Wir müssen das Internet erklären

Zusammenfassung: Gesetze wie die „Internetsperren“ werden von der Mehrheit der Abgeordneten aus dem Glauben heraus beschlossen, dass sie Gutes damit tun. Doch sie verstehen nicht, dass das Netz anders funktioniert, da es ihnen niemand beigebracht hat. Warum nicht ein „Internethandbuch“ unter Creative Commons schreiben? „Das Internet, für alle verständlich erklärt“ als neutrales Open Source Standardwerk für Schüler und Erwachsene zugleich. Wir, die Netzexerten aus allen Bereichen, sollten unsere Kreativität dazu nutzen, unser Wissen weiterzugeben. Denn nur wer wirklich weiß, worüber er abstimmt, kann auch die richtige Entscheidung treffen.

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Die Seitenstruktur von Google und Bing

Das Thema Bing und die damit verbundene Frage, warum es der milliardenschwere Microsoftkonzern nicht schafft, eine handwerklich saubere Webseiten- und Layoutstruktur für seine Suchmaschine zu entwickeln, lässt mich nicht los. Ja, ich ärgere mich richtiggehend, es ist so schade und unnötig.

Bei den Überlegungen bin ich auch auf folgende Frage gestoßen: Wie kann ich einem wenig design-affinen Menschen, am besten sogar einem absoluten Laien, verständlich aufschlüsseln, dass eine Webseite unstrukturiert ist? Im vorangegangenen Beitrag habe ich versucht, die Screenshots nebeneinander zu stellen. Doch der Effekt der kleinen Thumbnails kommt nicht so stark heraus, wie ich es mir erhofft hatte. Zwar sieht man, dass jede einzelne Seite unterschiedlich gelayoutet ist, die extremen Designsprünge aber, die bei dem klicken auftreten, lassen sich dadurch nicht vermitteln.

Gibt es vielleicht sogar eine Möglichkeit, eine Art Formel festzulegen? Eine Faustregel oder zumindest ein standardisiertes Vorgehen, an Hand dessen eine laien- und vorstandstaugliche Bewertung möglich ist?

Ich habe experimentiert. Das Ziel des Experiments war, zu visualisieren, ob ein Nutzer im Bereich „1 Klick von der Startseite entfernt“ mit (verwirrenden) Design/Layoutveränderungen konfrontiert wird. Ich habe dafür die Startseiten von Google und Bing genommen und jeweils alle auf der Startseite direkt verfügbaren Links angeklickt. Bei Google waren das rund 30, bei Bing die Hälfte.

Von jeder einzelnen Seite habe ich einen Screenshot angelegt, diese Screenshots habe ich übereinander gelegt und die Sichtbarkeit für jede einzelne Ebene von 100% auf 10% reduziert, will heißen: die einzelnen übereinandergelegten Screenshots werden dadurch zu 90% durchsichtig. Mit folgendem Ergebnis (am besten im Vollbild betrachten):

Google

Bing

Was heißt das nun? Das Ergebnis ist auf den ersten Blick nicht so eindeutig, wie ich vermutet hätte. Man muss auch dazu sagen, dass die Reihenfolge der Ebenen zufällig gewählt ist, dies wirkt sich natürlich auch auf das Endergebnis aus und bietet Platz für entsprechende Manipulationen (wenn z.B. Screenshots mit hohem weiß-Anteil ganz oben platziert werden).

Lässt sich mit dieser Methode dennoch etwas über eine Webseite herausfinden? Ich denke, bei genauerer Betrachtung schon.

  • Der direkte Vergleich: der Google-Screen besteht aus 30 Einzelseiten, der Bingscreen aus 15. Dennoch ist Google deutlich weniger ducrheinander (was vom Verzicht auf die Verlinkung externer Domains herrührt. Erkenntnis: Besser lassen, wenn ich Webeite A besuche möchte ich nicht direkt von der Startseite auf Webseite B. Und falls doch, läuft was schief.
  • Bei Google gibt es offenbar 3 mögliche Positionen für das Logo, das ist eine klar begrenzte Anzahl. Bei der Bing-Montage ist das Logo oben links nur zu erahnen.
  • Google verfügt über eine (fast) immer identische Navigationsleiste am oberen Fensterrand. Prima!
  • Einheitliche Domäne: Google machts richtig, die Domäne verändert sich quasi nie. Der Unterschied bei Bing ist jedoch enorm und die URL deutlich öfter kryptisch. Wenn User dahingehend erzogen werden, dass in de Adressleiste sowieso nur unlesbarer Quatsch steht, ist Phishing leichtgemacht. Letzteres lässt sich nicht aus der Montage lesen, möchte ich aber anmerken.

Lässt sich noch mehr aus den Montagen lesen? Oder gibt es andere, viel bessere Methoden zur Visualisierung? Und was sagen eigentlich die Designprofis dazu? Das wär‘ doch was für Sie, Herr Schaffrina!

Und jetzt auch noch Bing: Microsoft und das Internet

Dass Microsoft das Internet verschlafen hat ist kein großes Geheimnis. Jahrelang erkannte man nicht den bevorstehenden Wandel oder zog zumindest keine Konsequenzen daraus. Und als er schließlich da war, schossen kleine Startups an Microsoft vorbei und die Redmonder mussten hilflos zusehen, wie selbst kleine Firmen und OpenSource Bewegungen das schafften, was sie selbst nicht hinbekommen: Eine Größe im Netz zu werden, ein Innovator sein, die Entwicklung voranzutreiben. Continue reading „Und jetzt auch noch Bing: Microsoft und das Internet“

Hard-boiled Wonderland

Mit dem Alkohol wollte ich den Stress, der sich in den vergangenen drei Tagen angestaut hatte, abbauen – und dann schlafen, nichts als schlafen. Bevor die Probleme des nächsten Tages auf mich einstürzten – und das würden sie zweifelslos -, wollte ich so lange schlafen, wie die Erde brauchte, um sich wie Michael Jackson einmal um sich selbst zu drehen. Und dann die neuen Probleme mit frischer Verzweiflung angehen.

Ich lese endlich wieder Murakami. Nach langer Zeit und ein Buch, welches eigentlich schon mehrere Jahre alt ist, ich aus irgendwelchen Gründen aber nie angefangen hatte. Ich habe ihn vermisst.

Vodoo in Ouidah

Da bin ich gerade dabei, die ersten Afrikafotos für das Reisetagebuch zu bearbeitet, schon stolpere ich über einen Beitrag auf boingboing zum Thema Ouidah, Voodoo, Jungfrauen, Blut und das ganze Zeug. Inhaltlich nicht unbedingt eine Offenbarung, für ersten Eindruck aber reichts. Auf das Schlangenfoto haben wir im Frühjahr übrigens verzichtet – ganze 5.000,- CFA hätte es gekostet.

The Longest Way

Christoph Rehage läuft. Läuft von Bejing, heim nach Bad Nenndorf. Durch China, Kasachstan, Usbekistan, Turkmenistan, Iran, Armenien, die Türkei und ein bisschen Europa. Zu Fuß.

Was ihn dazu bewegt, weiß ich nicht. Aber er kann es wohl und tut es auch, irgendwo im Niemandsland des westlichen Chinas ist er bereits. 3948,5 km in 316 Tagen, bis jetzt. Und er bloggt. Es ist mir ein völliges, nein, es ist mir ein absolut unerklärliches und in keiner Weise irgendwie nachvollziehbares Rätsel, wie das macht. Aus dem Interntcafé, sagt er. Wie er dort zeitlich und technisch es schafft, die höchst professionellen und eindrucksvollen Bilder zu sichten und hochzuladen und Sie auch noch einzubinden und einen Beitrag zu schreiben, das kann ich kaum fassen.

Schade nur, dass die Webseite so wenig Spaß macht zu bedienen. WordPress spinnt, Frames, Monsterheader. Noch mehr schade, dass ich keine Zeit habe, sein Hilfegesuch ein paar Beiträge früher zu erhören. Vielleicht von euch da draussen wer?

ttp://www.thelongestway.com/

Lebensmittelpreise: Inflation in Kambodscha

Es ist bereits ein paar Tage her, dass ich diese Meldung gefunden habe, möchte sie aber dennoch nachreichen: Im bitter armen Kambodscha (Reisetagebuch) führt die Inflation der Lebensmittelpreise mittlerweile dazu, dass die Nachfrage nach Rattenfleisch enorm steigt:

The price of rat meat has quadrupled in Cambodia this year as inflation has put other meat beyond the reach of poor people, officials said on Wednesday.

Bei 5,10 Dollar für das Kilogramm Rinderfleisch kein Wunder – in einem Land, in dem der Monatslohn bei 40,- Dollar liegt und der Verkaufspreis für ein Kind bei 100,- Dollar beginnt.