren Umsatz zu erzielen.

Unmittelbarer Umsatz im Internet: Zwischen einer Aktion eines Nutzers (links) und einem realen Geldfluss (rechts) steht immer sowohl eine direkte logische als auch zeitlich begrenzte Verknüpfung.

Unmittelbar: Zwischen einer Aktion eines Nutzers (links) und einem realen Geldfluss (rechts)
steht immer sowohl eine direkte logische als auch zeitlich begrenzte Verknüpfung.

Unmittelbar bedeutet in diesem Fall, dass zwischen einer Aktion eines Users und einem realen Geldfluss sowohl eine logische Verknüpfung besteht (z.B. ein Käufer kauft ein Produkt), also auch begrenzter Zeitrahmen liegt (z.B. 2 Wochen Zahlungsziel).

Umsatz: Ein klar definiertes Produkt wird in zeitlich regelmäßigen Abständen verkauft.

Umsatz: Mit einem definiertem Produkt wird in zeitlich regelmäßigen Abständen ein realer Zahlfluss erzielt.

Umsatz bedeutet in diesem Fall, dass über die in Anspruchname eines ein klar definiertes Produkts (Ware oder Dienstleistung) regelmäßig reale Zahlungsflüsse stattfinden.

“Exits”, also Projekt- oder Unternehmensverkäufe, werden bei dieser Betrachtungsweise bewusst ausgeklammert, da der “Exit” selbst per Definition (es fehlt das Nutzenversprechen) kein Geschäftsmodell im klassischen Sinne sein kann. Auch bei einem Unternehmensverkauf kalkuliert der Käufer mit einem (bisher möglicherweise noch nicht realisierten) Geschäftsmodell, welches auf unmittelbarem Umsatz fußt.

Auf Basis der Begriffsdefiniton von unmittelbarem Umsatz lassen sich fünf Geschäftsmodelle für Internetunternehmer identifizieren.

01. Das werbefinanzierte Modell

Im werbefinanzierten Geschäftsmodell werden Werbeflächen (z.B. Banner) an Werbekunden vermietet. Die Abrechnung erfolgt in Abhängigkeit der Anzahl der Nutzer, denen die Werbeflächen angezeigt wurden (TKP). Ziel innerhalb dieses Geschäftsmodells muss sein, eine maximale Anzahl an Nutzern nicht nur zu gewinnen, sondern auch zu halten und zu wiederkehrenden Besuchern zu machen.

Beispiel: Contentportale (also Webseiten mit redaktionellen Inhalten), zahlreiche Zeitungen und Social Networks gehören zu den ausschließlich bis mehrheitlich werbefinanzierten Webseiten. Die Nutzerbindung wird durch kontinuierliche Aktualisierung der Inhalte (Zeitungen) oder die Bereitstellung eines kostenlosen Services (z.B. Netzwerk mit Freunden, Foren, kostenlose Browserspiele …) erreicht.

Unternehmen: StudiVZ, Zeit.de, Pennergame

02. Das transaktionsfinanzierte (Diensleistungen) Modell

Im transaktionsfinanzierten Modell auf Dienstleistungsbasis wird ein zeitlich befristetes, nicht-materielles Produkt an Kunden vermietet. Die Abrechnung erfolgt in Einheiten pro Einheit/Nutzer/Monat/…
Ziel innerhalb dieses Geschäftsmodells muss sein, eine maximale Anzahl an Nutzern zu gewinnen, die eine maximale Anzahl an Abrechnungseinheiten erwerben (z.B. lange Laufzeit bei Abomodellen oder häufige Nutzung bei Abrechnung pro “Stück”).

Beispiel: Anzeigenmärkte (Auto- und Immobilienbörsen, Auktionshäuser,…), kostenpflichtige Mitgliedschaftsmodelle (Social Networks, Software as a Service) und Dienstleistungsunternehmen (Marketingagenturen, “Amazon Mechanical Turk”) basieren auf dem transaktionsbasierten Modell. Alle Unternehmen dieser Kategorie haben gemein, dass die Wertschöpfung beim Unternehmen selbst liegt: Social Networks, Börsen und Auktionshäuser stellen die Infrastruktur bereit, Applicationprovider entwickeln Software, Dienstleister leisten Diensleistungsstunden.

Unternehmen: Jobscout, pkw.de, ebay, Xing, Immowelt

03. Das transaktionsfinanziert (Waren) Modell

Im transaktionsfinanzierten Modell auf Warenbasis wird ein physisch greifbares Produkt an den Kunden verkauft. Die Abrechnung erfolgt pro verkaufter Einheit.
Ziel innerhalb dieses Geschäftsmodells muss sein, eine maximale Anzahl an Nutzern zu gewinnen, die jeweils eine maximale Stückzahl1 eines Produkts/der Produkte erwerben. Das Ziel der maximalen Stückzahl an abgesetzten Produkten pro Nutzer schließt die Zielerreichung über einen längeren Zeitraum mit ein, da Wiederkäufer in der Regel mit geringerem Aufwand zu gewinnen sind.

Beispiel: Jeder Art von Onlineshop mit physischer Ware.

Unternehmen: Amazon, MyMuesli, Quelle, Spreadshirt

04. Das vermittlungsfinanziert Modell

Im vermittlungsfinanzierten Modell werden Nutzer einer Webseite an Werbekunden weitervermittelt. Die Abrechnung erfolgt per Klick oder auf Provisionsbasis pro vermitteltem Käufer.
Ziel innerhalb dieses Geschäftsmodells muss sein, eine maximale Anzahl an Nutzern zu gewinnen, die jeweils auf kürzestem Weg die eigene Webseite über die “richtigen” Links wieder verlässt.2 Eine Umsatzsteigerung kann bei diesem Modell einerseits über eine steigende Masse an vermittelte Nutzern, andererseits (bei der Vermittlung von Käufern) über die zielgerichtetere Nutzerströme realisiert werden.

Da hier kein reeller Wert geschaffen wird, funktioniert das vermittlungsfinanzierte Modell ausschließlich in einem Wirtschaftssystem, in dem genügend Unternehmen mit anderen Geschäftsmodellen existieren.

Beispiel: Suchmaschinen (der mit gigantischem Abstand größte Bereich für dieses Geschäftsmodell), Webseiten mit “contextsensitiven Textwerbelinks”, Affiliateseiten

Unternehmen: Google, Zanox(nutzer)3

05. Das Mitgliedschaftsmodell

Im Mitgliedschaftsmodell werden den Nutzern einer Webseite Gebühren für die Nutzung berechnet. Die Abrechnung erfolgt pro Leistungszeitraum und gegebenenfalls Leistungsumfang.
Ziel innerhalb dieses Geschäftsmodells ist es, aus der Gesamtzahl der Seitenbesucher möglichst viele zahlende Nutzer zu gewinnen und diese über einen maximalen Zeitraum zu halten. Eine Umsatzsteigerung wird oftmals über die Bereitstellung einer kostenlosen Variante realisiert, über welche die Akquise von zahlenden Mitgliedern deutlich erleichtert wird.

Beispiele: Social Networks, Partnerbörsen, Onlineapplikationen

Unternehmen: Xing, Neu.de, Office Live

Was tun mit den Erkenntnissen?

Dazu muss zunächst klar sein, was die Erkenntnisse sind, und derer gibt es viele. Eine Erkenntnis kann beispielsweise sein: Das vermittlungsbasierte Modell sowie das werbefinanzierte Modell sind beide jeweils in maximalem Maß von einem gesunden wirtschaftlichen Umfeld abhängig, das werbefinanzierte Modell sogar noch in einem größeren Maß, da vermittlungsbasierte Modelle für Werbekunden oftmals deutlich kostengünstiger sind und damit eher bevorzugt werden. Dennoch besteht auch hier eine nicht änderbare Abhängigkeit von Faktoren, die ein Unternehmer dieses Geschäftsmodells nicht beeinflussen kann.

Und das sind nur drei Beispiel eines einzigen Aspekts. Es lohnt sich immer, nicht nur eine konkrete Idee zu beurteilen, sondern auch einen Blick auf das Geschäftsmodell dahinter zu werfen.

Fußnoten:
  1. Betrachung erfolgt zur Vereinfachung ohne Berücksichtung der Invesitionskosten für Absatzplus []
  2. Dies gilt auch für Sonderformen wie Affiliatemarketing über SEA, wobei hier als “eigene Webseite” ein Trackinglink ausreichen kann. []
  3. Die Affiliateplattformen selbst treten als Technologieanbieter auf und sind nicht die eigentlichen Trafficvermittler. []
  4. Das Geschäftsmodell ist EIN Faktor von sehr vielen für die Beantwortung dieser Frage. Aber ein wichtiger. []

Geschrieben von Dominik Schwarz

6. Juli 2009 um 14:39

Abgelegt in Online,Technologie,Werbung und Marketing,Wirtschaft

Tags:

Wir müssen das Internet erklären

keine Kommentare

Zusammenfassung: Gesetze wie die “Internetsperren” werden von der Mehrheit der Abgeordneten aus dem Glauben heraus beschlossen, dass sie Gutes damit tun. Doch sie verstehen nicht, dass das Netz anders funktioniert, da es ihnen niemand beigebracht hat. Warum nicht ein “Internethandbuch” unter Creative Commons schreiben? “Das Internet, für alle verständlich erklärt” als neutrales Open Source Standardwerk für Schüler und Erwachsene zugleich. Wir, die Netzexerten aus allen Bereichen, sollten unsere Kreativität dazu nutzen, unser Wissen weiterzugeben. Denn nur wer wirklich weiß, worüber er abstimmt, kann auch die richtige Entscheidung treffen.

Quasi eine beschlossene Sache: Die Internetsperren sind da

Das Gesetz zur “Zugangserschwerung” ist verabschiedet. Die 134.00 Unterschriften der bis dato erfolgreichsten Onlinepetition konnten dies ebenso wenig verhindern wie die Warnungen zahlreicher Experten. Briefaktionen, Proteste, persönliche Gespräche – nichts fruchtete.

Eine ganz klare Mehrzahl der schwarz-roten Parlamentarier stimmte für die Errichtung einer Sperrinfrastruktur. Und selbst in der Grünen Opposition scheint – zum eigenen Entsetzen – nicht klar zu sein, worum es geht: 15 Abgeordnete enthielten sich bei der Abstimmung ihrer Stimme, mehr als in allen anderen Fraktionen zusammen.

Was vom Protest übrig bleibt

Der Schock sitzt tief bei allen, die gegen dieses Vorhaben gekämpft haben. Und dem überwältigenden Gefühl der Ohnmacht folgt die Wut. Wut über die Ignoranz, die falschen und gefährlichen Argumente, den offenbar aussichtslosen Kampf gegen Lobbys und Unwillige.

Wut, die sich vom ironisch-sarkastischen Aufruf zum bewaffneten Kampf um Grundgesetz Artikel 5 bis hin zum massenhaften Eintritt in die Piratenpartei ausdrückt. Letzteres ist mit Sicherheit zu bevorzugen.

Aber auch die Piratenpartei ist nur ein Aspekt und nicht die ganze Lösung. Eine entscheidungsfähige Mehrheit einer monothematischen Partei ist weder erstrebenswert noch absehbar. Selbst wenn die Piratenpartei in den Bundestag einzieht (was durchaus zu hoffen ist), mehr als Impulse sind nicht zu erwarten – und dass diese auch gut übergangen werden können, haben wir gesehen.

Was passiert also mit dem Gesetz zur “Zugangserschwerung”? Trotz aller Briefe: Es ist davon auszugehen, dass Horst Köhler unterzeichnen wird. Die anschließenden Verfassungsklagen, die mit Sicherheit kommen werden, sind ergebnisoffen mit Option zum Pyrrhussieg.

Denn parallel geht es munter weiter: Indizierung von österreichischen Computerspiele-Onlineshops, Alterskennzeichnung für Webseiten, Three-Strikes und natürlich die befürchteten Ausweitungen der Netzsperren. Jedes dieser Themen wird bereits diskutiert – Ende nicht absehbar.

Wie kommen wir da nur wieder raus?

Auf der Suche nach Lösungen

Jedes einzelne Gesetzesvorhaben muss sich der kritischen Betrachtung von allen Seiten stellen. Doch was nützt dies, wenn berechtigte Einwände ignoriert oder die Masse an Gesetzesvorhaben gegen unendlich läuft?

Für eine echte Lösung müssen also – übrigens genau wie beim wichtigen Kampf gegen Kinderpornographie – nicht nur die einzelnen Ausprägungen, sondern vor allem auch das Kernproblem selbst gelöst werden. Die Frage ist also: Warum gibt es überhaupt so viele Vorstöße in eine Richtung, die Netzaktivisten als gefährlich und die Politik als notwendig bezeichnet?

Jörg Tauss, ehemaliger SPD Politiker und aus Protest gegen das “Zugangserschwerungsgesetz” zur Piratenpartei übergetretener Abgeordneter versucht auf abgeordnetenwatch.de einen Erklärungsversuch, der sich auch mit meinen persönlichen Erfahrungen deckt:

Ein grosser Teil der Parlamentarier ist mit dem Internet nicht aufgewachsen. Sie empfinden es daher moeglicherweise sogar als Bedrohung. Sie nehmen es nicht als technisches Netz oder als Kommunikationsinfrastruktur wahr, verstehen nichts von Netzneutralitaet, sondern als etwas, wo man eben Boeses bekommen kann und wo vermeintlich das Boese auch herkommt und die Gesellschaft durchdringt.

Das Netz spiegelt nicht Probleme wider, sondern verursacht sie in deren Augen: (in beliebiger Reihenfolge und austauschbar Islamismus, Pornos, Hacker, Bombenbauanleitungen, Terroristen, Rechtsradikale und dann auch noch amoklaufende Jugendliche etc. etc.). Deshalb muss das auch bei uns bekaempft werden, zumal, siehe Olympia, es die Chinesen ja schliesslich sogar vormachen koennen (CSU- Uhl ernsthaft: Bei der Ueberwachung des Internet von China lernen).

Von fehlenden Basics

Die deutliche Mehrzahl der Abgeordneten glaubt, eine für Kinder und Jugendliche richtige Entscheidung gefällt zu haben. Sie wollen grundsätzlich Gutes bewirken und sind im festen Glauben, genau dies zu tun. Dass sich z.B. die Sperre einer Webseite in so vielen Aspekten fundamental von dem Verbot eines Fernsehsenders unterscheidet ist für sie dabei schlichtweg nicht zu begreifen.

Und denken wir einen Schritt zurück: Für die allermeisten Deutschen ist der Unterschied zwischen dem Sendeverbot für einen TV-Kanal und der Indizierung einer Webseite völlig unklar.

Und natürlich ist es so, denn wo könnte man solche Dinge ausserhalb der Tätigkeit in der IT-Branche (wenn überhaupt!) lernen? Wie viele Menschen sind interessiert und autodidaktisch genug veranlagt, sich selbstständig z.B. über Netzneutralität zu informieren?

Doch heute, 10 Jahre nach dem das Netz den endgültigen Siegeszug in die Privathaushalte angetreten hat, sind diese Fragen von immenser Bedeutung. Das Internet ist ein solch beherrschender Aspekt unseres Lebens geworden und kann auf so vielfältige und wundervolle Weise bereichernd sein. Senden und Empfangen. Die Möglichkeit des Publizierens für jeden, der Zugriff auf das Netz hat. Jeden einzelnen. Wir haben die Geburt einer Technologie erlebt, deren Folgen so global, umfassend und radikal sind, wie es zuletzt vielleicht nicht einmal die Erfindung des Buchdrucks war. Nur die Bedienungsanleitung fehlt.

Bildungslücke Medienkompetenz

Seit mehreren Jahren spreche ich davon, dass es von der Grundschule an ein Fach “Medien” geben muss. Der erwachsene Umgang mit Print, TV und Netz, Datenschutz und Datensicherheit sind in unserer Gesellschaft nicht minder wichtig als Fremdsprachen. Und derjenige, der weiß, wie Schlagzeilen in Boulevardzeitungen aufgebaut sind oder Phishing im Netz funktioniert, kann sich besser davor schützen.

Soweit der kurze Exkurs, Punkt ist jedoch: Wer soll das unterrichten? Aus welchen Lehrbüchern sich informieren?

Unwissenheit kann man der Politik gar nicht so sehr zum Vorwurf machen, wie man vielleicht gerne möchte. Unsere Volksvertreter verhalten sich wie Schüler, die überfordert und geradezu überwältigt vor einer Aufgabe sitzen und einfach gar nichts mehr verstehen: Sie verleugnen, ignorieren, verbittern.

Ich habe in den vergangenen Jahren festgestellt, dass, wenn ich über Medien spreche, beim Gegenüber zunächst oft die Tendenz da ist, auch ohne eigenes Wissen das Problem zunächst zu negieren. “Aber das ist doch nicht so schlimm”, heißt es.

Und dann, wenn ich mehr erkläre, wenn ich (aus meiner Sicht) bei “Adam und Eva” anfange, dann kommt die Einsicht. “Oh! Ach so ist das, das hab ich nicht gewusst.” Natürlich nicht, woher auch.

Nachhilfe für eine Nation

Und genau dort müssen wir ansetzen. Wir müssen bei “Adam und Eva” beginnen. Nicht die Frage des Für und Wider der Netzneutralität ist die wichtigste, es ist die Frage: “Was unterscheidet eine Webseite von einem Server und warum lässt sich beides nicht mit einem Fernsehsender vergleichen?” Wir müssen das Internet erklären, verständlich und für alle!

Wir müssen erklären, warum “Google.de” keine Quellenangabe ist. Wir müssen erklären, dass es so etwas wie “Phishing” gibt und wie man sich davor schützt. Wir müssen erklären, was eine Domain ist, was ein Server ist und wie Domaininhaber zu ermitteln sind. Wir müssen erklären, warum zwischen Domaininhaber und Impressum ein Unterschied besteht. Wir müssen erklären, dass es so etwas wie Proxys gibt und warum diese wichtig sind. Wir müssen erklären, was ein Browser ist. Wir müssen erklären, dass www. nicht der einzige Teil des Internets ist. Wir müssen erklären, was ein dezentrales Netzwerk ist. Wir müssen erklären, warum die Sperrung von Webseiten zur Bekämpfung von deren Inhalten eine eine so unglaublich gefährliche Idee ist. In einfachen, klaren, Worten.

Es sieht so aus, als sei es die Aufgabe hauptsächlich meiner Generation, das dringend benötigte Handbuch für die Technologie, die wir alle längst nutzen, nachzureichen.

Man stelle es sich vor, dieses kontinuierlich aktualisierte Standardwerk: “Das Internet – verständlich erklärt“. Ein neutrales Handbuch unter Creative Commons, frei konvertierbar für jedes beliebige Medium. Entwickelt, geschrieben, redigiert und diskutiert, illustriert und distributiert von all jenen kreativen Experten aller Couleur , die so sehr die Kraft des Netzes beschwören: Uns. Wir sollten ernsthaft darüber nachdenken.

Geschrieben von Dominik Schwarz

25. Juni 2009 um 15:55

Abgelegt in Medien,Online,Politik,Technologie

Tags: , , ,

Netzsperren: Mein Brief an den Horst Köhler

3 Kommentare

Mein Brief an den Bundespräsident Horst Köhler.

brief-an-horst-koehler.pdf

Creative Commons License

Geschrieben von Dominik Schwarz

19. Juni 2009 um 22:21

Abgelegt in Gesellschaft,In eigener Sache,Online,Politik,Technologie

Tags: , ,

Die Seitenstruktur von Google und Bing

2 Kommentare

Das Thema Bing und die damit verbundene Frage, warum es der milliardenschwere Microsoftkonzern nicht schafft, eine handwerklich saubere Webseiten- und Layoutstruktur für seine Suchmaschine zu entwickeln, lässt mich nicht los. Ja, ich ärgere mich richtiggehend, es ist so schade und unnötig.

Bei den Überlegungen bin ich auch auf folgende Frage gestoßen: Wie kann ich einem wenig design-affinen Menschen, am besten sogar einem absoluten Laien, verständlich aufschlüsseln, dass eine Webseite unstrukturiert ist? Im vorangegangenen Beitrag habe ich versucht, die Screenshots nebeneinander zu stellen. Doch der Effekt der kleinen Thumbnails kommt nicht so stark heraus, wie ich es mir erhofft hatte. Zwar sieht man, dass jede einzelne Seite unterschiedlich gelayoutet ist, die extremen Designsprünge aber, die bei dem klicken auftreten, lassen sich dadurch nicht vermitteln.

Gibt es vielleicht sogar eine Möglichkeit, eine Art Formel festzulegen? Eine Faustregel oder zumindest ein standardisiertes Vorgehen, an Hand dessen eine laien- und vorstandstaugliche Bewertung möglich ist?

Ich habe experimentiert. Das Ziel des Experiments war, zu visualisieren, ob ein Nutzer im Bereich “1 Klick von der Startseite entfernt” mit (verwirrenden) Design/Layoutveränderungen konfrontiert wird. Ich habe dafür die Startseiten von Google und Bing genommen und jeweils alle auf der Startseite direkt verfügbaren Links angeklickt. Bei Google waren das rund 30, bei Bing die Hälfte.

Von jeder einzelnen Seite habe ich einen Screenshot angelegt, diese Screenshots habe ich übereinander gelegt und die Sichtbarkeit für jede einzelne Ebene von 100% auf 10% reduziert, will heißen: die einzelnen übereinandergelegten Screenshots werden dadurch zu 90% durchsichtig. Mit folgendem Ergebnis (am besten im Vollbild betrachten):

Google

Bing

Was heißt das nun? Das Ergebnis ist auf den ersten Blick nicht so eindeutig, wie ich vermutet hätte. Man muss auch dazu sagen, dass die Reihenfolge der Ebenen zufällig gewählt ist, dies wirkt sich natürlich auch auf das Endergebnis aus und bietet Platz für entsprechende Manipulationen (wenn z.B. Screenshots mit hohem weiß-Anteil ganz oben platziert werden).

Lässt sich mit dieser Methode dennoch etwas über eine Webseite herausfinden? Ich denke, bei genauerer Betrachtung schon.

Geschrieben von Dominik Schwarz

15. Juni 2009 um 23:51

Abgelegt in Medien,Online,Technologie,Werbung und Marketing

Tags: , , , , ,

Und jetzt auch noch Bing: Microsoft und das Internet

keine Kommentare

Dass Microsoft das Internet verschlafen hat ist kein großes Geheimnis. Jahrelang erkannte man nicht den bevorstehenden Wandel oder zog zumindest keine Konsequenzen daraus. Und als er schließlich da war, schossen kleine Startups an Microsoft vorbei und die Redmonder mussten hilflos zusehen, wie selbst kleine Firmen und OpenSource Bewegungen das schafften, was sie selbst nicht hinbekommen: Eine Größe im Netz zu werden, ein Innovator sein, die Entwicklung voranzutreiben.

Der Blick vom Spielfeldrand

Beispiel Browser: Der Internet Explorer, ist bis heute in Sachen Nutzerzahl Marktführer, was aber allein darauf beruht, dass er im quasi-monopolistischen Betriebssystem Windows mitgeliefert wird. Und was tun die User, kaum werden ganze Generationen nach 10 Jahren “PC” zu “fortgeschrittenen Anwendern”? Sie wandern ab, massenhaft. Die kostenlose Browseralternative Mozilla Firefox hat den Internet Explorer fast bis in Griffnähe eingeholt und auch Apple – die ihren Browser ebenfalls mit dem Betriebssystem mitliefern – gewinnt beständig an Marktanteil. Und das zu Recht: Der so genannte ACID3-Test prüft Browser darauf, wie standardkonform diese in Sachen HTML und CSS, der Lingua Franca des Webs, sind.

Safari 4: 100/100 Punkten
Firefox 3: 76/100 Punkten
Internet Explorer 8: 20/200 Punkten

Browser sind nur ein Bereich, der zeigt, dass es Microsoft nicht gelingt, zu einer relevanten Größe im Netz zu werden. Eine Größe, definiert nicht durch Umsatz oder Aktienkurse, sondern eine Größe definiert durch Innovationsgrad. Ein weiteres Feld: Serversoftware. Damit aus einem physischen Gerät im Rechenzentrum ein Server wird, bedarf es einer Software. Weltweit führend: Apache, ein OpenSource-Programm.

Die neue Suchmaschine: Gestatten, Bing, der Google-Killer

Jetzt soll es also eine Suchmaschine richten. Mal wieder, schließlich ist Bing nicht der erste Versuch, in diesem Markt Fuß zu fassen. Da gab es “MSN”, jahrelang die einzige Suche von Microsoft, die diesen Namen jedoch kaum verdiente und es auch nie aus der absoluten Irrelevant hinaus schaffte. Dann kam “Live Search”, schon deutlich an Google angelehnt, jedoch mit merklich schlechteren Suchergebnissen, ein rechter Marktanteil wollte ich einfach nicht einstellen.

Das blieb auch in Redmond nicht unbemerkt und seit dem 01. Juni gibt es “Bing”. Es handle sich um eine “Entscheidemaschine” betont man gerne, eine Entscheidemaschine die bei “bei täglichen Entscheidungsfindungen rund um Themen wie Einkaufen oder Reiseplanung helfe”. Und tatsächlich sind die Suchergebnisse deutlich besser geworden, fast alle Anfragen führen zu soliden Ergebnissen. Doch welche Existenzberechtigung gibt es für eine Suchmaschine, die “nicht viel schlechter als Google” ist?

Usability – Benutzerfreundlichkeit – ist ein wesentlicher Faktor, der hinter dem Erfolg von Google steht. Den überladenen, blitzend-blinkenden Portalen Ende der 90er Jahre setzte Google eine radikale Alternative entgegen: Ein Logo, ein Suchfeld, ein Button, das war’s im Wesentlichen.
Bei Bing ganz ähnlich – bis auf dass man sich dort dazu entschlossen hat, ein großformatiges Hintergrundbild zu verwenden. Persönlicher soll die Suche dadurch werden, hat vermutlich jemand aus dem Marketing eingeflüstert. Ob es klug ist, den Fokus von den Funktionselementen auf die Fototapete im Hintergrund zu lenken sei dahingestellt.

Struktur, Ordnung und Design bei Bing

Es ist insgesamt die klare Linie, die so dringend fehlt. Von einheitlicher Struktur ist nichts zu erkennen, ganz im Gegenteil. Es beginnt mit dem dritten Namenswechsel innerhalb weniger Jahre und zieht sich durch bis zur eigenwilligen Groß- und Kleinschreibung, die übrigens auch schon bei “Live” ständig wechselte.

“Bing” schreibt sich im Logo klein, im Linktext 200 Pixel weiter oben jedoch groß. “Beta” ist ebenfalls groß, “seiten” dafür in klein, “web” ebenfalls klein, dafür “Mehr” großgeschrieben. Das orthographische Chaos auf der Startseite scheint symptomatisch.

Für die Nutzer aber noch viel schlimmer ist die einheitliche Uneinheitlichkeit im Design. Konkret:

Folgende Screenshots stammen ausschließlich von Seiten, die mit einem Klick (!) von bing.com erreichbar sind. Ausnahme: Das Dropdownfeld “Extras” benötigt 1 zusätzlichen Klick, betrifft die Seiten “Einstellungen” und “Werbung”.

Rund 100 Millionen Dollar sollen jetzt in die Marketingmaßnahmen für Bing fließen. Eine große Summe, erst recht für ein halb ausgegorenes Produkt. Dabei wäre ein starkes “Bing” sogar wünschenswert, selbst 2 ernstzunehmende Suchmaschinen im Internet wären immer noch zu wenig. Und wie es aktuell aussieht, wird es aber wohl auf absehbare Zeit sogar nur bei einer bleiben.

…ach, übrigens, hier.. Datenschutz?

Wenn ich auf Feedback klick, also wirklich nur klicke, nichts nichts eingebe, nicht eingeloggt und registriert bin, einfach nur als Benutzer auf Feedback klicke… dann werde ich auf diese URL weitergeleitet:

https://feedback.discoverbing.com/default.aspx?mkt=de-de&productkey=bingweb&brand=&&locale=de-DE&P1=dsathome&P2=&P3=0&P4=&P5=32B72ECDB1F04D5FBEB43459E4184F4D&P6=Koln,%20Nordrhein-Westfalen&P7=Original&P8=&P9=50.944442/6.961666&P10=24902.0&P11=http://www.bing.com/?scope=images&nr=1&P12=&searchtype=Web%20Search&optl1=1&backurl=http://www.bing.com:80/?scope=images&nr=1&FORM=FEEDTU

Da wird also die IP des Users auf dessen Wohnort aufgelöst. Ein Standardverfahren im Webcontrolling, je nach dem über welchen Provider man online ist nur mäßig genau und mehr als eine Region oder Stadt kann nicht ausgelesen werden.

Aber auch wenn es Standard ist, bei “Bing liegen die Sachen meines (Laien)-Erachtens ein wenig anders:

Ach Microsoft…

Geschrieben von Dominik Schwarz

14. Juni 2009 um 15:49

Abgelegt in Online,Technologie,Werbung und Marketing

Tags: , , , , ,

Google, Formulare, SEO und noindex

2 Kommentare

Mal eine Frage: Seit geraumer Zeit indexiert Google nun Webseiten, die hinter Formularen liegen. Bis dies Standards sein wird, dauert es nicht mehr lang. Wie aber setze ich für einzelne Links den Attributswert “noindex“?

Oder ganz konkret: Nehmen wir an, ich habe eine Datenbank mit den Feldern “Name”, “Wohnort” und “Hobby”, deren 20 Datensätze auf der Seite index.html ausgegeben werden.

Ebenfalls auf der Seite index.html gibt es die Möglichkeit, die Datenbank gefiltert auszugeben: Über ein Formular kann ich beispielsweise auswählen “Nur 5 Datenbankeinträge anzeigen”. In diesem Fall wird wieder die index.html angezeigt, diesmal nur mit 5 Einträgen.

Bisher nicht weiter problematisch, doch seit Google auch “forms” mit einbezieht, landen Filterergebnis-URL im Suchindex. Nun kann ich natürlich per robots.txt einzelne Seiten ausschließen, das möchte ich aber nicht – die index.html soll schließlich weiterhin im Index sein. Direkt in der Datei noindex anzugeben funktioniert aus dem selben Grund nicht. Und Einzelne Links direkt im Formular auf noindex zu setzen geht schlichtweg nicht.

Was tun? Habe ich etwas übersehen? Wie kann ich das Problem lösen? Noch bin ich ratlos.

Geschrieben von Dominik Schwarz

12. August 2008 um 21:39

Abgelegt in Online,Technologie

Apple Time Capsule

keine Kommentare

Lange hatte ich zwei Systeme im Einsatz: ein iBook für unterwegs und ein Mac Mini als stationären Rechner. Langfristig wurde die Frage der Synchronisation aber so dringlich, dass ich mich Ende letzten Jahres dazu entschlossen habe, beide Rechner gegen ein MacBook einzutauschen. Ein Tausch, den ich nicht bereue.

Blieb jedoch viele Monate die Frage nach Backups offen. Oder anders gesagt: Zwischen November und Juni dachte ich wie alle Jahre davor “Backups? Jaja, wenn mal Zeit ist”. Da ich zwischenzeitlich jedoch sämtliche Daten nur noch auf dem Laptop hatte und dieser auch nur noch über 100 MB freien Speicher verfügte, war Zeit zu handeln: Ich habe mir eine Time Capsule gekauft.

Und damit bin ich auch zufrieden, pinzipiell. Die Einrichtung: superschnell. Das erste Backup: Superlangsam, aber so ist das nunmal über WLAN, ich hätte die Zeitapsel ja auch verkabeln können, war ich aber zu bequem. Design, Benutzung, Preis – alles Hervorragend oder zumindest okay. Aber:

Time Capsule lässt sich nicht partitionieren. Geht nicht. Also, geht schon, aber nur, wenn ich das Gehäuse aufbreche, die Garantie verliere und über ein Kabel verbunden bin. Prinzipiell noch nicht all zu tragisch, wenn nicht Problem zwei hinzukäme: Time Machine.

Time Machine macht automatisiert Backups. Jede Stunde, immer wenn ich in Reichweite der Time Capsule bin. Gespeichert werden dabei jeweils nur die seit dem letzten Backup verwendeten Dateien, trotzdem: das läppert sich. Arbeite ich 3 Stunden an einem Dokument, macht Time Machine 3 unterschiedliche Backups davon. Diese Einstellung lässt sich nicht ändern, es gibt keinerlei Möglichkeit für den Anwender, die Häufigkeit der Backups oder die Vorhaltezeit auf der Time Capsule zu konfigurieren! Nichts, lediglich “Backup oder kein Backup” ist hier die Frage, welche Apple stellt.

Und so läuft alles darauf hinaus, dass ich zwar eine 500 GB große Time Capsule habe, diese jedoch Megabyte für Megabyte, langsam aber unaufhaltsam für eine Time Machine Backupdatei aufgebraucht werden und ich habe keine Möglichkeit, dies zu verhindern. Die parallele Nutzung der WIFI-Festplatte als Datenträger und automatisiertem Backupmedium wird dadurch nicht nur unnötig erschwert sondern je nach Nutzungsintensität geradezu unmöglich.

Warum das so sein muss ist mir schleierhaft. Schon die einfache Möglichkeit, in Time Machine den maximalen Speicherplatz für Backups zu konfigurieren würde völlig ausreichen. Schade, dass ein eigentlich so trivialer Funktionsfehler ein an sich großartiges System so belastet.

Geschrieben von Dominik Schwarz

21. Juli 2008 um 22:35

Abgelegt in Technologie