Warum ich ein Schließfach besitze

Ich weiß, Backups sind jetzt nicht das spannendste Thema. Aber verdammt wichtig. Ein 100%iger Verlust aller meiner digitalen Daten wäre eines der schlimmsten Dinge, die ich mir vorstellen könnte. Und wer selbstständig ist, für den ist Datenverlust vielleicht sogar existenzbedrohend. Aber selbst wenn nicht: Alle E-Mails, alle je geschossenen Fotos, alle Dokumente: Auch für Personen fern ab der IT-Branche ist Datenverlust mit großem Schmerz verbunden. Nicht umsonst heißt es häufig nach Hausbränden oder Einbrüchen: „Es ist nicht der finanzielle Schaden. Es sind die nun fehlenden persönlichen Dinge, die mich am meisten belasten“.

Wer Daten verliert, verliert ein Stück seiner selbst.

Als Mac-User gibt es mit der Apple Time Capsule, einer WLAN-Festplatte + entsprechender Software eine sehr bequeme, wenn auch recht teure Backuplösung. Ein mal irgend wo im Haus angeschlossen macht die Software stündlich ein inkrementelles Backup des Rechners, also eine Datensicherung, bei der nur die jeweils geänderten Dateien kopiert werden. Das funktioniert sehr bequem und einfach – echte Sicherheit ist damit jedoch noch nicht gewährleistet.

Wenn sich die Sicherungsdaten am physisch selben Ort befinden wie das zu sichernde Original gibt es eine ganze Reihe an Gefahren, die nicht abgesichert sind:

  • Einbruch, bei dem alle IT-Geräte mitgenommen werden
  • Hochwasser; in vielen Gegenden Realität
  • Leitungsbruch und Wasserschaden
  • Blitzeinschlag mit Schaden im Stromnetz
  • Wohnungsbrand

Richtig ist: All diese Fälle sind unwahrscheinlich. Aber mache ich ein Backup nicht genau für diese unwahrscheinlichen Fälle? Ist nicht genau dies der Grund, warum ich für viele andere Dinge eine Versicherung abgeschlossen habe? Zeit, meine Daten, meine digitale Identität zu versichern.

Und das ist ganz einfach: Seit vielen Jahren habe ich ein Schließfach gemietet. Viele Banken bieten dies – zumindest ihren Bestandskunden – sogar erstaunlich günstig an. So kostet ein Schließfach bei der Stadtsparkasse Köln nur rund 40,- Euro pro Jahr und bietet genügend Platz für mehrere Festplatten. Uns selbst in der Schweiz sind die Kosten vergleichsweise gering (Zürcher Kantonalbank: 107,- Franken/Jahr für ein Schließfach der Größe zwei (Platz für ~A4 Dokumente, 4 cm hoch)

Und genau das ist der Trick dabei: In einer festgelegten Frequenz mache ich ein Backup meines Backups. Auf einer externen Festplatte (hier empfehle ich die „Passport“-Serie von Western Digital) gesichert und im Schließfach meiner Bank sind meine digitalen Unterlagen wirklich sicher.

Gut angelegtes Geld für ruhigen Schlaf.

2 thoughts on “Warum ich ein Schließfach besitze

  1. Tja, inzwischen 12TB an Daten… da bräuchte ich viele Passports =)
    Was ich noch empfehlen kann, ist ein Backup aller wichtigen Daten über Dropbox.
    Ich habe meinen kompletten User-Ordner dort gesynct. 100GB platz.
    Rechnungswesen, Angebote… usw.
    Und die Fotos sind auf einem 12TB RAID-Timemachine BackUp als auch zusätzlich auf 2x6TB Thunderbolt DUO von WD.
    Die liegen bei einem Freund ;)

  2. Mein Schließfach heißt Mama (Backup-Festplatte in ihrer Wohnung).
    Okay: Wenn ganz Norddeutschland abfackelt, sieht’s schlecht aus.

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