zurück zur Startseite

"But I... I... I think you're the fucking Antichrist."

Noch ein Weblog von Dominik...

Archive for the ‘Suchmaschinen’ tag

Die Seitenstruktur von Google und Bing

3 Kommentare

Das Thema Bing und die damit verbundene Frage, warum es der milliardenschwere Microsoftkonzern nicht schafft, eine handwerklich saubere Webseiten- und Layoutstruktur für seine Suchmaschine zu entwickeln, lässt mich nicht los. Ja, ich ärgere mich richtiggehend, es ist so schade und unnötig.

Bei den Überlegungen bin ich auch auf folgende Frage gestoßen: Wie kann ich einem wenig design-affinen Menschen, am besten sogar einem absoluten Laien, verständlich aufschlüsseln, dass eine Webseite unstrukturiert ist? Im vorangegangenen Beitrag habe ich versucht, die Screenshots nebeneinander zu stellen. Doch der Effekt der kleinen Thumbnails kommt nicht so stark heraus, wie ich es mir erhofft hatte. Zwar sieht man, dass jede einzelne Seite unterschiedlich gelayoutet ist, die extremen Designsprünge aber, die bei dem klicken auftreten, lassen sich dadurch nicht vermitteln.

Gibt es vielleicht sogar eine Möglichkeit, eine Art Formel festzulegen? Eine Faustregel oder zumindest ein standardisiertes Vorgehen, an Hand dessen eine laien- und vorstandstaugliche Bewertung möglich ist?

Ich habe experimentiert. Das Ziel des Experiments war, zu visualisieren, ob ein Nutzer im Bereich “1 Klick von der Startseite entfernt” mit (verwirrenden) Design/Layoutveränderungen konfrontiert wird. Ich habe dafür die Startseiten von Google und Bing genommen und jeweils alle auf der Startseite direkt verfügbaren Links angeklickt. Bei Google waren das rund 30, bei Bing die Hälfte.

Von jeder einzelnen Seite habe ich einen Screenshot angelegt, diese Screenshots habe ich übereinander gelegt und die Sichtbarkeit für jede einzelne Ebene von 100% auf 10% reduziert, will heißen: die einzelnen übereinandergelegten Screenshots werden dadurch zu 90% durchsichtig. Mit folgendem Ergebnis (am besten im Vollbild betrachten):

Google

Bing

Was heißt das nun? Das Ergebnis ist auf den ersten Blick nicht so eindeutig, wie ich vermutet hätte. Man muss auch dazu sagen, dass die Reihenfolge der Ebenen zufällig gewählt ist, dies wirkt sich natürlich auch auf das Endergebnis aus und bietet Platz für entsprechende Manipulationen (wenn z.B. Screenshots mit hohem weiß-Anteil ganz oben platziert werden).

Lässt sich mit dieser Methode dennoch etwas über eine Webseite herausfinden? Ich denke, bei genauerer Betrachtung schon.

Geschrieben von Dominik Schwarz

15. Juni 2009 um 23:51

Und jetzt auch noch Bing: Microsoft und das Internet

keine Kommentare

Dass Microsoft das Internet verschlafen hat ist kein großes Geheimnis. Jahrelang erkannte man nicht den bevorstehenden Wandel oder zog zumindest keine Konsequenzen daraus. Und als er schließlich da war, schossen kleine Startups an Microsoft vorbei und die Redmonder mussten hilflos zusehen, wie selbst kleine Firmen und OpenSource Bewegungen das schafften, was sie selbst nicht hinbekommen: Eine Größe im Netz zu werden, ein Innovator sein, die Entwicklung voranzutreiben.

Der Blick vom Spielfeldrand

Beispiel Browser: Der Internet Explorer, ist bis heute in Sachen Nutzerzahl Marktführer, was aber allein darauf beruht, dass er im quasi-monopolistischen Betriebssystem Windows mitgeliefert wird. Und was tun die User, kaum werden ganze Generationen nach 10 Jahren “PC” zu “fortgeschrittenen Anwendern”? Sie wandern ab, massenhaft. Die kostenlose Browseralternative Mozilla Firefox hat den Internet Explorer fast bis in Griffnähe eingeholt und auch Apple – die ihren Browser ebenfalls mit dem Betriebssystem mitliefern – gewinnt beständig an Marktanteil. Und das zu Recht: Der so genannte ACID3-Test prüft Browser darauf, wie standardkonform diese in Sachen HTML und CSS, der Lingua Franca des Webs, sind.

Safari 4: 100/100 Punkten
Firefox 3: 76/100 Punkten
Internet Explorer 8: 20/200 Punkten

Browser sind nur ein Bereich, der zeigt, dass es Microsoft nicht gelingt, zu einer relevanten Größe im Netz zu werden. Eine Größe, definiert nicht durch Umsatz oder Aktienkurse, sondern eine Größe definiert durch Innovationsgrad. Ein weiteres Feld: Serversoftware. Damit aus einem physischen Gerät im Rechenzentrum ein Server wird, bedarf es einer Software. Weltweit führend: Apache, ein OpenSource-Programm.

Die neue Suchmaschine: Gestatten, Bing, der Google-Killer

Jetzt soll es also eine Suchmaschine richten. Mal wieder, schließlich ist Bing nicht der erste Versuch, in diesem Markt Fuß zu fassen. Da gab es “MSN”, jahrelang die einzige Suche von Microsoft, die diesen Namen jedoch kaum verdiente und es auch nie aus der absoluten Irrelevant hinaus schaffte. Dann kam “Live Search”, schon deutlich an Google angelehnt, jedoch mit merklich schlechteren Suchergebnissen, ein rechter Marktanteil wollte ich einfach nicht einstellen.

Das blieb auch in Redmond nicht unbemerkt und seit dem 01. Juni gibt es “Bing”. Es handle sich um eine “Entscheidemaschine” betont man gerne, eine Entscheidemaschine die bei “bei täglichen Entscheidungsfindungen rund um Themen wie Einkaufen oder Reiseplanung helfe”. Und tatsächlich sind die Suchergebnisse deutlich besser geworden, fast alle Anfragen führen zu soliden Ergebnissen. Doch welche Existenzberechtigung gibt es für eine Suchmaschine, die “nicht viel schlechter als Google” ist?

Usability – Benutzerfreundlichkeit – ist ein wesentlicher Faktor, der hinter dem Erfolg von Google steht. Den überladenen, blitzend-blinkenden Portalen Ende der 90er Jahre setzte Google eine radikale Alternative entgegen: Ein Logo, ein Suchfeld, ein Button, das war’s im Wesentlichen.
Bei Bing ganz ähnlich – bis auf dass man sich dort dazu entschlossen hat, ein großformatiges Hintergrundbild zu verwenden. Persönlicher soll die Suche dadurch werden, hat vermutlich jemand aus dem Marketing eingeflüstert. Ob es klug ist, den Fokus von den Funktionselementen auf die Fototapete im Hintergrund zu lenken sei dahingestellt.

Struktur, Ordnung und Design bei Bing

Es ist insgesamt die klare Linie, die so dringend fehlt. Von einheitlicher Struktur ist nichts zu erkennen, ganz im Gegenteil. Es beginnt mit dem dritten Namenswechsel innerhalb weniger Jahre und zieht sich durch bis zur eigenwilligen Groß- und Kleinschreibung, die übrigens auch schon bei “Live” ständig wechselte.

“Bing” schreibt sich im Logo klein, im Linktext 200 Pixel weiter oben jedoch groß. “Beta” ist ebenfalls groß, “seiten” dafür in klein, “web” ebenfalls klein, dafür “Mehr” großgeschrieben. Das orthographische Chaos auf der Startseite scheint symptomatisch.

Für die Nutzer aber noch viel schlimmer ist die einheitliche Uneinheitlichkeit im Design. Konkret:

Folgende Screenshots stammen ausschließlich von Seiten, die mit einem Klick (!) von bing.com erreichbar sind. Ausnahme: Das Dropdownfeld “Extras” benötigt 1 zusätzlichen Klick, betrifft die Seiten “Einstellungen” und “Werbung”.

Rund 100 Millionen Dollar sollen jetzt in die Marketingmaßnahmen für Bing fließen. Eine große Summe, erst recht für ein halb ausgegorenes Produkt. Dabei wäre ein starkes “Bing” sogar wünschenswert, selbst 2 ernstzunehmende Suchmaschinen im Internet wären immer noch zu wenig. Und wie es aktuell aussieht, wird es aber wohl auf absehbare Zeit sogar nur bei einer bleiben.

…ach, übrigens, hier.. Datenschutz?

Wenn ich auf Feedback klick, also wirklich nur klicke, nichts nichts eingebe, nicht eingeloggt und registriert bin, einfach nur als Benutzer auf Feedback klicke… dann werde ich auf diese URL weitergeleitet:

https://feedback.discoverbing.com/default.aspx?mkt=de-de&productkey=bingweb&brand=&&locale=de-DE&P1=dsathome&P2=&P3=0&P4=&P5=32B72ECDB1F04D5FBEB43459E4184F4D&P6=Koln,%20Nordrhein-Westfalen&P7=Original&P8=&P9=50.944442/6.961666&P10=24902.0&P11=http://www.bing.com/?scope=images&nr=1&P12=&searchtype=Web%20Search&optl1=1&backurl=http://www.bing.com:80/?scope=images&nr=1&FORM=FEEDTU

Da wird also die IP des Users auf dessen Wohnort aufgelöst. Ein Standardverfahren im Webcontrolling, je nach dem über welchen Provider man online ist nur mäßig genau und mehr als eine Region oder Stadt kann nicht ausgelesen werden.

Aber auch wenn es Standard ist, bei “Bing liegen die Sachen meines (Laien)-Erachtens ein wenig anders:

Ach Microsoft…

Geschrieben von Dominik Schwarz

14. Juni 2009 um 15:49

Abgelegt in Online,Technologie,Werbung und Marketing

Tags: , , , , ,