Hard-boiled Wonderland

Mit dem Alkohol wollte ich den Stress, der sich in den vergangenen drei Tagen angestaut hatte, abbauen – und dann schlafen, nichts als schlafen. Bevor die Probleme des nächsten Tages auf mich einstürzten – und das würden sie zweifelslos -, wollte ich so lange schlafen, wie die Erde brauchte, um sich wie Michael Jackson einmal um sich selbst zu drehen. Und dann die neuen Probleme mit frischer Verzweiflung angehen.

Ich lese endlich wieder Murakami. Nach langer Zeit und ein Buch, welches eigentlich schon mehrere Jahre alt ist, ich aus irgendwelchen Gründen aber nie angefangen hatte. Ich habe ihn vermisst.

IWB Relaunch: Ownz You System!

Der Relaunch der IWB ruled gewaltig.
Screenshot google.de 22.09.08 – 17:00

LULZ! Noch ein kleiner Nachtrag zum Thema Relaunch der Internet World Business: Die Jungs von knochwerke haben ihre 1337en h@xx0r 5k!112 ausgepackt und direkt „Ownz You System!„…. in Google… reingehackt!

…und dabei irgendwie vergessen die URL der Entwicklungsumgebung nach dem Launch anständig weiterzuleiten. Jetzt wird fleissig Duplicated Content generiert und überhaupt, was soll man denn da noch sagen? Die im letzten Artikel beschriebene 404-Seite gibt es nicht mehr, die sinnlosen Fehlermeldungen wurden einfach durch – nichts ersetzt. Statt Nutzerführung gibts eine weiße Seite. Achje

Relaunch: Internet World Business

Relaunch der Internet World Business
Relaunch der Internet World Business

„Oh, diese zeternden, nichtsnutzigen Blogger. Da steckt man so viel Arbeit in ein Projekt und dann ist es keine 15 Minuten online und schon wirds zerissen.“ So oder so ähnlich mag so mancher denken. Darum halte ich mich was den Relaunch des Branchenkompetenzkompetenzmagazins „Internet World Business“ angeht vornehm zurück. Nennen wir es eine würdige Umgebung für all die „News“. Continue reading „Relaunch: Internet World Business“

Vom Wunschdenken längst Überholter

Aus dem Vorwort zum Kompendium der Mediengestaltung

(„Neue Trends und Entwicklungen in der Medienbranche“, so der Klappentext, fänden in der dritten, generalüberholen Auflage des „Kompendium der Mediengestaltung“ für Digital- und Printmedien Eingang.

Schade nur, dass in dem 2005 (!) erschienenen Quasi-Standardwerk für die rund 7.000 Mediengestalterazubis (inklusive Nonprint) Jahr für Jahr zwar der „Netscape Navigator„, nicht aber Firefox Erwähnung findet. Schade, dass der laxe Schreibstil zwar bestimmt den ein oder anderen Pseudokreativen anspricht, inhaltlich aber häufig ungenau ist. Schade, dass im Fließtext Smilies intergiert sind (!), die Argumentation für Barrierefreie Webseiten aber bei „Damit gewinnen Sie Aufträge aus öffentlicher Hand“ endet und kein Wort darüber verliert, ob es nicht prinzipiell richtig sein könnte, Behinderte zu integrieren. Schade, dass die Inhalte didaktisch streckenweise völlig konfus und unbrauchbar aufbereitet sind. Und schade, dass bereits im Vorwort solch ein wie bereits oben abgebildeter grandioser Bullshit steht!)

Wer wird nicht Millionär?

Wer wird Millionär?

Die synthetischen Choralstimmen setzen zu einem halbminütigen Aaaaaaaaaaaaaa an. Der Herzschlagbeat: Ta dadada – Ta dadada – Ta dadada – Ta dadada – Ta dadada – Ta dadada – Ta dadada – Ta dadada – Ta dadada – Ta dadada – Ta dadada – Ta dadada – Ta dadada – Ta dadada – Ta dadada – Ta dadada. Kleine space-ige Töne hetzen in Wellen die Tonleiter rauf und runter. Plingplamplumplim plingplamplumplim plingplamplumplim plingplamplumplim. Und das Ganze von vorn! Aaaaaaaaaa Ta dada plingplamplumplim Ta dadada Aaaaaaaaaa Ta dadada plingplamplumplim.

Also, zumindest im Fernsehen ist das so. Tatsächlich stören nur die in regelmäßigen Abständen heruntergeworfenen Abstimmgeräte für das Publikum die Stille im Studio. Die Musik, die vermutlich ein Großteil der Deutschen ohne langes Zögern der Sendung zuordnen könnte, wird erst im Nachhinein eingefügt. Herzlich Willkommen und zu einem Freitag Abend mit „Wer wird Millionär„!

Ich will gerade in die Mittagspause, als eine unbekannte Nummer auf meinem Handy klingelt. „Hallo, hier Endemol!“ Endemol? Moment, die machen doch… „Wer wird Millionär und der Computer hat Sie ausgewählt, herzlichen Glückwunsch! Sind Sie allein im Raum, ich werde Ihnen dann ein paar offene Fragen ohne vorgegebene Antwortmöglichkeiten stellen!“ Etwas verdutzt lege ich meine Jacke wieder hin. Erst 3 Tage ist es her, dass ich mich zum ersten Mal für die Sendung beworben habe und eine Onlinefrage ausfüllte. „Wie heißt Jogi Löw mit Vornamen richtig? Welches Metall verbirgt sich hinter der chemischen Abkürzung Zn? Wie heißt der große Fels in Australien, der auch Wahrzeichen des Landes ist?“ Mein Kollege bedeutet mir durch die Glastür, dass die Pizza gerade geliefert wurde. Jetzt nicht! „In welchem Bundesland liegen Konstanz und Mannheim? Welche Zahl zwischen 9 und 19 ergibt die Quersumme 2? Judith Holofernes spielt in welcher bekannten deutschen Band?“ Ein paar Lebenseckdaten von mir, dann zum Abschluss eine Schätzfrage: „Wie lange brauchte der diesjährige Gewinner des Iron-Man-Contests, um ins Ziel zu kommen?

„Sollte es geklappt haben, rufe ich Sie bis spätestens Montag Abend zurück!“ und das Gespräch endet. Schnell google ich, ob ich mit Zink auch recht hatte und stelle zudem fest, dass ich mit meinem Tipp „8 Stunden“ bei der Schätzfrage lediglich 15 Minuten daneben lag. Als ich zum essen kam, war die Pizza längst kalt.

Hinter den Kulissen wählten die Mitarbeiterinnen von Endemol zu dieser Zeit 99 weitere Nummern, die der Zufallsgenerator ausspuckte. Die 10 besten dieser 100 Bewerber stellen dann die Kandidaten im Studio. Und tatsächlich klingelt am Freitag erneut das Handy mit unbekannter Nummer. „Hallo, ich bins nochmal von Endemol! Es hat geklappt!

Keine 14 Tage später ist der Aufahmetermin. Drei Sendungen werden hintereinander aufgezeichnet, jeweils am Dienstag Abend. Per E-Mail erhalte ich Unterlagen mit den Anlagen A bis H, scanne meinen Personalausweis, ein Bild und stehe vor der schwierigen Wahl, 3 komplette Garnituren mitbringen zu müssen. Sollte ich Überhangkandidat werden, muss ich in der nächsten Sendung natürlich andere Kleidung tragen, genau wie meine Begleitperson. Tragen darf ich was ich will, wohl soll ich mich fühlen sagt Anlage D. Es sei denn ich fühle mich in Kleidung wohl, die komplett weiß, komplett schwarz, knallrot, gestreift, gepunktet, gemustert oder gestrickt ist, das sind schlechte Kombinationen für die Technik.

Ich habe Glück und mein Outfit wird am Aufzeichnungstag abgesegnet. Es folgt ein Vorbriefing und die Vertragsunterzeichnung. Das Schriftstück ist liberaler als erwartet. RTL erhält das Recht am Bild und darf bis in alle Ewigkeit Sendungen, DVDs, Spiele und Webseiten mit meinem Konterfei schmücken. Das liegt bei einem Medienunternehmen allerdings auch nahe und ist in diesem Fall in Ordung, schließlich habe ich mich beworben. Darüber hinaus verpflichte ich mich zur Mitwirkung und nenne keine Markennamen, so lange mich Herr Jauch nicht explizit danach fragt. Der Datenverwertungspassus ist streichbar und so setze ich meine Unterschrift auf das Papier.

Dann eine Testrunde im Studio. Auf den ersten Blick ist es klein, auf den zweiten auch noch dreckig. Die Stühle der Kandidaten dürfen wir jetzt, so sagt Berufsvorglüher Frank, an den schwarzen Klebekreuzen auf dem PVC-Boden ausrichten. Das Publikum sitzt auf provisorisch erscheinenden Tribünen, die mit ikeaähnlichen Stühlen ausgestattet sind. Auf dem Rand liegen die Fernbedienungen für den Publikumsjoker. Frank wird später sagen „Bitte, bitte nicht runterwerfen.“ Es wird nie nützen. Dann spielen wir eine Auswahlrunde auf den Touchscreens und nehmen jeweils einmal in der Mitte Platz. „Sie bitte in die linke Kamera lächeln“ und ich lächle in die linke Kamera. Ende der Probe.

Später schaue ich mir im Backstagebereich die Bilder an der Wand an. Armin Assinger ist der österreichische Günther Jauch, nur ohne Witz und Charme. Das Studio ist jedoch das Selbe und so wird donnerstags die österreichische Version der weltweit lizenzierten Show gedreht. Meiner Freundin erzählt die Stadtführerin auf der Tour für die Begleitpersonen, dass eben jede „Millionenshow“ massive Probleme mit den Zuschauern habe. Beziehungsweise damit, dass es eben keine Zuschauer gibt. Während Publikumskarten für die deutsche Sendung knapp zwei Jahre im Voraus ausgebucht sind (!), werden von Endemol für die Millionenshow Schulklassen rekrutiert, damit das Studio überhaupt gefüllt ist. Dementsprechend unbeliebt ist dann natürlich auch der Publikumsjoker bei den österreichischen Kandidaten – in den seltensten Fällen sind Kölner Schüler in österreichspezifischen Fragen sonderlich firm.

Eine andere Kuriosität steht unter den Zuschauerrängen. Als Rainer Calmund zu Gast bei Wer wird Millionär war, wurde vorab ein extra Kandidatenstuhl angefertigt. Dieser wird nun entweder für schwergewichtige Prominentenspecials verwendet – oder für die Sondersendungen im ORF: schließlich können auf dem Stuhl zwei Kinder gleichzeitig sitzen!

Und dann, 17:30 nach der Maske, die sich im Wesentlichen auf abtupfen beschränkt, geht es los. Zunächst mit der Aufzeichnung Nummer eins, die ich im Hauskanal mitverfolgen kann. Der Bass, wann immer die nächste Frage gestellt wird, kommt zugleich aus dem Fernseher und ist auch in den Füßen zu spüren. Zum ersten Mal bin ich dann doch nervös. Von den Fragen, die Herr Jauch ein Stockwerk unter mir stellt, weiß ich die Hälfte nicht – was jedoch nicht an der Aufregung liegt, sie übersteigen schlicht mein Wissen. 7,5 Millionen Zuschauer haben eine der letzten Montagssendungen gesehen, das sind – Kleinkinder abgezogen – knapp 10% aller Bundesbürger! Kein Platz, an dem man sich unbedingt lächerlich machen möchte. Für 120 Fragen, die Herr Jauch mir stellen könnte, habe ich Antworten im Kopf. Wahrscheinlich wird er die 121. Frage stellen und ich kann mich weder an meine Hobbys erinnern, noch in 2 Sätzen erklären, was ich beruflich eigentlich so genau mache. Ach. doch, kann ich. Wird schon! Ne? Ja, doch, wird. Und wenn nicht, es führt eh kein Weg dran vorbei, denn die erste Sendung endet bereits und der Überhangkandidat kommt hoch und zieht sich um, damit er gleich weiterspielen kann. Unten wechselt das Publikum, dann geht es los. Einmarsch der Kandidaten, ein Mal quer durchs Studio laufen, grüßen, beklatscht werden, hinsetzen. Ohne Kamera, ohne Herrn Jauch. Der ist mittlerweile sowieso schon so oft durch den Flur gelaufen und ist nach Smalltalk kaum mehr ungewohnt. Umso ungewohnter dafür das Licht, die Kameras und circa 40 Zuschauer, die einem über den Rücken auf den Bildschirm schauen. „Und begrüßen Sie nun unseren Gastgeber: Günther Jauch!

Noch ein Briefing, diesmal fürs Publikum. Bitte nichts vorflüstern und auch nicht „das Zahnarztgeräusch machen“, wenn ein Kandidat falsch tippt. Wenn 200 Menschen mit einem langgedehnten „fffff“-Ton die Luft einziehen kommt auch in der Mitte an, dass diese Antwort vielleicht falsch sein könnte. Alles klar? Dann los!

„Vor dieser Frage muss sich keiner fürchten“ sagt Günther Jauch und wir sollen „Außer“, „Spesen“, „nichts“ und „gewesen“ richtig reihen. Ich reihe „Nichts gewesen außer Spesen“ und stelle erst bei der Auflösung fest, dass das Sprichwort ja andersrum geht. Aber die 2 Sekunden des Konkurrenten hätte ich sowieso nicht unterbieten können. Am Ende geht er mit 500,- Euro nach Hause, nicht ohne sich zuvor mehrfach blamiert zu haben. Und während sich der Kandidat in der Mitte abmüht, merke ich, wie ich zunehmend ruhiger werde. Von Minute zu Minute reduzieren sich Puls und vor der zweiten Auswahlrunde bin ich bei relativer Entspannung angekommen. Jetzt nochmal konzentrieren:

0,37 Sekunden. Und Susanne brauchte dann bis zum Ende. Das war’s auch schon, „jetzt geht es hier weiter mit Mario Barth, einen schönen Freitagabend noch!“ Schnell noch ein Foto, dann die Plätze für die nächsten frei machen.

Bleiben noch zwei Sachen zu sagen, eigentlich sogar drei:

Erstens: Wie ist er denn nun so, der Günther Jauch?
Nett! Professionell und wissend, was er tut, und dabei schlichtweg nett. Und was ihn noch besser charakterisiert: „Wie im Fernsehen!“

Zweitens: Bist du nicht enttäuscht?
Nein! Kurioserweise ist mein Umfeld bei weitem enttäuschter als ich selbst. Natürlich hätte ich gerne gewonnen und es war ja auch sehr sehr knapp, aber andererseits habe ich gar nie damit gerechnet in die Mitte zu kommen. Die Auswahlrunden sind reines Glück, die Maler wusste ich, das Sprichwort hätte ich vielleicht auch mit mehr Zeit falsch gereiht. Zudem: hey, ich bin 22 – ich glaube, ich habe noch mehr Chancen auf Gewinne! Es war ein super interessanter Tag und Fahrt und Hotel und Verpflegung wurden alles bezahlt, was will ich mehr! Und das kleine drittens: Mit Susanne kam jemand dran, der es auch „verdiente“. Seit 7 Jahren (!) hat sie sich regelmäßig beworben, ich hingegen nur ein einziges Mal. Gewusst hätte ich ihre Fragen dennoch. Ohne Joker!

Und so schnell diese ganze Episode begonnen hat, endet sie auch. Mit einem Aaaaaaaaaa Ta dada plingplamplumplim Ta dadada Aaaaaaaaaa Ta dadada plingplamplumplim.


Im nächsten Teil: „VORBEI! Das Leben danach: Wie ich langsam wieder Fuß in der realen Welt fasse.“

The IT Crowd

theitcrowd.jpg

I did say that on my CV, yes. I have a lot of experience with the whole computer… thing. You know, e-mails, sending e-mails, receiving e-mails, deleting e-mails… I could go on.

Tief in dreckigen und dunklen Keller des Firmengebäudes von Denholm Industries („Gentlemen, when I first started Denholm Industries, I had only two things in my possession. A dream, and six million pounds.„) befindet sich die IT-Abteilung. Roy, Moss und mehr oder weniger Richmond, allesamt liebevoll gezeichnete Charaktere Geeks, vertreiben sich dort die Zeit mit Videospielen, Wetten und dem gelegentlichen Abwimmeln von Supportanfragen (Hello, IT. Have you tried turning it off and on again?).

Falsche Angaben im Lebenslauf und ein völlig inkompetenter Chef führen dazu, dass sie mit Jen eine Vorgesetzte erhalten, die mindestens so wenig Ahnung von Computern hat, wie die um Hilfe bittenden Anrufer. Die Umstände zwingen zur friedlichen Koexistenz und bescheren dem Zuschauer die heiternsten Stunden seit dem frühen Stromberg. The IT Crowd, so der Titel der gar wunderbaren britischen Sitcom, ist weder eine weitere Adaption von „The Office“, noch ein reines Nerdprogramm. Es ist keineswegs notwendig, sich selbst als Geek zu bezeichnen, um an der IT Crowd Gefallen zu finden, es geht nur noch ein wenig einfacher.

Und um das Glück perfekt zu machen, stellt Channel-4 jede der insgesamt 12 Folgen – die zweite Staffel wurde soeben beendet – direkt ins Netz und so finden sich alle Folgen auf den einschlägigen Videoportalen. Ansehen, dringende Empfehlung des Hauses!

Wikipediaartikel mit Downloadlinks
Blogeintrag mit Links zu allen Folgen der ersten Staffel
Blog des Drehbuchautors Graham Linehan