In einem See aus Industrieabwasser zu schwimmen klingt zunächst nicht sonderlich erstrebenswert. Und wenn so ein Vergnügen dann auch noch einer Stunde Anfahrt über ein ausserhalb der Teerstraße unpassierbares Feld aus erkalteter Lava bedarf, macht es die ganze Sache jetzt nicht unbedingt besser. Aber in Island ist eben alles etwas anders.
Der Stromhunger und Energiebedarf der Wikingernachfahren wird ökologisch voll verträglich befriedigt: Wärme- und Wasserkraftanlagen über das ganze Land verteilt holen sich die Energie direkt von dort, wo sie herkommt: aus dem Boden. Im Fall der blauen Lagune aus mehreren hundert Metern Tiefe in Form von vulkanerhitztem Heißwasser. Dieses Wasser ist jedoch zur Einspeisung ins Leitungsnetz noch zu warm und wird daher mit kaltem Grundwasser aus geringerer Tiefe abgekühlt. Das kalte Wasser erhitzt sich dabei und wird danach als Abwasser in eine Grube gekippt. Fertig ist eine blaue Lagune und der Lavaschlick ist auch gleich noch für die Schönheit, gegen Neurodermitis und ausserdem eine lustige Matsche.