»Die Welt-Wand«

Auf ganzen vier Seiten darf ich im aktuellen c’t magazin erstmalig auf Deutsch erzählen, wie ich Google Maps in mein Wohnzimmer gebracht habe – inklusive erweiterten Infos zum technischen Hintergrund.

Ich fühle mich unglaublich geehrt, dass ich für eine solche Institution schreiben durfte – danke an die Redaktion, danke an Andreas für alles und Michael für die beiden Bilder. Jetzt am Kiosk eures Vertrauens.

Update, 5. Juli 2015:

Mich erreichen jede Menge tolle E-Mails von c’t Lesern – viele davon mit hilfreichen Ideen, die ich hier gesammelt zur Verfügung stellen möchte.

Moritz schreibt:

Durst Phototechnik baut die passenden Inkjet-Drucksysteme. Bis zu 5 m Breite auf diversen Rollmaterialien mit 800 dpi, bis zu 3 m Breite auf Textilien mit 1000 x 1200 dpi oder bis zu 2,5 x 6 m auf Glas mit 400 dpi. www.durst.it

Gut zu wissen, dass es eine Möglichkeit gibt, bis auf 5 Meter zu drucken.

Wolfgang, selbst Besitzer einer großen Karte, schreibt:

Meine Beleuchtung könnte auch was für sie sein: Leuchtstoffröhren (Tasgeslichtfarbe 12-950 mit der höchsten Farbwiederqualität) in asymmetrischen Reflektoren die denen nachempfunden sind wie sie in TV-Studios für Wand- und Deckenfluter zum Einsatz kommen. Sie projizieren das Licht recht gleichmäßig und blendfrei an die Wandweltkarte. […] Können Sie mir
vielleicht Email oder Telefonnummer des Kunstdruckladens schreiben?

Die Tipps zum Licht muss ich mir genauer ansehen, die Frage zu den Druckexperten hingegen kann ich sofort beantworten: Meine Karte wurde von Ul Vohrer und Annette Berr von der „Print-Manufaktur d‘mage“ in Berlin Kreuzberg gedruckt. Wie auch im Artikel erwähnt: ich war von den Unterstützung, dem netten Kontakt und Ergebnis sehr begeistert.

Rüdiger schreibt:

Rein von der praktischen Umsetzung, dem Druck und der Aufhängung, frage ich mich, wie sich die Produkte der Fotodienstleister schlagen. EinDruck auf Alu-Dibond würde gleichzeitig doch die Kaschierung ersparen und die Befestigung erleichtern. Oder Acrylglas, das würde ich gern ausprobieren: vielleicht kann man über den Rahmen beleuchten, und auf dem Acrylglas kann man herummalen, das käme mir entgegen. Für Sie vielleicht Forex, wegen der Stecknadeln.

Ich hatte mit einigen Anbietern von Fotodruckern gesprochen – die schienen an solchen Sondergeschäften alle nur mäßig interessiert zu sein und/oder boten keinen Druck in der Größe 3×2 Meter an. Ein zusätzliches Problem wäre dann übrigens auch gewesen, eine (empfindliche) Platte dieser Größe überhaupt ins Haus zu bringen. Das wäre eigentlich nur mit Hilfe eines Krans über das Wohnzimmerfenster gegangen – und das ist nun vielleicht doch etwas übertrieben.

Christian schreibt:

Bei ihrer Weltkarte ist mir aufgefallen, dass sie nicht die Static Maps API genutzt haben, bei der es eine schöne Dokumentation gibt.

Auch hier nochmal der Hinweis, dass ich nicht den Anspruch erhebe, die einzige/beste Lösung gewählt zu haben. Ich habe mich aber gegen die Static API entschieden, da hier auf jeder einzelnen Kachel Logo und Copyrighthinweis eingeblendet werden.

Mirecea schreibt:

Mir fällt nur ein Tipp dazu ein: für die Pins sollte man Insektennadeln nehmen, die gibt es schon in 0.25 mm Dicke,  vielleicht sogar in verschiedenen Farben…

An Insektennadeln hatte ich nie gedacht, großartiger Tipp!

Markus schreibt:

Hast du schonmal an einen LED Leuchtstreifen gedacht? Die Lichtverteilung ist ideal. Ich bin mit diesem sehr zufrieden. Mein Tipp für die Montage: Entweder eine Dreiecksleiste an die Decke montieren und den Streifen dann so im 45 ° Winkel auf die Wand leuchten lassen. Oder ein quadratisches Profil an die Decke, darauf das hier von IKEA, da kann man auch super den Leuchtstreifen anbringen. Bei den bisherigen Kosten fallen die paar Euro für einen Versuch jedenfalls nicht ins Gewicht.

Ich hatte zwar an LED-Leuchtstreifen gedacht, aber bisher nie in Kombination mit einer Dreiecksleiste, eine wirklich hervorragende Idee, die ich genauer prüfen werden!

Christoph schreibt:

Für die zukünftige Idee suchen Sie eine pfiffige Beleuchtung. Wie wäre es mit Leuchtfasern? Die Glasfasern bringen winzige Leuchtpunkte in unterschiedlichen Farben und/oder Blink-Codes. Beim NDR in der Mediathek gibt es einen Bericht über einen Tüftler von Amrum. Der beleuchtet Seekarten auf diese Art. Da gibt es auch einen kleinen Einblick in die Technik.

Ein kurzes Googeln führte mich direkt auf die Webseite des erwähnten Tüftlers – spannende Sache, zu der ich auf alle Fälle noch etwas mehr recherchieren werde.

Thorsten schreibt:

Versuchen Sie es doch mit RGB LED-Bändern. Diese sind dann sogar mit einem Raspi ansteuerbar für Lichtszenen wie bei knx

Man könnte die Bänder rückseitig anbringen und damit eine Lichtabstrahlung von den Seiten erreichen. Das hilft dann zwar nicht weiter was die Lesbarkeit auf der Kartenvorderseite angeht, ist aber sicher ein cooler Effekt.

Michael schreibt:

Es gibt heute schon für 10 Euro leistungsfähige 10W-LED-Strahler im wasserfesten Strahlergehäuse. Sie lassen sich leicht auf einer „Lichtschiene“ anbringen, die man ja aus Holz faken könnte. Mit ein bißchen Geschick fräst man dazu in eine geschliffene Dachlatte eine Nut für die Kabelführung ein, bohrt ein paar Löcher, kann die Leiste natürlich auch noch versilbern, vergolden, mit Effektlack
versehen… Und schon ist eine einfache und sehr kostengünstige Lichtleiste fertig. (Die gibt es auch immer wieder für 9.90 einfarbig)

Das Problem mit dem Schattenwurf werden Sie aus physikalischen Gründen immer haben. Allerdings gibt es auch Licht, das fast keine Schatten wirft — ich hab´s selbst mehr als nur erstaunt gesehen. Problem ist nur, daß der Hersteller nur den Leuchtstab, nicht aber die Lampe herstellt und die Leuchtstäbe an kleine Firmen oder gar Privatleute gar nicht ausliefern möchte.  Es handelt sich dabei um eine Art Eximer-Laser, auf eine hauchdünne Glasröhre geschickt: http://global-lightz.de/

P.S.: ich habe mit keiner der beiden Firmen was zu tun!

Egal ob es die Möglichkeit gibt an das „schattenlose“ Licht heranzukommen oder nicht: super-interessanter Ansatz, das werde ich mir genauer ansehen.

Andreas schreibt:

Das Problem des Lieferanten für Druck, Kaschieren und Befestigung hätte diese Firma lösen können:
http://www.fachcolorbuehler.de/ bzw. http://www.ultrasec-buehler.de/

Gedruckt wird (neben Tintendruckern) auf einem Lightjet – gibt soweit ich weiß in Deutschland nur 2 oder 3 Geräte davon. Dieser Druck ist nicht auf Tintenbasis, sondern ein photochemische Verfahren wie Fotoabzüge in einer Auflösung von 4000 dpi! Meiner Meinung nach deutlich besser als jeder Tintendrucker und der Print von 2 x 3 m ist auch an einem Stück möglich!

4.000 DPI als Fotoabzug auf einem 2×3 Meter Papier – das ist eine Hausnummer!

Daniel schreibt:

Ich hätte einen Vorschlag für die Beleuchtung: LED und zwar in Form von flexiblen Streifen. Dazu gibt es mittlerweile von einer Vielzahl an Herstellern passende Aluprofile wo diese LED Streifen eingeklebt werden können. Das Profil dazu würde ich so wählen dass es überhalb Karte montiert werden kann und zwar so dass es einige mm zum Betrachter hin versetzt ist, der Lichtaustritt verblendet ist und die Lichtkegel der einzelnen LEDs per entsprechender Abdeckung etwas gestreut werden. Dazu dann in der Bucht ein LED Streifen 3m (oder länger und dann kürzen) mit möglichst vielen LEDs (z.B. 120LED/m vom Typ 3528) und passender Lichtstärke und Farbtemperatur gekauft werden, passendes 12V Steckernetzteil dazu; ich würde auch noch dringend einen Dimmer anraten damit die Beleuchtungsintensität angepasst werden kann und fertig.

Durch den Abstand und die streuende Abdeckung wird erreicht dass die Fläche gleichmäßig ausgeleuchtet und keine Lichtkegel zu erkennen sind. Kostenpunkt für alles etwa 35€.

Auch diese gute Idee werde ich genauer prüfen und mir ansehen, wie ich sie mit den anderen Vorschlägen kombinieren kann.

Und zu guter Letzt stellvertretend für zahlreiche andere Interessenten zitiere ich Michael:

Wo finde ich das Script zum Download?

Im Heise-Forum hat sich eine interessante Diskussion entwickelt. Dort habe ich auch eine curl-Zeile zitiert und den Downloadlink für eine Helfertabelle hinterlegt, mit deren Hilfe sich die parameter für bestimmte Kartenausschnitte berechnen lassen. Viel Spaß damit!

Update II, 21. Juli 2015:

Immer noch bekomme ich zahlreiche Zuschriften, die ich nach und nach alle beantworte. Vielen Dank dafür! Hier weitere, hilfreiche Leserhinweise für alle, die ebenfalls an einer Weltkarte bauen.

Frank schreibt:

Es gibt doch Druckereien, die „Plattendruck“ anbieten … zum Beispiel LaserLine, Berlin: 200 x 100 cm direkt auf verschiedenes Plattenmaterial. Auch das stabile AluDibond. Unter 200 EUR!

Klaus T. schreibt:

Mit etwas anderer Ausrichtung gibt es seit einigen Wochen den freien Webservice „printmaps-osm.de (Betatest). Hierüber lassen sich skalierbare Vektorkarten, basierend auf den Daten des OpenStreetMap-Projektes, bis zu einer Größe von 5000 x 5000 mm erzeugen. Um den Ausdruck der Karten (PDF-Format) muß man sich dann allerdings selbst kümmern …

Wie erwähnt habe ich auch für meine Karte im allerersten Schritt mir OpenStreetMap genauer angesehen. Ich habe mich aus Designgründen gegen OSM entschieden, dazu mag es aber natürlich andere Meinungen geben – für die ist der von Klaus gebaute Service möglicherweise genau das Richtige! Er freut sich mit Sicherheit über zahlreiche Tester.

Klaus L. schreibt:

Die technische Produktion der Karte selbst, hätte Ihnen ein Messebauer oder Large-Format-Print-Profi schnell und unkompliziert fertigen können; hierbei sind Copyshops die definitiv falsche Adresse. Üblicherweise werden Größen von „nur“ 3×2 m in einem Druck mit anschließender Aufkaschierung von einer Firma gemacht. Bei der Befestigung gibt’s mannigfaltige Lösungen. Für Ihren Fall wäre vermutlich eine einfache „Abstandshalterung“ (also einfache, schmale Metallprofile) mit normalen Haken, welche in auf der Rückseite der Karte aufgeklebte Hakentaschen einhaken, möglich. Wäre alles – grob überschlagen – auch nicht teurer als Ihre Odysee. ;-)

Als „Copyshop“ der herkömmlichen Sorte möchte ich meinen Dienstleister nun nicht bezeichnen, allerdings ist mir klar, dass es zahlreiche andere Wege zum Ziel gibt. Einen solchen Printprofi habe wie von Klaus beschrieben habe ich hier selbst nicht gefunden – aber vielleicht hätte es ihn gegeben?

Was hingegen die Befestigung hingegen angeht kann ich überzeugt sagen: „einfach einhaken“ war definitiv nicht möglich. Im Artikel ist dieser Teil nur sehr gekürzt wiedergegeben und auch hier will ich nicht lange mit Details langweilen – nur soviel: eine in sich verzogene Wand, zwei Platten, 2x 4 Ösen klappt nicht. Zumindest nicht, wenn beide Platten bündig aneinander sein sollen ;-)

Theodosios schreibt:

Wollte dazu anmerken, nur interessehalber, vielleicht fuer eine andere Karte: Ich  glaube  sogar,  es war aus der c’t – die Mercator Projektion gibt die wirklichen  Groessenverhaeltnisse  der Kontinente nicht wieder und ist eher geeignet, die noerdliche Hemisphaere zu betonen.

Theodosios hat recht. Allerdings ist mir keine andere Datenquelle bekannt, auf deren Basis ich das Projekt in ähnlicher Qualität aber mit einer anderen Projektion hätte durchführen können. Sachdienliche Hinweise sind willkommen!

Ihnen und euch allen: vielen, vielen Dank für all die interessanten E-Mails! Ich möchte an dieser Stelle ein weiteres Mal auf meinen persönlichen Newsletter hinweisen. Er kommt 2x pro Jahr in Deutsch und English und beinhaltet Updates zu meiner Weltkarte und allen anderen (hoffentlich interessanten) Projekten, die ich mir so ausdenken.

20 thoughts on “»Die Welt-Wand«

  1. Herzlichen Glückwunsch! Ich werde mir die allererste c’t in meinem Leben kaufen und hoffen, dass meine Tech-Fähigkeiten ausreichen. ;-)

  2. Online* zu offline** zu online*** zu offline**** zu online*****.
    Hält man ja nicht aus.

    *Google Maps
    **Wand
    ***Blog
    ****c’t
    *****Foto auf Facebook

  3. „You’re not really into maps.“
    Mit einer GIS(Geographical-Information-System)-Software, hätte man z.B. OSM-Daten in gewünschter Projektion, Detaildichte und Größe zusammenhängend ausgeben lassen können. Gibt’s auch als OpenSource-Varianten und bietet alle Möglichkeiten, um das Design anzupassen.

    Ich dachte echt, ich seh nicht richtig, als ich neulich genau die selben Google-Suchen getätigt und dann deinen Artikel (unter Pot Pourri) gefunden habe.
    Jetzt musst du die Nadeln ins Mini-Europa quetschen und wirst vielleicht ein Grönlandexperte! :)

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